Getränkemärkte kriegen weniger, andere gar nichts

Das Helle wird knapp! Engpässe bei der Schönramer Brauerei

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Das Bräustüberl in Schönram, direkt gegenüber der Brauerei. Die Getränkemärkte der Region bekommen momentan rund 20 Prozent weniger vom Hellen, als bestellt - Kunden außerhalb Bayerns trifft es dagegen wirklich hart. 
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Petting - Das Wetter ist seit langem prächtig und der Durst groß - die Vorräte der Brauerei in Schönram gehen zur Neige. Betroffen sind Getränkemärkte und Kunden außerhalb Bayerns.

Die Schönramer Brauerei muss auf die Bremse treten: Die Nachfrage der Getränkemärkte kann momentan nicht mehr abgedeckt werden. "Betroffen ist in erster Linie unsere Hauptsorte, das Schönramer Hell. Aber auch das Weißbier ist nicht mehr zu 100 Prozent lieferbar", so Verkaufsleiter Thomas Ehrmann auf Nachfrage von chiemgau24.de. 

In Bayern wird gekürzt, das Ausland geht quasi leer aus

Gekürzt werde bei ausnahmslos allen Getränkemärkten, um flächendeckend eine "vernünftige Quote" zu erreichen, so Ehrmann. Die Getränkemärkte erhalten momentan etwa 20 Prozent weniger als gewünscht. Noch härter trifft es dagegen die Kunden nördlich des Weißwurst-Äquators und die Schönramer-Partner im Ausland: "Sie bekommen aktuell so gut wie nichts."

Einer der Hauptgründe ist das seit langem stabile Sommerwetter. Schon April und Mai hatten viele warme Tage - die Vorräte, die sich die Brauerei in der weniger intensiven Jahreszeit aufgebaut hat, waren recht schnell wieder weg: "Vom Juni, Juli und auch den ersten Tagen im August ganz zu schweigen", so Verkaufsleiter Ehrmann.

Appell: Bringt die leeren Tragerl zurück

Schönramer-Verkaufsleiter Thomas Ehrmann freut sich im Gegenzug über die Treue der Kunden. 

Spätestens Anfang Juni wurde es dann knapp mit dem Hellen. "Normalerweise wird mit Beginn der Sommerferien in Bayern die Nachfrage geringer, weil viele Kunden im Urlaub sind. Dieses Jahr spürt man davon aber absolut nichts", meint der Verkaufsleiter im Gespräch mit chiemgau24.de. Ein anderer Grund sei natürlich die anhaltend hohe Nachfrage: "Dies freut uns sehr, bringt aber auch einige Probleme mit sich." 

Ein weiteres dieser Probleme: Das Leergut in den Hallen der Brauerei wird ebenso knapp - sowohl Flaschen, als auch Tragerl. Thomas Ehrmann appelliert deshalb an die Kunden, das Leergut möglichst zurückzubringen. "Die zwei Tragerl, die man so im Keller stehen hat, spielen jetzt durchaus eine Rolle. Das summiert sich." Mit dem Leergutproblem haben in diesem heißen Sommer ohnehin viele Brauereien zu kämpfen

Brauerei kann nicht kurzfristig reagieren

Vor allem bei den Lieferengpässen sind den Schönramer Brauern momentan aber die Hände gebunden, denn kurzfristig reagieren kann man einfach nicht. Das Bier hat eine bestimmte Reifezeit: "Das Gärverfahren abzukürzen und somit an der Qualität zu sparen kommt für uns nicht in Frage", so Ehrmann. Ein neuer Gärkeller ist bereits in Planung, wird aber erst zum Jahresende fertig. Eine Gruppe von Kunden ist dagegen auf der sicheren Seite - die Wirte. Sie haben beim Ausschank meist keine Wahl und sind auf ihre Vertragsbrauerei angewiesen.

xe

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