Teisendorfer droht die Todesstrafe

Dieses Foto entstand am Tatort in Xiamen kurz nach dem Doppelmord. Wenn Philipp B. in China vor Gericht gestellt wird, droht ihm die Todesstrafe

Xiamen/Berlin - Er soll seine Ex-Freundin und deren neuen Lebenspartner brutal ermordet haben, deshalb muss sich ein Teisendorfer in China demnächst vor Gericht verantworten.

Jennifer M. (29) und der Angeklagte Philipp B. studierten gemeinsam in München Sinologie (China-Kunde). Gemeinsam machten sie sich auch auf den Weg nach China, um die Sprache zu lernen. Doch mit dem Traum war es bei dem Paar nicht weit her.

Jennifer trennte sich nach der Rückkehr aus China von Philipp - und er zeigte ein neues, hässliches Gesicht. Er verfolgte seine Ex-Freundin, stalkte sie, Eifersucht und Hass stauten sich auf. Bis zu jenem Tag im vergangenen Jahr...

Jennifer und ihr neuer Partner Jörn-Christian H. (39) lebten zu der Zeit im Südosten Chinas – und genau dorthin reiste der Teisendorfer ihnen nach. Und dort nahm auch eine Geschichte von Blut und Tod ihren Lauf:

Zeugen in der Küstenstadt Xiamen berichteten von einem „See aus Blut“. Der 33-Jährige soll seine Ex-Freundin und deren aktuellen Partner auf offener Straße mit einem Messer und einem Hammer getötet haben – die beiden hinterließen einen dreijährigen Sohn. Ein anschließender Selbstmordversuch des Angeklagten soll gescheitert sein. Er kam zunächst ins Krankenhaus, wartet jetzt auf den Prozess.

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Doppelmordes gegen Philipp B. erhoben. Nach chinesischem Recht droht dem Teisendorfer sogar die Todesstrafe – was zur Folge hat, dass auch das Auswärtige Amt in der Sache aktiv ist. Ein Sprecher: „Die Bundesregierung hat sich auch in diesem Fall von Beginn an für eine Abwendung der Todesstrafe eingesetzt.“

Dirk Pleiter, China-Experte von Amnesty International, sagt: „Es kann unter Umständen auch von den politischen Umständen zum Zeitpunkt des Prozesses abhängen, ob das Gericht Härte zeigen will.“ Sprich: Lebenslange Haft oder Todesstrafe. Doch Fakt ist: In den vergangenen Jahren verurteilte China mehrere Ausländer zum Tode. Insgesamt wurden in der Volksrepublik allein 2009 Schätzungen zufolge 5000 verurteilte Verbrecher umgebracht.

Quelle: BGland24.de

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