Flatscher: "Hunderte Engel waren im Einsatz"

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Freilassang - Fünf Tage nach der Hochwasser-Katastrophe scheint sich die Lage in Freilassing langsam wieder zu beruhigen. Alle Infos zur Situation in Freilassing gibts in unserem Video: ++B20 gesperrt++

UPDATE: B20 bei Freilassing komplett gesperrt

Zu einer Totalsperre zwischen Freilassing Mitte und Nord ist es heute Nachmittag auf der B20 gekommen. Bei einer Brücke ist die Fahrbahn eingebrochen. Die Brücke wurde vermutlich bei dem Hochwasser so stark unterspült, dass jetzt die Fahrbahn nachgegeben hat. Wo die Straße war, klafft jetzt ein bis zu vier Meter tiefes Loch. Zum Glück wurde der Schaden rechtzeitig erkannt und die Straße sofort für den gesamten Verkehr gesperrt.

Service:

Die Sperre dauert bis mindestens Mittwoch, 11. Juni. Ortskundigen Autofahren wird empfohlen, möglichst weiträumig auszuweichen. Eine örtliche Umleitung ist aber eingerichtet.

Pressekonferenz zur Hochwasserlage in Freilassing

Bei der Pressekonferenz zur Hochwasserlage in Freilassing dankte Bürgermeister Josef Flatscher zuerst allen Helfern, die in den letzten Tagen unermüdlich im Einsatz gewesen sind: "Hunderte von Engeln waren in Freilassing unterwegs." Sein besonderer Dank ging an die Hilforganisationen, mit allen ihren Mitgliedern. Rund 170 Personen mussten die Einsatzkräfte während den vergangenen Tagen aus zirka 100 Häusern evakuieren.

Alles zur Hochwasserlage in unserem Brennpunkt

Zu den entstandenen Kosten wollte der Bürgermeister an diesem Freitag noch keine Schätzung abgeben.Besonders am Erholungspark "Badylon" sei aber ein massiver Schaden entstanden, weshalb das Hallenbad und die Sportanlagen bis auf weiteres noch geschlossen bleiben müssen. Doch einige gute Nachrichten hatte Flatscher auch zu verkünden: "Das Trinkwasser ist nicht verunreinigt und die Versorung ist somit gesichert." Darüber hinaus konnte die Technikzentrale der Kläranlage vor einem größeren Schaden bewahrt werden. Auch das städtische Freibad ist mittlerweile wieder geöffnet. Flatscher: "Dort können die Betroffenen und die Helfer kostenlos duschen und baden."

Bilder vom Hochwasser in Freilassing

Überflutungen in Freilassing

Aktuelle Bilder vom Saalach-Damm in Freilassing

Aufräumarbeiten nach Hochwasser in Freilassing

Pressemitteilung der Stadt Freilassing:

Hochwasserkatastrophe in Freilassing

Vor 5 Tagen, am Sonntag, erlebte Freilassing eine noch nie dagewesene Überschwemmung. Bürgerinnen und Bürger mussten aus ihren Häusern oder Wohnungen evakuiert werden.

Bürgermeister Josef Flatscher, der sich täglich mehrmals ein Bild vor Ort machte: „Unser Mitgefühl gilt allen Betroffenen, die sehr viel wenn nicht alles verloren haben.“

„Ganz großartig, und darauf dürfen wir stolz sein, ist die Hilfsbereitschaft der Menschen in und um Freilassing,“ so der Bürgermeister. „Alle Freilassinger, die aus ihren Wohnungen oder Häuser evakuiert wurden, sind bei Verwandten, Freunden oder hilfsbereiten Bürgerinnen und Bürgern untergekommen!“ Organisiert wurde dies von den Bereitschaften des Bayerischen Roten Kreuzes. Inzwischen hat die Stadt die Wohnungsvermittlung übernommen, um für die Betroffenen gegebenenfalls eine längerfristige Unterkunft zu finden. Die meisten der Suchenden konnten schon vermittelt werden, es kommen aber immer noch Anfragen dazu. Es können auch noch weitere Wohnungsangebote bei der Stadt gemeldet werden.

Fragen nach den Ursachen

Hierzu stellt Bürgermeister Flatscher fest: „Das Wichtigste war als erstes, Menschen zu evakuieren und zu versorgen. Dann waren die Einsatzkräfte zu organisieren und zu koordinieren, um noch größere Schäden zu vermeiden bzw. um die Schäden zu bekämpfen. Die Ursachenforschung ist auch schon angelaufen und wird sicherlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Wir hoffen, dass wir schon bald weitergehende Information von den zuständigen Stellen erhalten.“

Einsatzkräfte leisteten Hervorragendes

Die Freilassinger Feuerwehr zum Beispiel, die hier stellvertretend für alle Einsatzkräfte zu nennen sei, war bereits seit Samstagnacht 22.00 Uhr im südlichen Landkreis im Einsatz und der ging direkt über in den Einsatz in Freilassing am Sonntagmorgen.

Aus 70 Häusern mussten etwa 170 Personen evakuiert werden, rund 100 Häuser waren insgesamt von Überschwemmungen betroffen.

Die Einsatzkräfte am Tag der Katastrophe:

  • Freiwillige Feuerwehr: 250
  • BRK, Wasserwacht, Bergwacht: 100
  • THW: 55
  • Polizei: 15
  • Stadt (einschl. Bauhof): 25

Versorgt wurden die Evakuierten im Rathaus Freilassing von verschiedensten BRK Bereitschaften, einem Ärzteteam, dem Kriseninterventionsteam BGL, Mitarbeitern der Stadt und ehrenamtlichen Helfern, die spontan ins Rathaus kamen. Es wurden auch Fahrgäste der Bahn im Rathaus versorgt, die mit dem Zug nicht mehr weiterkamen.

Die Hilfsorganisationen leisten zurzeit wirklich Unglaubliches. Dass sind die freiwilligen Feuerwehren, das Technische Hilfswerk, die Organisationen des Bayerischen Roten Kreuzes, Wasserwacht, Bergwacht, DLRG, der Malteser Hilfsdienst, die örtlichen Polizei, die Bundespolizei und die Bundeswehr. Die Einsatzkräfte und auch die freiwilligen Helfer sind bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gegangen.

Nachdem das Hochwasser von Sonntag auf Montag deutlich zurück ging, konnten am Montag die Menschen in den betroffenen Gebieten ihre Wohnungen wieder aufsuchen und mit den Aufräumarbeiten beginnen.

Alle Keller mit vom Öl und Wasser gefülltem Keller wurden inzwischen ausgepumpt. Problematisch ist jedoch der hohe Grundwasserspiegel, der vereinzelt immer wieder in die Keller hineindrückt.

Die Bundeswehr war mit teilweise bis zu 140 Frau und Mann im Einsatz und half, die vom Wasser betroffenen Keller und Wohnungen auszuräumen und den Sperrmüll abzutransportieren. Kosten fallen für die Geschädigten nicht an. Bürgermeister Flatscher: „Ich mich möchte bei unserem Patenbataillon, dem Gebirgsfernmeldebataillon 210, und auch dem Gebirgsjägerbataillon 231 sehr herzlich für ihre geleistete Arbeit bedanken“.

Den Hochwassergeschädigten wurde und wird von Verwandten, Freunden, Nachbarn oder einfach engagierten Bürgerinnen und Bürgern geholfen. Auch Schulklassen der verschiedensten Schulen in und um Freilassing waren Aufräumarbeiten zu sehen.

Zur aktuellen Lage:

  • Die Trinkwasserversorgung ist gesichert; das Trinkwasser ist nicht verunreinigt! 

  • Bei der Stadt Freilassing ist unter der Nummer 08654/6309-123 ein Bürgertelefon für dringende Fragen eingerichtet. Dieses Telefon wie auch Rathaus Freilassing ist Samstag und Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet und mit einem Ansprechpartner besetzt.

  • Die Bundeswehr beendet mit dem heutigen Tage (Freitag) ihre Sperrmülltransporte.

  • Die Hochwassergeschädigten können heute bis 19 Uhr, am Samstag, Montag und Dienstag von 10 bis 18 Uhr ihren Sperrmüll selbst an der beaufsichtigten Sammelstelle am Lokwelt-Parkplatz anliefern. Der Abtransport des Sperrmülls, der sich inzwischen auf eine Menge von etwa 4.000 m³ beläuft, von der Sammelstelle zur endgültigen Entsorgung hat bereits begonnen.

  • Die Stadt Freilassing ist in Kontakt mit dem Freistaat Bayern bezüglich eines Hilfsprogramms für Betroffene des Hochwassers.

  • 1.500 € Soforthilfe für Hochwasseropfer!

  • Betroffene des Hochwassers können ab sofort auf der Homepage des Landratsamtes ein Formular runterladen, um eine Soforthilfe in Höhe von 1.500 Euro pro Haushalt zu beantragen. Genauere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Landratsamtes (www.lra-bgl.de). Die Formulare können auch im Rathaus erhältlich!

  • Vom Hochwasser betroffene städtische Gebäude waren das Badylon, das Klärwerk und im geringen Maße die Lokwelt. Durch unermüdlichen Einsatz der Helfer konnte die Technikzentrale der Kläranlage vor größeren Schäden verschont werden. Bei der Lokwelt ist der Schaden zum Glück überschaubar geblieben, hierbei handelt es sich um einen Wasserschaden im Keller. 

  • Am Erholungspark Badylon gibt es massive Schäden durch das Hochwasser. Das Hallenbad und die Sportanlagen bleiben bis auf weiteres geschlossen.

  • Das städtische Freibad in Brodhausen ist  seit Donnerstag, 6. Juni wieder geöffnet. Die Hochwassergeschädigten und auch deren Helfer können dort kostenlos duschen und baden.

  • Die abgeschleppten Fahrzeuge aus dem Stadtgebiet stehen aktuell auf dem Parkplatz des Freibads.

  • Bekleidung für Babys, Kinder und Erwachsene, Babynahrung, Hygiene-Artikel, Schuhe wurden bis heute im Rathaus von der BRK-Bereitschaft ausgegeben. Die Nachfrage hat inzwischen nachgelassen. Diese Artikel stehen aber immer noch im „Werk 71“ in der Reichenhaller Straße 71 bei Bedarf bereit.

  • Essensversorgung: Die BRK Bereitschaft hat seit Sonntag die Hochwassergeschädigten im Rathaus und auch vor Ort mit Essen versorgt. Insgesamt wurden rund 4.000 Essen bereitgestellt, die von den Hochwasseropfern und deren Helfern gerne angenommen wurden.

  • Stromversorgung: Immer mehr Häuser können wieder an die Stromversorgung angeschlossen werden. Im gesamten Gebiet sind Baustromkästen aufgestellt, die von den Hochwassergeschädigten genutzt werden können.

Wie Bürgermeister Josef Flatscher, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Freilassing, Rochus Häuslmann, und Erster Polizeihauptkommissar Gerhard Meier auf der Pressekonferenz am heutigen Tag im Rathaus feststellten, war die Koordination und die Zusammenarbeit der verschiedensten Einsatzkräfte hervorragend: „Allen Einsatzkräften gebührt ein ganz dickes Lob und ein herzlicher Dank für ihre Arbeit.“

Pressemitteilung der Stadt Freilassing

Quelle: BGland24.de

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