Feier mit 700 Gästen bei Palling lief aus dem Ruder

Polizeichef zu wilder Party: "Das war keine Privatfeier mehr"

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Alfred Fiedler, Leiter der Traunreuter Polizeistation.
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Palling - Rund 700 Gäste, viele minderjährig und teils stark betrunken: Nur durch Zufall bemerkte die Polizei am Wochenende die Party bei Palling - wir haben mit dem zuständigen Polizeichef gesprochen.

Ein hell erleuchteter Bauernhof in der Nähe von Palling, der von dutzenden Autos angesteuert wird - das wollte sich die Polizei in der Nacht auf Samstag genauer anschauen, denn: von einer Anmeldung einer Großveranstaltung wussten sie nichts. "Wir haben schon öfters mit nicht angemeldeten Feiern zu tun, aber in dieser Größenordnung ist das wirklich selten", so Traunreuts Polizeichef Alfred Fiedler gegenüber chiemgau24.de.

Auf 700 Gäste schätzten die Beamten die Besucherzahl. Viele davon waren minderjährig und teils stark betrunken: "Etliche Gäste befanden sich auf der Straße mit Getränkeflaschen in der Hand", berichtete die Polizei am Dienstag, auch eine Toilette sei nicht vorhanden gewesen. Aber: Darf man das nicht, mit mehreren hundert Gästen feiern?

Party bei Palling in mehrerer Hinsicht illegal

"Nein, das war keine Privatfeier mehr. In dem Rahmen muss das bei der Kommune angemeldet werden", so Fiedler. Der springende Punkt laut dem Leiter der Traunreuter Polizeistation: Wenn Eintritt verlangt wird oder die Getränke etwas kosten, braucht es die Anmeldung bei der Gemeinde und Auflagen müssen erfüllt werden - doch laut Flieder "floss Geld" und im Rathaus wusste man von der "wilden" Party nichts.

Fluchtwege, Brandschutzauflagen, Ordner, Gema-Gebühren - all das hätte beachtet werden müssen, geregelt im Artikel 19 des "Bayerischen Verordnungsrechts auf dem Gebiet der öffentlichen Sicherheit und Ordnung" (LStVG): "Öffentliche Vergnügen" müssen mindestens eine Woche vorher bei der Kommune gemeldet werden - "bei 700 Leuten hat das eindeutig öffentlichen Charakter und der Verdacht hat sich erhärtet, dass das ein solches 'öffentliches Vergnügen' war", so Alfred Fiedler. Die Ermittlungen seien aber noch nicht abgeschlossen.

Auch vom Finanzamt droht noch Ärger

Auch mit dem Finanzamt könnten die Veranstalter noch Probleme bekommen: Wer etwas verkauft ist umsatzsteuerpflichtig. Für Vereine gibt es einfachere Pauschalregelungen, aber auch die müssten den Umsatz melden. "Es geht hier auch um den Schutz von Gastronomie und veranstaltenden Vereinen, denn die müssen sich ja auch an die Auflagen halten und tragen ein gewisses finanzielles Risiko", so der Polizeihauptkommissar.

xe

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