Ganz im neuen Glanz: Pfarrkirche St. Martin

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Noch ist die Kirche eingerüstet.

Saaldorf - Die umfangreichen Restaurierungsarbeiten sind kurz vor dem Abschluss. Im nächsten Jahr steht dann das 100-jährige Kirchenjubiläum an.

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus. Die Saaldorfer Pfarrfamilie und mit ihr die gesamte Bevölkerung darf sich im nächsten Jahr auf gleich zwei wichtige Festtage freuen, nämlich auf das 100-jährige Kirchenjubiläum der Pfarrkirche St. Martin und auf die Primiz von Bernhard Pastötter. Anlass genug, allfällige Restaurierungs- und Reparaturarbeiten durchzuführen, um das Gotteshaus in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Zu einem Gespräch über die kurz vor dem Abschluss stehenden Baumaßnahmen hat sich unser Mitarbeiter Norbert Höhn mit Franz Singhartinger von der Kirchenverwaltung in luftiger Höhe verabredet.

Der strahlende Spätherbsttag verspricht zwar einen wunderbaren Rundblick vom Turm der Saaldorfer Kirche, aber zuvor steht ein schweißtreibender Aufstieg über die nicht endend wollenden Stufen des Baugerüstes. Unterwegs treffen wir Maurer, die gerade dabei sind, den „Spritz“ aufzutragen. „Der alte Putz am Turm hat komplett entfernt werden müssen und wird nach Vorgaben des Denkmalamtes durch einen Rauputz ersetzt“, erklärt Franz Singhartinger.

Blick auf den Friedhof.

Verwundert über die bei der Renovierung Mitte der 70er-Jahre verwendeten Baumaterialien zeigt sich auf Nachfrage auch der leitende Architekt Heinz Fritsche aus Teisendorf: „Ich kann es nicht erklären, warum hier mit einem Kunststoff-Granulat-Putz gearbeitet wurde, denn normalerweise achtet der Denkmalschutz sehr genau darauf, dass natürliche Materialien zum Einsatz kommen.“ Auf der obersten Gerüstetage angekommen, sind alle Mühen schnell vergessen, ob der atemberaubenden Aussicht. Vom Bayerischen Wald über das Salzkammergut bis hin zu den Berchtesgadener und Chiemgauer Bergen öffnet sich ein faszinierendes Panorama. Und auch der Blick hinunter auf die „Miniaturen“ von Saaldorf hat aus fast 30 Metern Höhe seinen eigenen Reiz. Besonders der Friedhof mit seinen geordneten Gräberreihen und den blumengeschmückten Grabmalen sticht ins Auge. Über uns reckt sich die mit Lärchenschindeln gedeckte Zwiebelhaube in den tiefblauen Herbsthimmel.

1697 erhielt der Kirchturm seine heutige barocke Gestalt, erfahren wir aus dem Heimatbuch der Gemeinde. Der Turm blieb auch erhalten, als die alte, aus dem 15. Jahrhundert stammende Kirche 1914 abgerissen und durch einen geräumigeren Neubau ersetzt wurde.

Die Einweihung der neuen Pfarrkirche wurde am 23. Juni 1915 gefeiert und jährt sich damit 2015 zum hundertsten Mal. „Da sowieso Sanierungsbedarf anstand, war dieses Jubiläum ein geeigneter Anlass, die Arbeiten in Angriff zu nehmen“, erläutert Franz Singhartinger. Neben dem kompletten Neuverputz des Turmes wurden auch am Kirchenschiff Ausbesserungsarbeiten durchgeführt. Das gesamte Bauwerk erhält zudem wieder seinen ursprünglichen, ins zarte Rosa gehenden Außenanstrich. Mit der Restaurierung der teilweise beschädigten Kirchenfenster wurde die renommierte Mayer’sche Hofkunstanstalt aus München beauftragt. Im Zuge der Baumaßnahmen wird auch die Heizungsanlage erneuert.

Natürlich kann die Frage nach der Finanzierung des Großprojekts nicht ausbleiben. Franz Singhartinger rechnet vor: „Von den auf 356.000 Euro kalkulierten Gesamtkosten übernimmt das Ordinariat 290.000 Euro, 30.000 Euro hat dankenswerter Weise die Gemeinde Saaldorf-Surheim bereitgestellt und den Rest muss die Kirchenstiftung in Form von Spenden aufbringen.“ Es ist 12 Uhr – und unser Gespräch wird jäh unterbrochen, als im unmittelbar angrenzenden Glockengeschoss das Mittagsgeläut einsetzt. Weit schwingen die großen Glocken aus und tragen ihre Botschaft ins Land hinaus. Zeit auch für uns, wieder hinunter zu steigen. Dort haben sich die Handwerker zur wohlverdienten Mittagspause versammelt. In wenigen Tagen werden sie die letzten Gerüste abbauen. Dann wird die Kirche Sankt Martin in neuem Glanz erstrahlen und bereit sein für die großen Festtage, die im nächsten Jahr ins Haus stehen.

nh

Quelle: BGland24.de

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