Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„Die Firma ist für uns ein Segen, aber...“

Nach Hangrutsch und Abgrabungen: Allerlei Vorwürfe gegen Tittmoninger Industriebetrieb

Hier kam es, in direkter Nachbarschaft zu einem großen Industriebetrieb aus Tittmoning, am 1. Juli zu einem Hangrutsch.
+
Hier kam es, in direkter Nachbarschaft zu einem großen Industriebetrieb aus Tittmoning, am 1. Juli zu einem Hangrutsch.

Der Hang neben dem Industriebetrieb kam ins Rutschen, es musste sofort gehandelt und abgegraben werden - so weit, so gut. Doch in dem Zuge tauchten nun einige Fragezeichen auf, die der Tittmoninger Bauausschuss jetzt kontrovers diskutiert hat.

Tittmoning - Es war „Gefahr im Verzug“: In direkter Nachbarschaft zu einem Tittmoninger Industriebetrieb wurde am 1. Juli ein Hangrutsch festgestellt. Um den Hang zu entlasten wurden schon am Tag danach Teile davon kontrolliert abgegraben - nach Abstimmung mit dem Landratsamt und einem Geologen. Für eine Abtragungsgenehmigung bei der Stadt war damals freilich keine Zeit. Sie wurde nun von der Firma nachgereicht und war Auslöser für eine lange Debatte in der Bauausschusssitzung in Tittmoning am Dienstag (18. Oktober).

Hangrutsch bei Industriebetrieb in Tittmoning - Kritik im Bauausschuss

Vor allem Gottfried Ganisl (mitBürger) und Hans Glück (Ökologische Bürgerliste) brachten allerlei Kritik an. „Die Firma ist ein Segen für Tittmoning und niemand will sie vergraulen“, so Glück. Auch sei klar, dass beim Hangrutsch schnell gehandelt werden musste. Aber schon im Zuge des Parkplatzbaus durch die Firma 2009 sei bekanntgeworden, dass es dort zu Hangrutschen kommen kann. Auch Karlheinz Berreiter (CSU) wunderte sich, dass nicht schon früher „was gemacht“ wurde. Rund 16.000 Kubikmeter Erdreich wurden nach dem Hangrutsch abtransportiert.

Hans Glück legte nach: „Und jetzt hat sich herausgestellt, dass es für den Bereich, der abgegraben wurde, eigentlich seit 2012 einen Grünordnungsplan gibt, der von der Firma nie umgesetzt wurde“, störte sich Hans Glück. Im Laufe des Genehmigungsverfahrens werde man sich alles anschauen, versprach Bürgermeister Andreas Bratzdrum (CSU) - auch, dass der abgegrabene Bereich wieder eingesät wird, wie Glück weiter anmerkte. Aber es wurde noch mehr mokiert, auch abseits des Hangrutsches vom Juli...

Firma investierte dreiviertel Million Euro in Sicherung: „Was wollen wir mehr?“

Neben einem genehmigten neuen Parkplatz der Firma sei zusätzlich eine asphaltartige Fläche gebaut worden, so Hans Glück: „Das wurde nicht genehmigt und schaut aus, als ob es ein weiterer Parkplatz werden soll.“ Und: Die Straße, die zum Parkplatz führt und deshalb etwas verlegt wurde, führe nun durch eine Öko-Ausgleichsfläche. „Wir haben das Baurecht und daran muss sich gehalten werden“, ergriff dann auch Gottfried Ganisl das Wort. „Die Öko-Ausgleichsfläche hätte nicht angegriffen werden dürfen. Wenn da jetzt die Straße durchführt, wäre das ein Schwarzbau“, so Ganisl, der letztlich auch als einziger gegen die nachträgliche Abgrabungsgenehmigung stimmte.

Bürgermeister Bratzdrum setzte immer wieder von neuem an, um zu beschwichtigen: „Die Firma hat immer auf rechtskräftiger Grundlage gebaut. Wir sollten jetzt nicht mutmaßen, ob was außerhalb der Genehmigung gemacht wurde.“ Max Schupfner (CSU) sprang ihm zur Seite. Das Unternehmen habe schließlich eine dreiviertel Million Euro in die Hand genommen, um den Hang in den Griff zu kriegen. „Was wollen wir mehr?“, fragte Schupfner. Und auch Dirk Reichenau (SPD) zeigte sich „froh, dass die Schritte jetzt gemacht wurden und etwas vorwärtsgeht.“

xe

Kommentare