CSU besichtigt Hochwasserschäden an der Salzach:

Kaniber: "Stillstand bringt uns nicht weiter!"

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Von links: Johann Hafner, Bürgermeister Ludwig Nutz, Ortsvorsitzender Markus Wallner, MdL Michaela Kaniber und Bernhard Kern mit interessierten Bürgern bei der Besichtigung der Hochwasserschäden an der Salzach.

Saaldorf-Surheim - Die CSU Saaldorf-Surheim hat sich die Hochwasserschäden an der Salzach angesehen. Das Fazit: Es muss schnell gehandelt werden - in Form eines Wasserkraftwerkes!

Kürzlich hatte Johann Hafner aus Reit den CSU-Ortsverband Saaldorf-Surheim zu einer Besichtigung der Hochwasserschäden an der Salzach eingeladen. Neben vielen CSU-Mitgliedern und interessierten Bürgern konnte der Ortsvorsitzende Markus Wallner auch die neue Landtagsabgeordnete MdL Michaela Kaniber, Bürgermeister Ludwig Nutz und den Bürgermeisterkandidaten Bernhard Kern sowie eine stattliche Anzahl von Gemeinderäten begrüßen.

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Johann Hafner erläuterte den Anwesenden die Geschichte der Salzach und zeigte diesen anhand der natürlichen Gegebenheiten wie Hangkanten und Senken den ursprünglichen Lauf der Salzach, wobei er erklärte, dass die Salzach der tiefste Umgebungspunkt ist. Hafner erläuterte die Bodenbeschaffenheit mit circa acht Meter Kiesaufbau, wobei sich darunter eine nicht nachgewiesene Höhe von Seeton befindet. Johann Hafner erklärte, dass die Salzach starken Schwankungen der Wassermenge unterliegt. Im Frühjahr führt der Fluss auf Grund der Schneeschmelze naturgemäß mehr Wasser als im Herbst.

Nach den geschichtlichen Hintergründen zeigte Johann Hafner den interessierten Besuchern anhand von Fotos und Hochwassermarkierungen an den Unterführungen der Bundesstraße 20 die Ausmaße des Hochwassers 2013 im Bereich von Reit. Johann Hafner führte dann die interessierten Besucher zum Mittergraben. Er zeigte ihnen die Verklausungen der Brücke am Mittergraben, so dass das Hochwasser den Mittergraben umfloss und große Mengen von Kies in den Unterlauf transportierte.

Auf dem weiteren Weg zur Salzach erklärte Hafner die Vegetation in der Au und wies auf die möglichen Folgen durch eine Austrocknung der Au hin.

An der Salzach angekommen zeigte Johann Hafner den Teilnehmern die enormen Uferbeschädigungen. An einer Stelle wies Johann Hafner die Besucher auf die Höhe des Grundwassers hin und zeigte diesen den erhöhten Wasserstand im Flussbett bei einem möglichen Kraftwerksbau. Durch ein solches Kraftwerk könnte auch eine Geh- und Radwegverbindung zwischen dem Rupertiwinkel und dem Salzburger Flachgau geschaffen werden.

Die Besucher zeigten sich geschockt über die gewaltigen Schäden am Ufer, wo die Böschung ziemlich weit bis fast zum Uferweg einfach weggespült worden ist. Überrascht waren alle, welch große Bäume weggerissen und in die Salzach gespült wurden.

Nachdem man am Flusskilometer 55,4, der möglichen Stelle eines Salzachkraftwerkes angekommen war, begaben sich die Teilnehmer auf den Rückweg nach Reit. Im Auwald zeigte Johann Hafner den Besuchern eine ehemalige Befestigung der Salzach vor der Begradigung.

Nach zwei Stunden Fußmarsch dankte der CSU-Ortsvorsitzende Markus Wallner Johann Hafner für seine interessanten Ausführungen mit einer reichhaltigen Brotzeit. MdL Michaela Kaniber zeigte sich schockiert über das Ausmaß der Hochwasserschäden. Es dürfte jedem bewusst geworden sein, dass es sich nicht um einen ruhig dahinfließenden Fluss handelt.

Deshalb wurde bereits 2011 eine Resolution an Ministerpräsident Horst Seehofer übergeben, in der eine schnelle Umsetzung eines Kraftwerkprojektes gefordert wurde. Ein Kraftwerk an dieser Stelle würde eine Menge Vorteile bringen:die Gewinnung von „grünem Strom“ für circa 46.000 Haushalte, der Fluss würde vor einer weiteren Eintiefung geschützt und der Grundwasserspiegel angehoben werden. Dies würde einem weiteren Austrocknen der Au entgegenwirken.

Bei einer Online-Umfrage sprach sich eine große Mehrheit der Bürger für die Umsetzung dieses Projektes aus. Die neue Energieministerin Ilse Aigner und Umweltminister Marcel Huber erhalten in den nächsten Tagen eine schriftliche Anfrage, in der gefordert wird, den aktuellen Sachstand mitzuteilen. MdL Michaela Kaniber: "Wir müssen jetzt wissen, was Sache ist, denn Stillstand bringt uns nicht weiter."

Bürgermeister Ludwig Nutz dankte den vielen Teilnehmern für das Interesse an der Salzach und den Auwäldern. Die Hochwasserereignisse im Juni hätten der Salzach, den Ufern und der Landschaft sichtbar zugesetzt. Deutlich sei klar geworden, wie unkontrollierbar und unbeherrschbar die Salzach bei den im Sanierungskonzept vorgesehenen „weichen Ufern“ wüten würde und sich Land holt. Das abgeschwemmte Material sei auch nur bedingt als sohlstabilisierendes Geschiebematerial geeignet, da es sich um sehr sandiges Sediment handelt. Eine kleine Aufweitung, die unter Umständen im Bereich der Herrenau vertretbar wäre, müsse unbedingt im Mäanderbereich eine Uferbefestigung mit beinhalten, so Ludwig Nutz. Die durch die Hochwasserereignisse in diesem Jahr aktuell laufenden Profilerhebungen und Sohlvermessungen werden Erkenntnisse über flussmorpholigische Veränderungen im Freilassinger Becken bringen. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse würden selbstverständlich Eingang in die weiteren Projektvorschläge „Fluss-Sanierung mit Energienutzung“ finden, so Bürgermeister Nutz abschließend.

CSU-Bürgermeisterkandidat Bernhard Kern sieht als erste und wichtige Sofortmaßnahme die Sicherungen der Böschungs- und Uferbereiche an, die beim Juni-Hochwasser stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Ein erneutes Hochwasser oder auch nur ein erhöhter Wasserstand bei der Schneeschmelze würden dazu beitragen, dass bereits angegriffene Uferbereiche noch mehr abgetragen und ausgekolkt werden. Damit wären Schäden an den Uferwegen und den naheliegenden Waldflächen unvermeidbar, wie sie bereits an der Saalach nördlich der Grenzbrücke bzw. des Kraftwerkes Rott eingetreten sind, so Bernhard Kern. Nur durch eine verträgliche und naturnahe Wasserkraftnutzung in Form eines Wasserkraftwerkes könne ein weiteres Eintiefen der Salzach vermieden und gleichzeitig Energie aus der Salzach gewonnen werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt sei bei einer Wasserkraftnutzung in Form eines Kraftwerkes eine Erhöhung des Grundwasserspiegels im Westbereich der Salzach, so Kern weiter. In der Ortsbegehung seien an den bereits abgerutschten und abgetragenen Uferbereichen viele Austrittsstellen von Grundwasser erkennbar gewesen, die auch Waldbesitzer Johann Hafner mit großer Skepsis sieht. Viele Aspekte würden für eine rasche Umsetzung der Wasserkraftnutzung an der Salzach sprechen, die gemeinsam mit den fachkundigen Gremien, der Politik und den betroffenen Grundstückseigentümern vorangetrieben werden kann. Ein rasches Handeln sei nun gefragt, so Kern zum Abschluss seiner Ausführungen.

pw

Quelle: BGland24.de

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