140 Jahre Freiwillige Feuerwehr Saaldorf:

Ein Festsonntag wie aus dem Bilderbuch

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Saaldorf-Surheim - Höhepunkt des 140-jährigen Gründungsjubiläums der Freiwilligen Feuerwehr Saaldorf war der Festsonntag am vergangenen Wochenende. Das Fest begann bereits um 5 Uhr morgens.

Bereits um fünf Uhr morgens machte sich die Musikkapelle Steinbrünning mit einem Traktorgespann auf den Weg durch die Gemeinde zum musikalischen Weckruf. Erstes Ziel war der Hof des Schirmherrn von Altbürgermeister Ludwig Nutz in Muckham. Der Musikkapelle folgt mit seiner Kanone auf dem Unimog, Kanonier Josef Czech, der es vor dem Haus von Ludwig Nutz kräftig krachen ließ. Der Schirmherr stärkte die Musikanten mit einem guten Stamperl, gleichzeitig dankte er der Kapelle mit einer Spende. Auf dem Weg durch die Gemeinde erweckten die Musikanten auch Bürgermeister Bernhard Kern, Feuerwehrvorstand Christian Wimmer, Festleiter Anton Auer und Kommandant Matthias Nutz.

Ab 8 Uhr empfing der Jubelverein und die Musikkapelle Steinbrünning die nach und nach ankommenden Vereine, die von den Musikkapellen Lamprechtshausen und Surheim „hereingespielt“ wurden. Der Patenverein, die Lamprechtshausener Wehr war mit einer starken Abordnung und der Patenbraut vertreten. Manche Wehren waren auch mit ihren historischen alten Feuerwehrfahrzeugen vertreten, so unter anderem der Löschzug aus Rossdorf. Nach und nach trafen die Feuerwehren und die Ortsvereine ein und bald bevölkerten über 40 Vereine die Mehrzweckhalle, um sich bei einem schmackhaften Frühstück mit Weißwürsten und Wiener Würsteln sowie frischem Bier vom Fass und alkoholfreien Getränken für den Festzug zu stärken. Die Stimmung war bestens und vor der Halle an der Weißbierbar spielten einige Lamprechtshausener Musikanten im Stile ein „Tanzlmusi“ schwungvoll auf.

Gegen 9.30 Uhr erfolgte auf dem Sportplatz vor der Mehrzweckhalle die Aufstellung der Vereine zum Kirchenzug. Den ersten Zug mit dem Jubelverein und der Patenwehr Lamprechtshausen an der Spitze führte die Musikkapelle Steinbrünning unter der Stabführung von Markus Mitterhuber an. An der Spitze des zweiten Zuges stand die Musikkapelle Lamprechtshausen und der dritte Zug wurde durch die Musikkapelle Surheim Richtung Ortsmitte geführt. Den vierten Zug führte die Musikkapelle Tengling an, die dankenswerter Weise für die Musikkapelle Ringham-Petting eingesprungen war, da gleichzeitig in Petting das Jubiläum des Sportvereines stattfand. Über die Stalberstraße und die Schwellstraße bewegte sich der lange Zug zur „Bäckbauernwiese“, auf der ein wundervoller Feldaltar aufgebaut war. Voller Stolz trugen die vielen „Taferlbuam“ ihre Tafeln den Vereinen voran.

Auf dem Platz vor dem Feldaltar nahmen die Fahnenabordnungen links und rechts der Wiese Aufstellung und auch das neue Saaldorfer Feuerwehrfahrzeug war herrlich mit Blumenschmuck versehen schon bereitgestellt, welches den kirchlichen Segen erhalten sollte. Festleiter Anton Auer begrüßte die vielen Vereine und Gäste zum Festgottesdienst. Sein Gruß galt auch dem Saaldorf-Surheimer Ortspfarrer Roman Majchar, der den Festgottesdienst zelebrierte, assistiert vom ehemaligen Saaldorfer Pfarrer Hubert Hinxlage und Diakon Peter Waler und vielen Ministranten. Die Musikkapelle Steinbrünning mit Kapellmeister Michael Spitzauer eröffnete die heilige Messe in würdiger Weise mit der Festmusik von Richard Wagner. Pfarrer Roman Majchar begrüßte die Festgäste mit den Worten, dass die Feuerwehren immer da sind für die Menschen in Not und sie mit Gottes Segen und Beistand wertvolle Hilfe leisten. Die Florianijünger stehen unter dem Schutz und der Hilfe des heiligen Florian, so Roman Majchar. Diakon Peter Walter trug das Matthäus-Evangelium vor, wo es um den größten Schatz des Lebens geht, der da Gottvertrauen heißt. Wer Jesus gefunden hat, hat den höchsten Schatz gefunden. In seiner Predigt schilderte Pfarrer Roman Majchar die Situation eines Verkehrsunfalles, zum dem er vom Saaldorfer Feuerwehrkommandanten gerufen wurde. Dem Sterbenden spendete er die Sakramente, so dass dieser versöhnt mit Gott in die Ewigkeit gegangen ist. Als er dies den Eltern mitteilte, waren sie erleichtert und ihre Tränen waren nicht umsonst, sagte Pfarrer Majchar. Er bewundert die Pietät und das Feingefühl der Feuerwehrmänner in solchen Situationen, davon könnten die Politiker noch lernen. Der Umgang mit den Toten ist ihnen oft gleichgültig, siehe die Vorkommnisse bei den Kriegen in der Ukraine, im heiligen Land im Irak und Syrien, aber wenn es um Macht und Materielles geht, dann sind sie da, so Pfarrer Roman Majchar.

Schirmherr Ludwig Nutz dankte in seinen Grußworten dem lieben Gott, der zum Fest ein schönes Wetter beschert hatte. Er lobte die hervorragende Organisation beim Fest, dankte den Aktiven, Vorständen und auch dem Festleiter für ihr Engagement. Besonders dankte der Schirmherr der Freiwilligen Feuerwehr Lamprechtshausen, der Musikkapelle Lamprechtshausen und Vizebürgermeister Gottfried Schlager für die jahrelange Kameradschaft und gegenseitige Hilfsbereitschaft. Es ist ehrenwert und wichtig, dass sich Menschen Tag und Nacht das ganze Jahr über für den Nächsten einsetzen und dabei die eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Dies ist keine Selbstverständlichkeit, denn ein solch ehrenamtlicher Einsatz kann nicht verordnet werden, er entsteht aus persönlicher Motivation und der Bereitschaft den Mitmenschen in Not zu helfen. Dafür gebührt euch unser Respekt und unsere Anerkennung, sagte Schirmherr Ludwig Nutz zu den vielen Feuerwehrleuten. Die Fürbitten sprachen dann Sebastian Hafner und Martin Huber von der Freiwilligen Feuerwehr Saaldorf. Pfarrer Majchar segnete dann die Erinnerungsbänder, die von den Festdamen an die Fahnen der Freiwilligen Feuerwehr Saaldorf und der Feuerwehr Lamprechtshausen geheftet wurden. Nach dem Wettersegen begab sich der Herr Pfarrer zum neuen Feuerwehrauto, segnete es und besprühte es rundum mit Weihwasser. Dieses schöne neue Fahrzeug soll der Saaldorfer Wehr nun eine große Hilfe bei all ihren Einsätzen sein, so Pfarrer Majchar.

Feuerwehrjubiläum in Saaldorf

Der Festgottesdienst endete mit dem Lied „Großer Gott wir loben dich“ und der Bayernhymne, vorgetragen von der Musikkapelle Steinbrünning. Das Schlusswort sprach dann Bürgermeister Bernhard Kern. Im Namen der Gemeinde Saaldorf-Surheim und im Namen seiner Vertreter Andreas Buchwinkler und Franz Hagenauer sowie des gesamten Gemeinderates und der Bürger gratulierte der Bürgermeister zum 140. Geburtstag der Wehr. Es wurde alles getan und bestens vorbereitet und die Feuerwehr kann nun mit dem heutigen Tag das neue Fahrzeug HLF 20 mit modernster Ausstattung in den Dienst stellen. Jetzt ist die Mannschaft, also ihr liebe Feuerwehrler gefragt dieses Fahrzeug im Notfall entsprechend einsetzen zu können. Dazu ist viel Geschick und viel Übung gefragt, um bei den verschiedensten Einsätzen dieses Fahrzeug optimal bedienen und nutzen zu können, so der Bürgermeister. Die Gemeinde kann sich glücklich schätzen, über eine sehr gut ausgestattete Wehr und über eine personell hervorragende und gut ausgebildete Truppe zu verfügen. Kern lobte die Jugendarbeit, insbesondere die des Jugendwartes Michael Wallner, der den Nachwuchs einfühlsam an die bevorstehenden Aufgaben in der aktiven Wehr heranführt.

Im Namen der ganzen Gemeinde und der gesamten Bevölkerung dankte Kern besonders dem Festleiter Anton Auer, Kommandant Matthias Nutz, 2. Kommandant Mathias Prechtl, Vorstand Christian Wimme rund 2. Vorstand Vinzenz Moosleitner für die großartige Organisation und die Durchführung dieses schönen Jubiläums. Für die kommenden Jahre wünschte er der Feuerwehr stets unbeschadete und unfallfreie Rückkehr ins Feuerwehrhaus. Ein großes „Dankbrot“ überreichte Bernhard Kern dann dem Kommandanten der FFW Lamprechtshausen, Gerhard Schleier, dem Präsidenten der ungarischen Wehr aus Kövagoörs Lajos Szabo und dem Festleiter und Organisator Anton Auer. Kern sagte, dass jeder der Geburtstag hat auch ein entsprechendes Geschenk bekommt. Symbolisch übergab er dem Saaldorfer Kommandanten Matthias Nutz den Schlüssel für das neue Feuerwehrfahrzeug, ebenfalls in Form eines großen Dankbrotes. Zum Abschluss wünschte er allen ein „Glück auf“ und noch ein paar schöne Stunden mit der Freiwilligen Feuerwehr Saaldorf.

Feuerwehrfest in Saaldorf

Nach dem Festgottesdienst formierte sich der Festzug. In den Festkutschen nahm die Prominenz aus Feuerwehr und Politik Platz. Zu den Salutschüssen von Kanonier Josef Czech marschierte der lange Festzug durch die Untere Straße, Kirchstraße und über die Stalberstraße wieder hinaus zur Mehrzweckhalle. Mittlerweile war es Mittag geworden und in der schön geschmückten Mehrzweckhalle wartete schon das Essen auf die Teilnehmer am Festzug und die vielen Gäste. Man muss der Feuerwehr Saaldorf ein großes Kompliment machen, denn innerhalb kürzester Zeit waren die Gäste mit Speisen und Getränken bestens versorgt. In die Halle spielten dann die anwesenden Musikkapellen frisch zur Unterhaltung auf und vor der Halle waren die Weißbierbar und die Bar stark beansprucht bis in den späten Abend hinein. Dieses hervorragend gelungene Feuerwehrfest war sicherlich ein Höhepunkt im gemeindlichen Jahreslauf und die Verantwortlichen und freiwilligen Helfer können stolz darauf sein, dass sie ein so großartiges Fest auf die Beine gestellt hatten. Aus den Reihen der Besucher hörte man viel Anerkennung für das Jubiläumsfest.

Peter Wimmer

Quelle: BGland24.de

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