So lief die dreiste Masche ab

Vier Haftstrafen: Mit "110" angerufen und Reichenhallerin abgezockt

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Laufen/Bad Reichenhall - 08651/110, mit dieser Telefonnummer meldeten sich die vier Gauner bei einer Reichenhallerin, erzählten ihr die wildesten Geschichten - und bekamen von der Frau schließlich 18.000 Euro in die Hand gedrückt. Nun müssen sie ins Gefängnis.

Vier Haftstrafen, jeweils ohne Bewährung, verhängte das Amtsgericht Laufen am Montag gegen vier Angeklagte, die Ende Juli 2017 eine hochbetagte Bad Reichenhallerin um 18.000 Euro betrogen. Wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs müssen zwei von ihnen für dreieinhalb bzw. drei Jahre ins Gefängnis, zwei weitere Angeklagte wurden wegen Beihilfe zu banden- und gewerbsmäßigen Betrugs zu Haftstrafen von zwei Jahren bzw. einem Jahr und drei Monaten verurteilt. 

So lief der dreiste Betrug ab

Mittels einer sogenannten Spoofing-Nummer (08651/110) meldeten sich die Angeklagten als "Polizeiobermeister" bei der Bad Reichenhaller Rentnerin: Eine rumänische Einbrecherbande habe bei der örtlichen Sparkasse Adressen von alleinstehenden Frauen gekauft. Ihr Vermögen sei also in Gefahr und müsse deshalb amtlich verwahrt werden. Die Frau schenkte ihnen Glauben, auf dieser Basis wurde sie von den Angeklagten über ihren Vermögensstand ausgefragt.

Am 26. Juli 2017 war es dann soweit: Zwei der Angeklagten standen wie verabredet vor der Tür der Reichenhallerin und bekamen 18.000 Euro in die Hand gedrückt. Zwei Komplizen standen in 500 Metern Entfernung und überwachten das Geschehen. 

Dazu rät die echte Polizei

Zu solchen Fällen kommt es in der Region leider immer wieder: Die Polizei informierte in diesem Zusammenhang die Öffentlichkeit, dass sie sich nie über die Notrufnummer 110 bei Personen melden: "Seien Sie am Telefon misstrauisch und aufmerksam. Geben Sie telefonisch keine Details zu familiären und finanziellen Verhältnissen. Machen Sie keine Angaben zu Wertsachen und Bargeld. Erfragen Sie den Namen sowie die Dienststelle des Anrufers und vergewissern Sie sich dann durch einen Rückruf bei der Polizei", riet im vergangenen Jahr beispielsweise die Polizeiinspektion Trostberg bei einem ähnlichen Fall.

xe

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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