Hightech-Wasserversorgung für Piding

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Symbolische Schlüsselübergabe: Pidings Bürgermeister Hannes Holzner (rechts) mit Andreas Baur vom ausführenden Ingenieur-Büro.

Piding - Die Gemeinde kann jetzt auf eine echte Hightech-Wasserversorgung verweisen: Gäste aus Russland, Indien und China kamen bereits, um sich die hochmoderne Anlage anzusehen. *NEUE FOTOS*

Die größte Baumaßnahme des Wasserwerks Piding, die Errichtung von zwei Ultrafiltrationsanlagen und eines weiteren Trinkwasserspeichers, konnte nun abgeschlossen werden. Die Gemeinde Piding investierte von 2009 bis 2011 damit damit rund 2,15 Millionen Euro in die Wasserversorgung, um die Gemeindebürger und Betriebe auch in Zukunft mit einwandfreiem Trinkwasser versorgen zu können.

Fotos von der Einweihung:

Neue Wasserversorgung in Piding

Bürgermeister Hannes Holzner ist stolz auf das neue Bauwerk: "Wasser ist unser Lebensmittel Nummer 1, ohne Wasser ist kein Überleben möglich", so der Gemeindechef, der sich bei der feierlichen Einweihung heute froh und glücklich zeigte, seinen Gemeindebürgerinnen und -bürgern jetzt eine echte Hightech-Versorgung garantieren zu können. Obendrein ist Piding laut Holzner dreifach abgesichert: Zunächst durch das eigene Wasserwerk, dazu durch die Stadtwerke Bad Reichenhall und auch mittels des Zweckverbandes Sur-Gruppe.

Piding musste handeln

Die "Maßnahme Ultrafiltrationsanlage" war nötig geworden, da das heimische Wasser permanent gewisser Oberflächenbeeinflussungen durch das Wetter (Regen) sowie die Schneeschmelze ausgesetzt ist. Eine Verunreinigung durch Krankheitsheime ist nicht ausgeschlossen. Vorbeugend musste Piding handeln, so schrieb es die neue Trinkwasserverordnung von 2001 (2003 in Kraft getreten) vor.

Das Wasserwerk Piding hat im letzten Jahr zwei Ultrafiltrationsanlagen bei der Pumpanlage mit zusätlichem Wasserspeicher (500 Kubikmeter) in der Birkenstraße in Betrieb genommen. Zusammen mit dem Hochbehälter im Schloßwald ergab sich ein Kostenaufwand von rund 2,15 Millionen Euro. Damit nun stündlich bis zu 126 Kubikmeter Trinkwasser schonend gefiltert werden.

Trinkwasser trägt Namen zurecht

Der Jahresnetzverbrauch des Wasserwerkes Piding liegt aktuell bei rund 500.000 Kubikmeter Trinkwasser, einer kostet 1,16 Euro. Umwelttechniker Hans Thaler rechnete gegen: "Das ist im Vergleich zum Wasser aus dem Supermarkt unglaublich günstig". Er forderte die Anwesenden und damit auch die Bürgerinnen und Bürger auf, ihr Trinkwasser auch zu trinken - "daher hat es schließlich seinen Namen". Die Qualität sei jedenfalls einwandfrei, so Thaler.

Die beiden Ultrafiltrationsanlagen in Piding bieten jetzt die Möglichkeit, das Wasser durch Filtermodule mit speziellen Kapillarmembranen zu pumpen. Diese halten Bakterien, Viren und andere Mikroorganismen zuverlässig zurück. Das gefilterte Trinkwasser ist danach ohne jegliche chemische Zusätze absolut keimfrei. Wichtige Inhaltsstoffe wie Mineralien bleiben jedoch erhalten.

Das Pidinger Trinkwasser stammt aus den beiden Quellgebieten Schloßwald und Strailach. Es handelt sich um Hangquellwasser des Hochstaufens und des Fuderheubergs und besitzt eine hervorragende Qualität. Hangquellwasser hat den Vorteil, weniger Umwelteinflüssen ausgesetzt zu sein.

100. Geburtstag

Die Wasserversorgung in Piding feiert in diesem Jahr ihren 100. Geburtstag. Seit 1912 wurde sie kontinuierlich ausgebaut und zwischen 1960 und '70 umfassend saniert. Seit 2000 wird das Leitungsnetz abschnittsweise erneuert. Der Weg zur neuen Anlage war laut Bürgermeister Holzner oft auch steinig und schwer, mitunter nervenaufreibend. Einwände, neue Verordnungen, Wetterunbilden zum Baubeginn - das Projekt zog sich mit den ersten Diskussionen im Gemeinderat von 2004 an bis zum Abschluss am heutigen Tage hin: "Mit einem Ergebnis, dass sich umso mehr sehen lassen kann", strahlte das Gemeindeoberhaupt mit der Herbstsonne um die Wette.

Zahlreiche Gäste kamen zur Einweihung in die Birkenstraße: Pfarrer Josef Koller weihte die neue Anlage. Dr. Wolfgang Krämer vertrat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, Dr. Fritz Gruber und Alexandra Adler das Landratsamt Berchtesgadener Land, Johann Aicher und Jörg Schmitt die Stadtwerke Bad Reichenhall, Franz Hasholzner, Alfons Kern und Johann Kamml den Zweckverband Surgruppe. Die ausführenden Firmen entstandten ihre Verantwortlichen.

Bürgermeister Hannes Holzner dankte zum Abschluss der Feierstunde auch den Gemeinde-Mitarbeitern Leonhard Schaller (Leiter Wasserwerk), Christian Brüderl (1. Wasserwart) und Georg Oberhofer (2. Wasserwart) für ihren "unermüdlichen und außergewöhnlichen Einsatz".

bit

Quelle: BGland24.de

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