Frauen erobern Männerchor

Teisendorf - Der Männerchor Teisendorf hat sich ein neues Ziel gesetzt: Aus dem Männerchor soll ein gemischter Chor - der „VokalExpress Teisendorf“ - werden!

Zu den Gründen für diese überraschende „Erweiterung“ des Männerchores meinte der Vorsitzende Anton Hoiß in einer Pressemitteilung, dass es schwierig geworden sei, für einen reinen Männerchor Nachwuchs zu finden. Hier gelte es, rechtzeitig die Weichen für die Zukunft zu stellen. Die Erweiterung sei ein Schritt in die richtige Richtung. Zum anderen wären die Sänger des Männerchores, ob jung oder alt, alle hoch motiviert und musikalisch sehr vielseitig interessiert. Die Option des gemischten Chores bringe zusätzlich zum bisherigen Repertoire, das im Übrigen parallel weiter gepflegt werden soll, ganz neue musikalische Möglichkeiten.

Chorleiter Stephan Hadulla fügt hinzu, dass die Erweiterung sehr seiner Vorstellung von lebendiger Chorarbeit entgegen käme und eine ähnliche Konzeption ermögliche, wie er sie auch bei seinem Jazzchor Giovedí Vocale praktiziere. „Wenn nicht immer der ganze Chor singt, sondern auch mal nur die Männer oder nur die Frauen, oder auch mal nur eine kleine Gruppe oder Solisten, dann macht das die Chorarbeit für die Sänger doch ungemein spannend. Die Proben bleiben interessant und die Konzerte sind sehr abwechslungsreich.“

Man darf also durchaus gespannt sein, was „die Teisendorfer“ in Zukunft so alles in Angriff nehmen. Die Vielfalt der Chorliteratur, so Hadulla, sei wirklich enorm. Es gebe so tolle Musik aus der Zeit der Renaissance, so wunderbare klangsensible Musik aus der Romantik, vor allem auch so viel verschiedene Arten von zeitgenössischer Musik aus verschiedensten Ländern. Jede mit ihrem eigenen Flair und – seine Augen beginnen zu leuchten – „mein Notenschrank ist voll von Stücken, die unbedingt gesungen werden sollten!“

Natürlich ist es für die traditionellen Hörer des Teisendorfer Männerchores erstmal ein ungewohnter Gedanke, dass der Chor jetzt eine andere Ausrichtung bekommt. Aber, so erklärt Anton Hoiß, „1908 hat der Chor als "Orchester- und Gesangsverein" begonnen.“ Erst nach dem Krieg habe er sich zum Männerchor gewandelt. Veränderung habe quasi Tradition. Und mit dem Neuanfang könne man auch das Erscheinungsbild verbessern. Schließlich habe der Männerchor so viel zu bieten, vom humorvollen Lied bis zum Gospelsong. Mit Stephan Hadulla steht ein Leiter an der Spitze des Chores, der es mit seiner humorvollen und unkomplizierten Art hervorragend versteht, Sänger zu begeistern. Er verfügt über profunde Kenntnisse aller Sparten der Chorliteratur und hat ein Händchen für die Erstellung attraktiver Konzertprogramme. Außerdem schreibt er für seine Chöre eigene Arrangements, die auch von berufener Stelle hoch gelobt und geschätzt werden.

Auch darf man auf einen ganz besonderen Chorklang gespannt sein. Denn die routinierte und stimmlich gut geschulte „Männersektion“ – in den meisten anderen Chören leider die Problemzone mangels Sängern – verspricht einen satten, warmen klanglichen Unterbau und macht zudem viel wunderschöne Chorliteratur erst möglich. Bleibt noch die Frage, ob das Singen Zukunft hat. Stephan Hadulla: „Oft sind die Sänger müde vom Alltag, wenn sie zur Chorprobe kommen. Meine Aufgabe ist es, sie mit Geduld, Humor und Bildern in die Welt der Musik zu entführen. Das hört sich jetzt ein wenig pathetisch an, aber es ist genauso, wie wenn wir Bücher lesen, ins Kino gehen oder uns von Vorträgen und Bildern über ferne Länder und malerische Landschaften inspirieren lassen: Wir wollen irgendwohin mitgenommen werden! Und Singen ist eine besonders schöne Möglichkeit, etwas zu erleben und seinen Sehnsüchten freien Lauf zu lassen.“

Pressemitteilung Männerchor Teisendorf

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © Männerchor Teisendorf

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