Einen echten "Brückenbauer" zu Grabe getragen

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Laufens Altbürgermeister Ludwig Herzog wurde heute in Leobendorf beerdigt.
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Laufen/Leobendorf - Laufens verstorbener Altbürgermeister Ludwig Herzog wurde heute unter großer Anteilnahme beerdigt.

Die Stiftskirche in Laufen war im Rahmen des Auferstehungsgottesdienstes für Ludwig Herzog voll besetzt. Der 63-jährige ehemalige 1. Bürgermeister der Salzachstadt erlag am vergangenen Sonntag beim Bergsteigen in der Hohen Tatra (Slowakei) einem Herzinfarkt. Pfarrer und Stiftsdekan Simon Eibl hielt die Trauermesse zusammen mit Pfarrer Konrad Kronast und Priester Konrad Roider, die Musikfreunde Laufen begleiteten musikalisch mit Gesang und Harfenklängen.

Zu Ehren des Verstorbenen waren die Kameradschaftsvereinigungen und Fahnenabordnungen der Vereine Laufens und Lebendorfs erschienen, um ihrem Mitglied und Förderer das letzte Geleit zu erteilen. Auch Vertreter des Elternbeirates des Rottmayr-Gymnasiums kamen, dazu Landtagsabgeordneter Roland Richter, Landrat Georg Grabner und dessen Vorgänger Martin Seidl, Vertreter der Behörden, der Polizei und der Feuerwehr.

Viele ehemalige Weggefährten aus der Politik, dem gesellschaftlichen Leben, aus Vereinen und dem Sport begleiteten Ludwig Herzog auf seinem letzten Weg und sprachen der Familie - seiner Gattin Theresia sowie den Kindern Maxi und Lisa sowie Alexander mit der Enkelin Sabrina ihr Mitgefühl aus. "Wir sind mit den Gedanken bei Euch", so Ainrings Bürgermeister Hans Eschlberger, der im Namen seiner anwesenden Amtskollegen ergreifende Worte fand: "Er war nicht nur ein Kollege, sondern ein echter Mensch, ja ein Freund. Er ging in den Ruhestand, um für seine junge Familie da zu sein - er durfte es nur vier Jahre und vier Monate", so Eschlberger.

Liebe Worte fand auch Stadtrat und Stellvertretender Landrat Lutz Feiler, der Herzogs Engagement nicht nur in der Kultur hervorhob, sondern auch am Laufner Weihnachtsmarkt, wenn es darum ging, Geld für gute Zwecke zu sammeln. Ludwig Herzog setzte sich für die Salzachfestspiele ein, die "Laufener Palette", den Museumsverein, initiierte die Rottmayr-Ausstellung und vieles mehr.

Auch Vertreter der drei Partner-Gemeinden Laufens kamen in die Stiftskirche und suchten nach tröstenden Worten: Menschen, die Ludwig Herzog bei zahlreichen Besuchen in Bayern und Gegenbesuchen des Altbürgermeisters in den Partnerstädten kennenlernen durften - aus Brioude in Frankreich Jean-Jacques Faucher, aus Laufen an der Birs in der Schweiz Brigitte Bos und aus Leobendorf im Weinviertel Niederösterreichs Karl Stich. Dort weilte Ludwig Herzog vergangene Woche ein letztes Mal. Bürgermeister Stich: "Es war immer ein höchst freundschaftliches Miteinander. Pfiati Luggi, wir werden sich sehr vermissen".

Herzog liebte das Reisen

Alle Redner unterstrichen Herzogs Talent als "Brückenbauer", der stets Wege der Einigung suchte - und fand. Symbolisch wurde der Europasteg über die Salzach nach Oberndorf genannt, sozusagen als Herzogs wichtigstes bauliches Werk. In seine 15-jährige Bürgermeister-Amtszeit fielen natürlich viele weitere Projekte: der neue Sportplatz, die Sanierung der Volksschule und der Wasserversorgung, die Restaurierung des Alten Rathauses mit dem Rottmayr-Saal.

Laufens 2. Bürgermeister Franz Eder, der in Vertretung des 1. Bürgermeisters Hans Feil (befindet sich auf einer Kreuzfahrt) ergreifend sprach, hob unter anderem die Reise- und Sportleidenschaft des Verstorbenen hervor: Ludwig Herzog bereiste mit seiner ersten Frau Eva und Sohn Alexander, der in Australien lebt (sein Vater besuchte ihn dort dreimal, um stets auch persönlichen Kontakt zu halten) in den 70er-Jahren Spanien, Portugal, Griechenland. Serpäter, mit der zweiten Familie (seiner Frau Theresia und den Kindern Maxi und Lisa), beispielsweise auch Indonesien.

Der Altbürgermeister liebte das Leben und genoss es. Er war stets freundlich, hilfsbereit und zuvorkommend. Er hatte Humor und lachte gern. Er mochte die Fremde, ferne Völker. "Wer die Ferne kennt, schätzt die Heimat", so Pfarrer Simon Eibl. Herzog war gesund und fit, brauchte selten einen Arzt.

Ludwig Herzog war auch in den Bergen zu Hause. Er bereiste Pakistan und den Himalaya. Im Januar erfüllte er sich einen Kindheitstraum und bestieg den Kilimandscharo in Ostafrika. Vor ein paar Wochen nahm er an der Sportveranstaltung "Laufen hilft laufend" am Abtsdorfer See teil, in dem er fast täglich schwamm. Zuletzt mit seiner Tochter Lisa.

Vergangene Woche ging es in die Hohe Tatra: "Sein letzter Aufstieg war auch ein Aufstieg in den Himmel", so Simon Eibl in seinen Schlussworten. Der Laufner Pfarrer zeichnete Herzog als "Mann des Dialogs" aus.

Ludwig Herzog wurde auf dem Friedhof seiner Heimatgemeinde Leobendorf beerdigt. Die Stadtkapelle Laufen und die Musikkapelle Leobendorf spielten zusammen unter der Leitung von Wolfgang Nobis.

bit

Quelle: BGland24.de

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