Gemeinsam mit Traunreut und Trostberg

Beteiligung am Windprojekt im Siebeneicherforst: Palling entscheidet sehr knapp

Palling - Viel Diskussion gab es bei der Entscheidung des Rats, ob sich die Gemeinde am gemeinsamen Windprojekt im Verbund Trostberg/Palling/Traunreut beteiligen möchte. Bürgermeister Franz Ostermaier kennt die Details.

„Die Abstimmung ist nach langer und kontroverser Diskussion sehr eng mit 9:8 Stimmen für das Windprojekt ausgegangen“, erklärt der Bürgermeister von Palling auf Nachfrage von chiemgau24.de. Viele kritische Stimmen und einen Haufen Fragen seien zu der Bewerbung gekommen. Das meiste habe man in der Sitzung am 20. August klären und beantworten können.


Vor allem der Standort im Siebeneicherforst sei teilweise skeptisch beäugt worden, ob das schon der richtige ist für die Windräder oder ob es nicht noch einen geeigneteren geben könnte, erläutert Ostermaier weiter.

Bewerbung zum Windprojekt im Siebeneicherforst: Trostberg und Palling mit positivem Beschluss


Bis das gemeinsame Windprojekt im Verbund Trostberg/Palling/Traunreut spruchreif wird, fließt aber wohl noch viel Wasser die Alz herab. Grundsätzlich ging es Ostermaier zufolge bei der Entscheidung im Pallinger Rat darum, sich überhaupt für eine Bewerbung aussprechen zu wollen. "Ob wir den Zuschlag des Windkümmerers am Ende wirklich erhalten, weiß keiner. Mit der Bewerbung steigen lediglich die Chancen, dass dieses Projekt bei uns realisiert werden kann."

Trostberg hat sich in seiner Sitzung vor der Sommerpause Ende Juli noch dafür entschieden, sich beteiligen zu wollen. Die Entscheidung der Stadt Traunreut steht derweil noch aus. Das Thema Windprojekt wird in einer der kommenden Sitzungen des Stadtrat debattiert. Die Bewerbung kann nur rausgehen, wenn sich alle drei Kommunen gemeinsam für das Windprojekt aussprechen.

Kritiker wird es immer geben bei solchen Vorhaben. Es gibt auch Betroffene, die das Ganze nicht nur positiv sehen und sich von Geräuschen oder dem Schatten des Rads belästigt fühlen“, räumt Ostermaier in Hinblick auf die zwei bereits bestehenden Windräder im Gemeindegebiet ein und unterstreicht abschließend: „Es ist alles nicht so einfach, aber auf der anderen Seite brauchen wir die Energiewende und mit diesem Projekt machen wir einen ersten Schritt in die richtige Richtung.“

Bewerbung von Trostberg/Palling/Traunreut: Das steckt hinter dem Windprojekt

Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (StMWi) möchte den Ausbau der Windenergie in Bayern vorantreiben. So sollen konkret Windprojekten entstehen. Federführend darum kümmern wird sich in den sieben bayerischen Regierungsbezirken jeweils ein „Regionaler Windkümmerer“. Sie beraten und unterstützen ausgewählte Kommunen bei der Initiierung ihres realisierbaren Windprojekts.

Nach Eingang der Bewerbung entscheidet das StMWi welche Kommunen diese Unterstützung erhalten. Bevorzugt werden Kommunen - und auch Kooperationen, die ein Windprojekt mit guten Erfolgsaussichten umsetzen wollen. Die Potentialanalyse aus 2013 zeigt unter anderem einen geeigneten Standort für Windkraft im Siebeneichenforst, der insgesamt drei Gemeindebereiche betrifft. Sollten sich neben Trostberg und Palling auch Traunreut für eine Realisierung einsetzen, stünden die Erfolgsaussichten, dass das Projekt in den Landkreis Traunstein kommen kann, nicht schlecht. Die Verwirklichung könnte mit Bürgerbeteiligung geschehen. Bewerbungsfrist für die Kommunen ist der 8. September 2020.

mb

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