Paukenschlag!

Zweiter Bürgermeister Pfannerstill legt Amt nieder

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Piding - Am 28.04.2015 informierte Walter Pfannerstill den Bürgermeister und die Verwaltung der Gemeinde Piding über seinen Rücktrittswunsch und bat um Entlassung aus dem Amt des 2. Bürgermeisters.

In der Pressemitteilung der FWG Piding begründet Walter Pfannerstill selbst seinen Rücktritt wie folgt:

Als 2. Bürgermeister sehe ich mich als Teil der Verwaltung und demnach zur Loyalität gegenüber dem 1. Bürgermeister verpflichtet. Daher habe ich kritische Punkte bisher nicht öffentlich gemacht, sondern intern mit Bürgermeister und Gemeinderat besprochen. Allerdings sehe ich mich zusehends der Kritik der Bürger ausgesetzt, für Vorgänge, die ich selbst nicht beeinflussen kann.

In der bisherigen Amtsführung von Bürgermeister Holzner sehe ich eine Gefahr für die Zukunft Pidings. Zu viele Dinge bleiben unbearbeitet. Die Unzufriedenheit der Bürger, die auf Lösungen und Antworten für ihre Probleme warten, nimmt zu. Daher sehe ich mich nicht mehr in der Lage die Amtsführung des Bürgermeisters Holzner weiterhin nach außen zu vertreten.

Ein Paradebeispiel ist das dringend benötigte neue Feuerwehrhaus. Auf Antrag der FWG 2012 als Thema in den Gemeinderat eingebracht, wurde es umgehend an den Bauausschuss verwiesen. Im Gemeinderat war es seither nicht mehr auf der Tagesordnung. In den Jahresversammlungen der Feuerwehr am 06.01.2013 und 06.01.2014 informierte Holzner seine Feuerwehrkameraden: „Die Entscheidung steht kurz bevor“. In Wahrheit hatten wir dieses Thema zum letzten Mal am 21.11.2012 auf der Tagesordnung im Bauausschuss. Die Mitglieder der Feuerwehr Piding fragen zu Recht, wann ihr Anliegen endlich bearbeitet wird.

Der Trachtenverein stellte 2011 eine Anfrage bezüglich der Renovierung des Vereinshauses aufgrund von Feuchtigkeit im Keller. Auf meine Nachfrage hin wurde das Thema erstmals am 11.07.2012 im Gemeinderat besprochen. In der Frühjahrsversammlung am 11.04.2014 wurde dem Verein ebenfalls eine Verbesserung zugesagt. Bis heute ist nichts geschehen, Auch hier wurde ich von den Trachtlern mehrfach angesprochen, warum nichts passiert.

Die Verwaltung führt - auf FWG-Antrag - einen Sachstandsbericht. Darin sind inzwischen eine Vielzahl an Beschlüssen und Anträgen gesammelt, die zum Teil seit mehr als 5 Jahren offen sind.

Auch die mangelhafte Vertretung der Pidinger Interessen muss an dieser Stelle erwähnt werden. „Insbesondere gegenüber Behörden ist diese nicht zufriedenstellend. Dazu vier Beispiele:

1) Beim Raumordnungsverfahren zum Dolomitabbau am Poschberg war Bürgermeister Holzner noch 3 Tage vor Abgabetermin der Meinung, Piding sei nicht betroffen.

2) Erst aufgrund meines Schreibens an die Oberste Baubehörde kam ein Gespräch mit dem Straßenbauamt zu den Planungen an der gefahrenträchtigen Kreuzung B 20 / St 2103 zustande.

3) Laut vorliegendem Mail vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein wurde das Hochwasserschutzkonzept Urwies nach Bürgermeister Valentin Reichenberger nicht weiter verfolgt. Das Amt stünde der Gemeinde bei einer entsprechenden Anfrage gerne beratend zur Seite. 

4) Nach Abschluss des Planungsdialoges zum Autobahnausbau hat es Bürgermeister Holzner trotz mehrerer fraktionsübergreifender Anfragen im Gemeinderat versäumt unsere Forderungen gegenüber der Autobahndirektion Südbayern in die Planungen einzubringen.

Die verzögerte Bearbeitung begründet BGM Holzner stets mit der „vielen Arbeit“. Dazu muss man wissen, dass die Verwaltung in seiner bisherigen Amtszeit um 2 Vollzeitstellen aufgestockt wurde. Für tägliche Baustellenbesichtigungen und Baubesprechungen ist hingegen immer Zeit. Dafür hätten wir jedoch ausgezeichnete und hochqualifizierte Mitarbeiter.

Unabhängig von den noch offenen Themen gibt es in Piding keinerlei vorausschauende Planung. Es wird nicht agiert, sondern nur reagiert. Die Gewerbeentwicklung müsste aktiv angepackt werden. Jedoch werden wir nur auf Anfragen von Unternehmen hin tätig. Straßen, Wasserleitungen und Kanal zu unterhalten und zu sanieren sind keine außergewöhnlichen Leistungen. Diese Aufgaben gehören zum normalen Tagesgeschäft. Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich unter diesen Umständen nach nun 7 Jahren als 2. Bürgermeister dieses Amt niederlege. Mein Mandat als Gemeinderat werde ich selbstverständlich zum Wohle unserer schönen Gemeinde weiterhin ausüben. Ich möchte diese Zeilen ausdrücklich nicht als Kritik an der Gemeindeverwaltung verstanden wissen. Ganz im Gegenteil bedanke ich mich bei Geschäftsleiterin Hirsch und ihrem Team für die Bemühungen in diesem schwierigen Umfeld und hoffe weiterhin auf gute Zusammenarbeit.

Pressemitteilung der FWG Piding

Quelle: BGland24.de

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