105 Millionen für Abschnitt Mühldorf - Tüßling

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Eine Unterschrift, die gelten soll: Verkehrsminister Ramsauer signiert eine Bautafel, beobachtet von Bahnchef Grube (links) und Bayerns Wirtschaftsminister Zeil.

Mühldorf - Eine mehr als gute Nachricht: Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer sagte 105 Millionen Euro für den zweigleisigen Ausbau des Abschnitts Mühldorf - Tüßling zu.

Lesen Sie hier den Bericht aus dem Mühldorfer Anzeiger:

Ramsauer sagt 105 Millionen zu

Ein Bekenntnis zum weiteren zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke zwischen München und Freilassing gaben Verkehrsminister Dr. Peter Ramsauer und Bahnchef Dr. Rüdiger Grube beim gestrigen Baubeginn an der Ehringer Brücke ab. Ramsauer sagte die Finanzierung des Ausbaus bis Tüßling zu.

Mühldorf - Vor zahlreichen Gästen begann gestern der Bau der Ehringer Brücke. Zu dem war neben Ramsauer und Grube auch Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil gekommen. Dabei sprachen sich Ramsauer und Grube klar für den weiteren Ausbau der heimischen Bahnstrecke sowohl aus europäischer als auch aus regionaler Sicht aus. "Wenn Baurecht für den gesamten zweigleisigen Ausbau für den Abschnitt Mühldorf - Tüßing vorliegt, wird der Bund seinen erforderlichen Anteil von 105 Millionen Euro im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel finanzieren", versprach Ramsauer.

Er bekannte sich bei der "Bahnkonferenz" vor dem Baubeginn auch zur Anbindung der Region an den Flughafen über die Walpertskirchner Spange und des Gebiets östlich des Flughafens über die Neufahrner Gegenkurve: "Wir brauchen beide Anbindungen, der Flughafen braucht beide Anbindungen", sagte Ramsauer. Zugleich betonte er, dass der Ausbau der Bahnstrecke vorangehe und kritisierte diejenigen, die aus "parteipolitischen Gründen am Ausbau herummäkeln". Einen Schub habe das Vorhaben durch das Konjunkturpaket der Bundesregierung erhalten. "Daraus finanzieren wir den Löwenanteil von zwölf Millionen Euro der Innbrücke."

Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Bahn AG, nannte den Ausbau "ein ganz vorrangiges Ziel", seines Unternehmens. Es diene der "nachhaltigen Standortsicherung". Er nannte als Baubeginn für den Ausbau des zweiten von vier vorgesehenen Begegnungsabschnitten das Jahr 2013. "Dann ist der Baubeginn für Mühldorf- Tüßling möglich, wenn die Finanzierung steht." CSU-Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer, der zur Bahnkonferenz vor dem Spatenstich eingeladen hatte, sprach von "prägnanten Bekenntnissen" für den Bahnausbau, räumte aber ein: "Es gibt zurecht Unmut und Unzufriedenheit über dem Fortgang des Ausbaus." Er sprach ein Thema an, das viele Redner bei der anschließenden Diskussion bewegte: "Es ist ein Unding, dass die Planungssicherheit für den zweigleisigen Ausbau noch nicht gesichert ist."

Der Vorstandsvorsitzende der Wacker-Chemie, Dr. Rudolf Staudigl, machte deutlich, dass es mit dem symbolischen Spatenstich nicht getan ist. "Wir erleiden einen Glaubwürdigkeitsverlust, wenn jetzt nicht konkrete Schritte folgen." Er forderte: "Es muss ein konkreter Zeitplan für die Vorplanungen und Finanzierungen folgen." Nähere Angaben zu Zeitplänen wollte Bahnvorstand Grube aber nicht machen. "Es gibt viele Spieler und viele Abläufe. Nähere Zeitpläne zu nennen wäre unprofessionell." Mühldorfs Bürgermeister Günther Knoblauch und SPD-Bundestagsabgeordneter Ewald Schurer (SPD) regten an, die etwa 100 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm, die die Bahn wegen fehlender Planung nicht ausgeben kann, zur weiteren Planung für die Strecke im Haushalt festzuschreiben.Auf die Notwendigkeit des Baus der Walpertskirchner Spange im Rahmen des Ausbaus des Knotenpunkts Münchens und des Flughafens wies Staatssekretär Dr. Marcel Huber hin. Die Staatsregierung habe klargemacht, dass der Bau nicht vom fertigen Ausbau und der Elektrifizierung der heimischen Strecke abhängig gemacht werden dürfe. "Sie muss gleichzeitig gebaut werden", die Staatsregierung habe einen "Prüfauftrag an das Ministerium" gestellt. Pendler Michael Wengler berichtete von Hybridlokomotiven, die in Frankreich eingesetzt würden und Diesel- und Elektroantrieb kombinieren würden. Bahnchef Grube erklärte, die Bahn würde mit der Genehmigungsbehörde Eisenbahnbundesamt über die Prüfung zur Zulassung von Hybridlokomotiven sprechen.

Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil verwies darauf, dass auf der Strecke ein Prozent des deutschen Güterverkehraufkommens transportiert werde. Er geht davon aus, dass sich die derzeit täglich 38 Güterzüge bis zum Jahr 2015 verdoppeln werden. "Diese Entwicklung zeigt, dass die Chemieindustrie mit 25 000 Beschäftigten und 50 000 weiteren Arbeitnehmern bei Zulieferern ein wirtschaftlich starker Motor für Bayern ist. Das Güteraufkommen kann nicht ohne zweites Gleis bewältigt werden." Er erinnerte auch an täglich rund 15 000 Pendler. Siehe auch den Kommentar: "Begrenzte Dankbarkeit".

hon/sb/Mühldorfer Anzeiger

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