Surheimer Gebrauchtwarenmarkt hat vieles zu bieten

Einfach reinschauen zu „Gwand und mehr“

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Saaldorf-Surheim - „Die passt mir genau.“ Stolz zeigt der 12-jährige Syrer-Junge Karam eine Jeans, die er sich gerade ausgesucht hat. Am großen runden Tisch gegenüber lernt Bibi Amina mit einer Sprachpatin Deutsch. Und selbstverständlich rührt sich auch in der Kinder-Spielecke was.

Seit vergangenen August gibt es im ehemaligen Edeka-Geschäft in der Surheimer Schulstraße den Gebrauchtwarenmarkt „Gwand & mehr." Leicht zu finden, denn die alten Surheimer Dorfansichten, mit denen die Schaufensterscheiben dekoriert sind, weisen den Weg. „Der Laden ist inzwischen recht gut angenommen“, freut sich Christa Unterreiner.

Zusammen mit anderen Frauen vom Helferkreis Asyl organisiert und betreut sie das Projekt. „Zu uns kann jeder kommen, der einen kleinen Geldbeutel hat“, ermutigt sie bedürftige Menschen zum Abbau von Berührungsängsten. „Niemand braucht sich zu schämen, wenn er bei uns einkauft.“

Das sieht auch Gertrud Wölke, Koordinatin des Helferkreises, so: „In jeder Gemeinde gibt es Menschen, die wenig Geld zur Verfügung haben. Jeder ist herzlich willkommen im Laden.“ Christa Unterreiner ergänzt: „Die Berechtigung zum Einkauf wird zwar offiziell von den Gemeinden ausgestellt, aber wir haben genügend Erfahrung, die Bedürftigkeit unserer Kunden auch ohne Schein zu beurteilen.

Symbolische Preise

Einkaufen können selbstverständlich auch Bürger aus den Nachbargemeinden. Die symbolischen Preise bewegen sich zwischen 50 Cent und drei Euro, wobei eventuelle Überschüsse wieder in soziale Projekte der Gemeinde fließen.

Wer glaubt, im Laden eine bessere Altkleidersammlung vorzufinden, der sieht sich beim Schlendern durch die Regalreihen schnell eines Besseren belehrt.

In den akribisch geordneten Regalen findet sich ganz bestimmt für jedes Bedürfnis und jeden Geschmack etwas. Ob für Kinder, Frauen und Männer, ob Schuhe oder Winterbekleidung, die Abteilung „Bekleidung“ ist hervorragend sortiert.

"Gwand & mehr"

„Gwand & mehr“ nennt sich der Markt. Klar, weil es auch noch „mehr“ zu kaufen gibt. Geschirr zum Beispiel, Spielzeug, Bett- und Tischwäsche, Vorhänge, Haushaltsgegenstände und, und, und … Gerade werden Teppiche und ein Bettstadl für eine syrische Familie abtransportiert, die in Kürze Familienzuwachs erwartet.

„Es wird nicht nur gekauft, sondern auch sehr viel abgegeben“, lobt Marlene Pöllner die große Spendenbereitschaft ihrer Mitbürger. „Momentan sind wir so voll, dass wir gar keine Kleidung annehmen können.“

Gut gebrauchen könnten die „Ladler“ allerdings Bettwäsche, Handtücher und Geschirr. Gertrud Wölke ermuntert alle, die noch ein Weihnachtsgeschenk suchen: „Einfach vorbeikommen!“ Dabei geht’s nicht nur ums Einkaufen, „denn wer Lust hat, kann einfach nur zum gemütlichen Ratschen bei einer Tasse Tee oder Kaffee reinschauen.“

Übrigens gibt es inzwischen auch einen Nähdienst für kleinere Reparaturen. „Gwand & mehr“ wird also seinem Namen in jeder Hinsicht gerecht.

Die Öffnungszeiten für Annahme und Verkauf sind am Montag von 15 Uhr bis 17.30 Uhr und am Donnerstag von 10 Uhr bis 12.30 Uhr. Für Fragen steht Gertrud Wölke unter Telefon Tel.: 0175/5294529 zur Verfügung.

Norbert Höhn

Quelle: BGland24.de

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