Sanierung des Kneippbeckens erhitzt Gemüter

Verdacht der Lüge sorgt für hitzige Diskussion im Pidinger Gemeinderat

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Bürgermeister Hannes Holzner: "Ich habe den schwerwiegenden Vorwurf der Lüge in der Gemeinderatssitzung vehement zurückgewiesen!"
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Piding - Die Sanierung des Kneippbeckens hat am Ende der jüngsten Gemeinderatssitzung (8. Juli) in Piding zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen mehreren Gemeinderäten und Bürgermeister Hannes Holzner geführt. Was war passiert?

"In der letzten Gemeinderatssitzung mussten wir Grüne in Piding den Ersten Bürgermeister Holzner leider fragen, warum er den Gemeinderat in öffentlicher Sitzung am 6. Mai 2019 angelogen hat, als er auf Nachfrage der Gemeinderätin Christine Brüderl mit Vehemenz erklärte, dass die Sanierung der Kneippanlage am Schloss Staufeneck pünktlich zum 1.07.2019 fertiggestellt sei", erklärte der 3. Bürgermeister Bernhard Zimmer in einer Presseaussendung. Der Vorwurf der Lüge hat Hannes Holzner sehr getroffen, "deshalb habe ich diesen vehement und in scharfer Form zurückgewiesen", erklärte er auf Nachfrage von BGLand24.

Ausgangslage war der Beschluss des Bauausschusses im Oktober 2018, das Kneippbecken naturnah zu sanieren. Eine Auskleidung mit Edelstahl wurde damals ausgeschlossen. Auf Nachfrage von Christine Brüderl bekräftigte Hannes Holzner in der Gemeinderatssitzung am 6. Mai 2019, dass die Kneippanlage bis 1. Juli saniert sei. "Wer heute die Kneippanlage besucht wird feststellen müssen, dass die Arbeiten noch nicht einmal begonnen haben und noch schlimmer: bis heute konnten die Arbeiten gar nicht vergeben oder ausgeschrieben werden, weil dem Gemeinderat bis heute weder ein Plan vorgelegt wurde, wie die Anlage saniert werden soll, noch ein Beschluss darüber gefasst werden konnte", so die Kritik der Grünen.

"Gute konjunkturelle Lage und komplexen Themenbereich unterschätzt"

"Die Sanierung der Kneippanlage ist ein wichtiger Punkt", gibt Holzner zu. "Aber es hat in der Zwischenzeit noch wichtigere Themen gegeben, die vorgezogen werden mussten (z. B. Fertigstellung B-Plan für FFW-Haus, Sanierung und Erweiterung Kläranlage, Errichtung Steischlagschutzzaun am Fuderheuberg usw.). Da die Möglichkeit der Edelstahlauskleidung beim vor Ort Termin des Bauschusses am 15.10.18 abgelehnt und sich für eine naturnahe Sanierung ausgesprochen wurde, habe ich im weiteren Verlauf nach Möglichkeiten von preisgünstigen Alternativen zur Edelstahlauskleidung gesucht. Gleichzeitig wurde an den weiteren Anregungen dieses Termins weitergearbeitet und auch umgesetzt.

Für Bernhard Zimmer wurden grundsätzliche Regeln der Kommunalpolitik gebrochen.

Um keine zusätzlichen Kosten durch Planer zu produzieren habe ich die weitere Bearbeitung selber in die Hand genommen. Dabei habe ich die sehr gute konjunkturelle Lage und die komplexen Themenbereich die ich oben aufgeführt habe unterschätzt, was zur zeitlichen Verzögerungen geführt hat." Der Bürgermeister gibt zu: "Mein Versäumnis war, dass ich seit meiner Aussage am 06.05.19 nicht über diese zeitliche Verschiebung der Maßnahme aktiv über diesen Sachverhalt dem Gemeinderat berichtet habe."

Diese Einschätzung reicht für Bernhard Zimmer nicht aus: "Der Fall zeigt, dass grundsätzliche Regeln der Kommunalpolitik gebrochen wurden. Wir Grüne werden diesen Fall der Rechtsaufsicht im Landkreis zur Prüfung übergeben."

cz

Quelle: BGland24.de

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