Wegen Coronavirus

DLV-Trainingslager in Südafrika mit Benedikt Huber aus Palling vorzeitig abgebrochen

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Ausdauer- und Krafttraining standen für den dreifachen Deutschen Meister über 800 Meter Benedikt Huber im DLV-Trainingslager in Südafrika mit rund 50 Mittel- und Langstreckenläufern auf dem Programm. Da der reguläre Rückflug wegen der Corona-Pandemie gefährdet war, endete es nach zweieinhalb Wochen einige Tage früher als geplant.

Palling/Südafrika - Das sich global immer weiter ausbreitende Corona-Virus hat auch längst die Welt des Sports erfasst und mittlerweile sogar fast vollständig zum Erliegen gebracht.

Die Ligen in diversen Sportarten pausieren bis auf Weiteres, die Fußball-EM wurde vor rund zwei Wochen auf nächstes Jahr verschoben und seit Kurzem steht fest, dass die eigentlich von 24. Juli bis 9. August geplanten Olympischen Sommerspiele in Tokio ebenfalls erst 2021 stattfinden werden.


Das Internationale Olympische Komitee (IOC) und das Gastgeberland Japan hatten lange gebraucht, um sich zu dieser Entscheidung durchzuringen, doch sie war alternativlos, denn die Gesundheit der Athleten und Zuschauer muss immer an oberster Stelle stehen. Dies sieht auch der heimische Ausnahmeläufer Benedikt Huber so, der sich nach seinen Leichtathletik-EM-Teilnahmen 2016 und 2018 heuer seinen Olympia-Traum erfüllen wollte. Nachdem der 800-Meter-Spezialist die Hallensaison aufgrund eines eingeklemmten und später entzündeten Nervs im Oberschenkel streichen hatte müssen, war es sein Ziel, sich die notwendigen Weltranglistenpunkte für die Olympia-Qualifikation ab Mai bei topbesetzten Leichtathletik-Meetings im In- und Ausland holen.

Trainingslager in Südafrika als Grundlage für kommende Saison

Fünf starke Ergebnisse hätte er gebraucht, doch angesichts der coronabedingten Absagenflut wäre dies sowieso immer schwieriger geworden, so der 30-jährige Pallinger, der seit einigen Jahren für die LG Telis Finanz Regensburg läuft. Sein großes Ziel Olympia werde er jetzt einfach im nächsten Jahr angehen.


Zuletzt weilte Huber (von 2. bis 19. März) mit rund 50 deutschen Mittel- und Langstreckenläufern im Höhentrainingslager des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) in Südafrika, um in der malerisch gelegenen Kleinstadt Dullstroom (gut 250 Kilometer östlich von Johannesburg) die Grundlagen für eine harte Saison zu legen. Dauerläufe, Intervallläufe im flachen und bergigen Gelände sowie Krafttraining standen dort auf dem Programm.

„Bei der Ausdauer bin ich jetzt bei 100 Prozent, doch man darf natürlich nicht zu früh in Topform sein, denn diese kann man nur etwa sechs Wochen halten“, so Huber, der bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften Anfang Juni in Braunschweig seinen vierten 800-Meter- Einzeltitel nach 2016, 2017 und 2018 einfahren wollte. Seit der Olympia-Absage ist nun aber klar, dass auch die nationalen Titelkämpfe nicht zum angedachten Zeitpunkt stattfinden werden. Derzeit wird nach einem Alternativtermin in der zweiten Saisonhälfte gesucht. Ob die Leichtathletik-EM Ende August in Paris über die Bühne gehen kann, ist ebenfalls fraglich.

Trainingsbedingungen in Südafrika waren optimal

Zurück ins südafrikanische Dullstroom, wo die Trainingsbedingungen laut Huber optimal gewesen seien. Auch das dortige Spätsommerwetter (Südhalbkugel) habe perfekt mitgespielt. „Wir hatten immer 20 Grad plus und nur zweimal hat es kurz geregnet“, so der Pallinger, der meistens mit einer elfköpfigen Gruppe von Mittelstreckenläufern, darunter einige ambitionierte Nachwuchsathleten, um DLV-Disziplintrainer Georg Schmidt trainierte. Täglich standen gewöhnlich zwei Einheiten an, eine vormittags und eine nachmittags.

Abbruch hat sich abgezeichnet

Alle zwei, drei Tage habe man einen Physio aufsuchen können und jeder Tag sei durchstrukturiert gewesen, so Huber, der zu jenen Athleten gehörte (etwa ein Drittel), die mangels Kaderzugehörigkeit die Flüge und die Unterbringung selbst bezahlen mussten. Dass das eigentlich dreiwöchige Höhentrainingslager nach 17 Tagen vorzeitig abgebrochen werden musste, habe sich aufgrund der Corona-Entwicklung zunehmend abgezeichnet, so Huber. Wie seine Kollegen habe er sich im Internet stets über die aktuelle Lage informiert, auch wenn Corona in Südafrika selbst noch kein großes Thema gewesen sei. Man habe aber erfahren, dass der DLV später terminierte Auslandstrainingslager kurzfristig gecancelt hatte. Als dann auch noch Gerüchte aufgekommen seien, dass Rückflüge aus Südafrika schon bald nicht mehr möglich sein könnten, hätten die Verantwortlichen die Reißleine gezogen und die vorzeitige Heimreise organisiert, so Huber.

"Spannung und Motivation jetzt schon etwas raus“

„Die U18-Läufer sind als erstes heimgeflogen, ich war dann am dritten Tag dran“, erzählt der Ingenieur, der nun nach seiner Rückkehr in die Heimat weiterhin zweimal täglich trainiert – vor und nach dem Home-Office für seinen Arbeitgeber, die BSH Hausgeräte GmbH in Traunreut. In engem Kontakt steht Huber dabei mit seinem Regensburger Trainer und Vertrauensmann Kurt Ring, mit dem er auch in Südafrika regelmäßig telefoniert hatte. Da man derzeit nicht absehen könne, wann die Freiluftsaison beginne und welche Wettkämpfe es geben werde, „sind die Spannung und Motivation jetzt schon etwas raus“, räumt Huber ein. Auch deshalb werde er im Training nun „etwas Gas rausnehmen“. Das Wichtigste sei sowieso, gesund zu bleiben.

mmü

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