Petting: neue Schule, aber wo?

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Die Entscheidung, wo die neue Grundschule gebaut werden soll, spaltet Petting.

Petting - Spätestens seit Ende Juli spaltet eine Gemeinderatsentscheidung ein Dorf. Am Sonntag sollen jetzt die Pettinger entscheiden, wo die neue Schule hin soll.

Die Pettinger Grundschule muss saniert werden, das ist nicht erst seit gestern bekannt. 2009 wollten die Gemeinde eine Sanierung über Mittel aus dem Konjunkturpaket II erreichen. Da diese aber nicht genehmigt wurden, hieß es rechnen. Das Ergebnis: neubauen ist günstiger als sanieren.

Dieser Entscheidung schloss sich gleich die nächste Frage an: Wo soll die Schule hin? Abreißen und an gleicher Stelle neu aufbauen würde eine zu große Logistik erfordern, sind sich die Verantwortlichen einig. Allerdings könnte man die bestehende Turnhalle sanieren - vielleicht sogar einen Teil der Schule - und auf der anderen Seite anbauen. Dann würde der Schulbetrieb wenig gestört und die Kosten würden im Rahmen bleiben. Man könnte aber auch für 1,8 Millionen Euro mehr am Sportplatz komplett neu bauen.

Am bisherige Sportplatz könnte ein Grundschul- und Turnhallen-Neubau entstehen.

Für diese Variante hat sich der Pettinger Gemeinderat am 28. Juli mit acht zu sieben Stimmen entschieden. Die dafür veranschlagten 6,3 Millionen Euro ist vielen Pettinger Bürgern aber zu viel. "Die Gemeinde müsste rund 4,1 Millionen Euro Eigenanteil leisten", gibt Bürgermeister Karl Lanzinger zu. "Aber wir haben Rücklagen von über drei Millionen Euro", betonte er im Chiemgau24-Interview. Da sich die Umsetzung mit Planungen und Genehmigungsverfahren sicher noch über ein Jahr hinziehen werde, könnten auch noch weitere Rücklagen geschaffen werden, ist er sich sicher.

"Trotzdem müssten für den Neubau Kredite aufgenommen werden", kritisiert Ludwig Sigriner. "Vor allem müssen auch die 2,2 Millionen Fördergelder vorfinanziert werden. Mit 4,1 Millionen Euro ist es also nicht getan." Sigriner hat zusammen mit anderen engagierten Bürgern ein Bürgerbegehren initiiert und einen Bürgerentscheid durchgesetzt. "Um die 200 Unterschriften von wahlberechtigten Pettingern hätten wir gebraucht", erklärte er Chiemgau24. "Wir haben 883 Unterschriften eingereicht." Die Pettinger wollen also mitentscheiden, wo die neue Schule gebaut wird und vor allem für wie viel Geld.

An der bestehende Turnhalle könnte der Grundschul-Neubau entstehen.

"Uns reicht die bestehende Turnhalle und der Schulneubau für 2,3 Millionen Euro aus", bekräftigt Sigriner vorab noch einmal. "Wir wollen, dass die Gemeinde handlungsfähig bleibt." Außerdem müsse bei einem Neubau von Schule und Turnhalle der Sportplatz zum Teil weichen und somit ein neuer Fußballplatz angelegt werden. "Ein Vorteil" aus Sicht des Bürgermeisters. "Kinderbetreuung und Sportanlagen wären auf einem Fleck und die Schule hätte mehr Platz." Außerdem werde die Halle zu einer Zweifachturnhalle vergrößert, was mehr Trainingsmöglichkeiten biete.

Was die Pettinger letztlich wollen, wird sich am Sonntag entscheiden. Beim Bürgerentscheid müssen sie die Frage beantworten: "Sind Sie dafür, dass der Neubau der Grundschule an die bestehende Turnhalle gebaut wird?" 20 Prozent der wahlberechtigten Bürger müssen abstimmen, dass der Bürgerentscheid gültig ist. "Ich gehe aber von 60 Prozent Wahlbeteiligung aufwärts aus", prognostizierte Lanzinger vorab. Er ist zuversichtlich, dass die Mehrheit 'nein' sagen wird. Sigringer dagegen wagt gar keine Prognose. Er rechnet aber mit einer Wahlbeteiligung von 70 - 80%.

Chiemgau24 wird am Sonntagabend vor Ort sein und umgehend über den Ausgang des Bürgerentscheids berichten.

cz

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