Rettung aus 1150 Meter Tiefe

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Aus über 1000 Meter Tiefe wurde eine verletzte Wanderin geborgen.

Freilassing/Kaprun - Die Chiemgauer Höhlenrettungsgruppe der Bergwacht Freilassing hat an einer Großübung der Höhlenrettung Salzburg am Kitzsteinhorn in Kaprun teilgenommen.

Dort wurde die Rettung einer Verletzten und die Zusammenarbeit mit dem österreichischen Bergrettungsdienst geübt. Ort der Einsatzübung war die Feichtner Schachthöhle am Kitzsteinhorn bei Kaprun.

Mit knapp 1150 Metern Tiefe zählt die Feichtner Schachthöhle zu den tiefsten Höhlen in Österreich. Die fünf Freilassinger Höhlenretter wurden in den Rettungsablauf intensiv mit eingebunden und konnten einen nachhaltigen Eindruck gewinnen, welch enormer Aufwand in personeller und materieller Hinsicht notwendig ist, um einen verunfallten Höhlenforscher aus großer Tiefe zu retten.

Der Eingang zur Höhle befindet sich unweit der Mittelstation der Kitzsteinhorn-Bahn in rund 2450 Metern Höhe. Übungsziel war die Rettung einer verletzten Wanderin, die nach einem Absturz in knapp 50 Metern Tiefe auf der zweiten Schachtstufe schwer verletzt liegengeblieben war. Die Verletzte wurde nach gründlicher Erstversorgung durch ein Pinzgauer Ärzteteam zum liegenden Transport in einer Spezial-Rettungstrage vorbereitet. Zwischenzeitlich bauten die verschiedenen Einsatztrupps entlang des Höhlenausstiegs Seilbahnen und Flaschenzüge für den schonenden Transport der Trage auf.

Höhlenrettung am Kitzsteinhorn

Über die untere Schachtstufe wurde die Patientin mit der so genannten Gegenzugmethode an einer steilen Seilbahn nach oben gehievt. „Bei dieser Methode werden Trage und Tragenbegleiter von mehreren Rettern als Gegengewicht im mühsamen Mannschaftszug nach oben gezogen“, erklärt der Leiter der Freilassinger Höhlenretter, Peter Hogger.

Über die obere Schachtstufe wurde die Trage mit einer Statikseilwinde zum noch rund 15 Meter entfernten Höhlenausgang aufgeseilt. „Die oft sperrige Trage bei eingeschränkter Sicht, Kälte, Nässe und Dreck durch alle Engstellen hindurch zu bugsieren, das ist schon ein Erlebnis für sich - und hat allen eingesetzten Rettern das Letzte abgefordert“, erzählt Hogger. Dennoch ging der Einsatz rasch und bei bester Stimmung vonstatten. Nach rund sieben Stunden konnten die Höhlenretter die Patientin an die wartende Einsatzmannschaft der Kapruner Bergrettung übergeben.

Insgesamt waren 28 Höhlenretter im Einsatz, die zudem von zahlreichen Männern der Bergrettung Kaprun als Außentruppe tatkräftig unterstützt wurden. Die Ergebnisse der Übung werden in die eigenen Planungen und Überlegungen einfließen und sollen zum sinnvollen Aufbau der Chiemgauer Höhlenrettungsgruppe der Bergwacht Freilassing beitragen.

Quelle: BGland24.de

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