Und weg ist das 26-Meter-Wahrzeichen!

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Saaldorf-Surheim - Man konnte ihn das "Wahrzeichen" von Obersurheim nennen: Der große Schornstein beim ehemaligen Sägewerk Wallner. Jetzt wurde er abmontiert.

Nun wurde der stählerne Kamin, der zur Dampfkesselanlage des ehemaligen Sägewerks Wallner gehörte, fachmännisch demontiert.

„1999, kurz bevor unser Betrieb aufhören musste, haben wir den Kamin noch erneuert“, erinnert sich Johann Wallner jun. Notwendig war dies geworden, weil der alte, 32 Meter hohe Schornstein schon arg durch Rost geschädigt gewesen sei.

In vier Teile zerlegt

„Josef Resch hat die Rohre mit einem Durchmesser von 65 Zentimeter zusammengeschweißt und in einem Stück ist der 2,5 Tonnen schwere Kamin mit Hilfe eines Krans damals aufgestellt worden.“

Den Abbau hat dieser Tage eine Spezialfirma besorgt. Der Kamin musste dazu in der „Luft“ in vier Teile zerlegt werden, was ein wagemutiger Spezialist an einer Kran-Gondel hängend mit dem Schneidbrenner erledigte.

Gleichzeitig wurden mit dem Kran die abgeschnittenen Teile gesichert und auf den Boden abgelegt. Die gut sechs Meter langen Rohre landen nicht etwa beim Alteisen, sondern werden als Wasserrohre „wiederverwertet“, berichtet Johann Wallner. „Genauso, wie unsere alte Dampfmaschine, die nach Argentinien verkauft worden ist und dort noch immer ihren Dienst tut.“ Nur der Dampfkessel befindet sich derzeit noch im Maschinenhaus, das Johann Wallner eigentlich gerne einer anderen Nutzung zuführen würde.

Fotos von den Abbauarbeiten:

Kamin-Demontage in Obersurheim

„Baurechtlich sehr kompliziert“, meint er etwas ratlos. „Die Dampfmaschine, das Wasserkraftwerk und einige Dieselmotoren brachten eine Spitzenleistung von 2.000 PS“, weiß Johann Wallner zu berichten. Ein eigens ausgebildeter Kesselwart habe seinerzeit die mit 18 bar Hochdruck laufende Anlage ständig überwachen müssen. „Erst mit der Umstellung auf Niederdruck haben wir den Betrieb der Dampfmaschine automatisieren können.“ Als Heizmaterial wurde Baumrinde aus dem laufenden Sägewerksbetrieb verwendet.

"Wäsch hast koane außihänga braucha, wenn da Wallner g’raucht hat.“

Und glaubt man älteren Obersurheimer Hausfrauen, dann war die Rinde vielleicht nicht immer trocken genug: „Wäsch hast koane außihänga braucha, wenn da Wallner g’raucht hat.“

Der Kamin raucht schon lange nicht mehr und auch das „Dampfpfeiferl“, das Arbeitsbeginn und Feierabend verkündete, ist seit langer Zeit verstummt. Mit dem Kamin fehlt jetzt nicht nur das „Wahrzeichen“, sondern auch ein Orientierungspunkt.

So erinnert sich Johann Wallner an seinen Vater: „Fahr dahin, wo der Kamin ist, da sind wir“, sagte er, wenn er am Telefon einem Ortsfremden den Weg zum Sägewerk erklären musste.

Norbert Höhn

Quelle: BGland24.de

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