Strittiges Thema in Saaldorf-Surheim

738 Unterschriften gegen das Kiesgruben-Projekt

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Eine Vertretung aus Saaldorf-Surheim überreicht im Landratsamt 738 Unterschriften. v. l. GR Dr. Notker Mallach, Tobias Stubhann, Franz Hagenauer, Behördenleiter Johannes Gruber und Florian Kosatschek, GR Andreas Buchwinkler, Evelyn De Marco-Maier, Franz Mooser

Saaldorf-Surheim - Darf eine ehemalige Kiesgrube in Surheim wiederverfüllt werden? Ein Thema, das im übertragenen, und im Falle einer Genehmigung auch im wörtlichen Sinn, viel Staub in der Gemeinde aufwirbelt.

Die im Gemeinderat vertretenen Parteien und Gruppierungen hatten gegen das Vorhaben eine Unterschriftenaktion durchgeführt (wir berichteten).

Eine Abordnung der Initiative überreichte nun im Landratsamt Berchtesgadener Land die insgesamt 738 Unterschriften. Im Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter Florian Kosatschek wurden die unterschiedlichen Sichtweisen dargestellt.

Wurde seitens der Gegner einer Wiederverfüllung vor allem ein öffentliches Interesse ins Feld geführt, so konzentrierte sich der Vertreter der Aufsichtsbehörde auf die Erläuterung der rechtlichen Situation.

Wie im laufendem Verfahren letztendlich entschieden wird, ist zwar noch offen, doch tendenziös zeichnet sich eine Genehmigung durch das Landratsamt ab.

„Mit der Unterschriftenaktion wollen wir nachdrücklich untermauern, dass der Gemeinderat mit seiner ablehnenden Haltung nicht alleine dasteht“, betonte Andreas Buchwinkler,2. Bürgermeister und Sprecher der Unterschriften-Initiative.

Da sich das geplante Vorhaben im Ortszentrum von Surheim abspielen würde, wollte man die Bürger mit ins Boot holen. „Was kommt, wenn der nächste auffüllen will?“, fragte Buchwinkler angesichts der Tatsache, dass in diesem Bereich noch „riesige Flächen“ wiederverfüllt werden könnten.

Florian Kosatschek erklärte, dass die Prüfung noch nicht abgeschlossen sei und neue Gesichtspunkte ins laufende Verfahren einfließen würden. „Als Verwaltungsbehörde entscheiden wir nach Recht und Gesetz“, stellte Kosatschek klar, schränkte allerdings ein: „Bei Konfliktfällen versuchen wir im Vorfeld einen Interessenausgleich herbeizuführen.“ In der aktuellen Situation sei dies eine Abwägung zwischen dem Unmut der Bürger.

Er führte vor allem die Lärm- und Staubbelästigungen während der Bauzeit an. Kosatschek stellte klar, dass im Genehmigungsverfahren Fahrten durch den Ort ausgeschlossen würden und unter diesen Bedingungen die vorgeschriebenen Grenzwerte eingehalten werden könnten.

Große Bedenken äußerte hierzu Gemeinderat Franz Hagenauer: „Das Konzept ist darauf abgestimmt, dass ein Unternehmen aus Salzburg die Transporte durchführt. Wenn diese Kooperation langfristig nicht funktioniert, fahren die Lastwagen womöglich doch durch den Ort.“

Auch Gemeinderat Franz Mooser wies auf die Beeinträchtigungen der Bevölkerung hin und befürchtet: „Wenn das Ganze einmal genehmigt ist, dann haben wir keine Handhabe mehr, wenn sich der Antragsteller nicht an die Vorgaben hält.“

Dazu Florian Kosatschek: „Wir müssen Entscheidungen treffen und Grundlage dafür können nicht Annahmen oder Spekulationen sein.“ Klar sei auch, dass in der Praxis manches anders laufen könne, aber da müsse halt die Gemeinde ein wachsames Auge behalten.

Wahrscheinlich ist der Antrag von Stefan Heinz genehmigungsfähig, aber selbstverständlich werden alle einzelnen Aspekte noch mal genau geprüft“, fasste Florian Kosatschek zusammen und fügte hinzu: „Beide Seiten müssen etwas schlucken.“

Im Gespräch mit der Heimatzeitung betonte er, dass selbstverständlich die mit Unterschriften dokumentierte Meinung der Bürger in die Abwägung der Interessen einfließe. Nicht ausschließen mochte er, dass es in der Angelegenheit zu einer gerichtlichen Auseinandersetzung kommen könnte.

Norbert Höhn

Quelle: BGland24.de

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