Saaldorf-Surheim will in größeren Regionen denken

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3. Bürgermeister Franz Hagenauer, 2. Bürgermeister Andreas Buchwinkler, 1. Bürgermeister Bernhard Kern und Dr. Thomas Birner von WfG bei der Vorstellung der Markenprozessentwicklung.

Saaldorf-Surheim - Breiten Raum nahm bei der letzten Sitzung des Gemeinderates die Vorstellung des Markenentwicklungsprozesses Berchtesgadener Land ein.

Dabei hatte der Gemeinderat auch darüber zu beschließen, ob sich die Gemeinde an diesem Prozess beteiligt. Zu diesem Thema hat am 9. Februar im Rathaussaal Freilassing eine Sondersitzung der nördlichen Gemeinden und Städte im Landkreis Berchtesgadener Land stattgefunden. Die Firma Brand Trust hat diesen Markenprozess entwickelt, dabei waren auch die WfG, BGLT und andere Verbände beteiligt, so Dr. Thomas Birner. Bürgermeister Bernhard Kern sagte, dass sich die Gemeinde und Städte im Landkreis auf eine gemeinsame Positionierung verständigen müssen, denn Tourismus und Wirtschaft sollen in diesem Markenprozess gemeinsam betrachtet werden. Kirchturmdenken ist folglich nicht zielführend.

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Dr. Thomas Birner sagte, dass bisher schon zehn Workshops stattgefunden haben. Herausgekommen ist dabei, dass der Raum Berchtesgaden, Königssee Rupertiwinkel als das mächtigste Bergerlebnis Deutschlands positioniert werden soll. Bad Reichenhall ist die belebendste Alpenstadt Deutschlands und das Berchtesgadener Land mit allen Orten ist Deutschlands lebenswertester Wirtschaftsraum an den Alpen. Der Landkreis soll kraftvoll, geschichtsträchtig, heimatliebend, urspünglich und findig dargestellt werden. Der Markenprozess soll für den gesamten Landkreis entwickelt werden und nicht für einzelne Regionen wie z.B. den Königssee oder den Rupertiwinkel. Es sollen gemeinsame Strukturen geschaffen werden, die unter einem Dach gebündelt werden.

Der Landkreis soll als gesamter Wirtschaftsraum gesehen werden

Da in der Gemeinde Saaldorf-Surheim der Tourismus eher eine untergeordnete Rolle spielt, soll hier das Augenmerk vor allem auf die Wirtschaft mit vielen Gewerbe- und Handwerksbetrieben sowie ein lebens- und liebenswertes Umfeld gelegt werden. Dennoch wird im Markenentwicklungsprozess der Landkreis als gesamter Wirtschaftsraum gesehen. Einige Gemeinderäte meinten, dass gerade im Bezug auf Tourismus andere Strukturen geschaffen werden müssen und dass auch Salzburg mit seinem vielfältigen touristischen und kulturellen Angebot mit einbezogen werden soll. Zum Beispiel bemängelten einige, dass der Königssee und der Rupertiwinkel nicht zusammen passen.

3. Bürgermeister Franz Hagenauer sagte, dass der Landkreis ganz unterschiedlich aufgestellt ist, dennoch soll man in größeren Regionen denken und zusammenarbeiten, Österreich mache es vor. Die Mehrheit der Gemeinderäte fanden den Markenentwicklungsprozess positiv, Wirtschaft und Tourismus gehören zusammen , das soll deutlich dargestellt und vermittelt werden. Dennoch wird es schwierig sein, alle Gemeinden in ein Boot zu bringen, trotzdem soll dieses Konzept durchgezogen werden und die Kräfte mit den einzelnen Verbänden sollten gebündelt werden. Dr. Thomas Birner sagte, dass es wichtig ist, wie der Landkreis und die Region wahrgenommen wird. Deshalb soll ein Oberbegriff für den gesamten Landkreis geschaffen werden, wie zum Beispiel „das mächtigste Bergerlebnis Deutschlands und der lebenswerteste Wirtschaftsraum an den Alpen“.

Überwiegend war der Gemeinderat der Meinung, dass dieser Markenentwicklungsprozess in die richtige Richtung geht und der Grundgedanke gut ist, denn in den letzten 30 Jahren ist in diesem Bereich viel verschlafen worden. Wichtig ist es gemeinsame Strukturen zu schaffen, aber keinen Wasserkopf, so Dr. Thomas Birner. Bürgermeister Bernhard Kern sagte, dass so ein Projekt natürlich auch mit Kosten verbunden ist. Die Beteiligung an dem Markenentwicklungsprozess würde die Gemeinde 1279,25 Euro kosten. Bei zwei Gegenstimmen genehmigte der Gemeinderat die Beteiligung allerdings unter der Bedingung, dass unverzüglich die Strukturen zur Förderung der Wirtschaft und des Tourismus im Landkreis angepasst werden. Der Erste Bürgermeister und ein weiterer Vertreter der Gemeinde werden zu einer entsprechenden Abstimmung in der Mitgliederversammlung der Erlebnisregion Berchtesgadener Land e.V. ermächtigt.

Qualitätsbonus plus für Kindertageseinrichtungen

In einem weiteren Tagesordnungspunkt ging es um die Auszahlung eines Qualitätsbonus plus im Rahmen des Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes durch die Staatsregierung. Diese hat beschlossen, dass ab sofort ein solcher Qulitätsbonus von derzeit 53,69 je Kind für die Kindertageseinrichtungen gezahlt wird. Voraussetzung ist, dass auch die Gemeinde ihren kommunalen Anteil in der gleichen Höhe anpasst und die zusätzlichen Mittel zur Qualitätsverbesserung einsetzt. Da die Kindertageseinrichtungen in Saaldorf-Surheim alle in gemeindlicher Trägerschaft sind, profitiert die Gemeinde voll von diesem Bonus, da der Anstellungsschlüssel (bis 11) jetzt schon eingehalten wird. Der Bonus beläuft sich für die Gemeinde auf 17.048 Euro, wobei 2088 Euro an die Kinderkrippe Freilassing und zwei Kindergärten in Laufen weitergeleitet werden müssen, für Kinder die dort untergebracht sind. Sachbearbeiter Andreas Langwieder trug dem Gemeinderat diese Zahlen vor. Dieser beschloss dann einstimmig, den kommunalen Anteil für die Betriebskostenfinanzierung der Kindertageseinrichtungen zu erhöhen (Qualitätsbonus plus) und diese zusätzlichen Mittel zur Qualitätsverbesserung zu verwenden.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt ging es um das Klimaschutzkonzept des Landkreises Berchtesgadener Land. Landrat Georg Grabner hat der Gemeinde mitgeteilt, dass der Landkreis zur Umsetzung in Zusammenarbeit mit allen Städten, Märkten und Gemeinden im Landkreis bisher bayernweit einzigartige gemeindespezifische und qualitative Energienutzungspläne erstellen lassen will. Ziel ist es, dass dadurch jede Landkreisgemeinde eine strukturierte Informationsgrundlage mit ganzheitlichen energetischen Konzepten und Planungszielen für die kommunale Energieplanung erhält. Der Klimaschutzmanager des Landkreises, Manuel München, stellte den Energienutzungsplan dem Gemeinderat vor. Es sollen alle gemeindeinternen Energiequellen, wie Photovoltaikanlagen, Kleinkraftwerke erfasst werden. Ein Leitfaden zum Energienutzungsplan als bayerisches Instrument wurde von der technischen Universität München erstellt. Ziel ist es, die Energiestrukturen in der Gemeinde weiterzuentwickeln, auch durch eine Optimierung der vorhandenen Anlagen und Einrichtungen. Der Bürgermeister sagte, dass es für die Gemeinde Saaldorf-Surheim auch eine weitergehende Betrachtung der Energiequelle Wasserkraft geben muss, sei es an der Salzach, Sur oder an anderen Stellen.

Damit einhergehen soll eine Planung und spätere Realisierung neuer Energiequellen. Hier wurde auch eine Zusammenarbeit mit dem Lenkungskreis zum Ortsentwicklungskonzept angeregt. Wenn sich die Gemeinde am landkreisweiten Energienutzungsplan als Bestandteil des Klimaschutzkonzeptes beteiligt, würden die Kosten 20 Cent pro Einwohner also insgesamt rund 1100 Euro betragen. Diese Beteiligung beschloss der Gemeinderat einstimmig.

Bau von Kinderspielsplätzen

In den Baugebieten Reitholz in Surheim und Brunnerfeld in Saaldorf ist die Errichtung von Kinderspielplätzen vorgesehen. Bürgermeister Bernhard Kern berichtete, dass in Surheim ein Grundstück von 450 Quadratmetern zur Verfügung steht. Alle Bewohner dieses Baugebietes wurden diesbezüglich angeschrieben, wobei die Reaktionen ganz unterschiedlich waren. Es überwiegt jedoch der Wunsch, für die Kinder einen solchen Spielplatz im Rahmen des Bebauungsplanes zu schaffen. Einen Beschluss fasste der Gemeinderat nicht, da das Spielplatzangebot im Rahmen des Ortsentwicklungskonzeptes behandelt werden soll. Eventuell ist eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes notwendig. Bei der Sondersitzung des Gemeinderates zum Ortsentwicklungskonzept soll dieses Thema dann auf der Tagesordnung stehen.

Etwas anders stellt sich die Situation bei einem geplanten Kinderspielplatz im Baugebiet Brunnerfeld in Saaldorf dar. Das in Frage kommende Grundstück ist 1146 Quadratmeter groß und im Bebauungsplan als Dorfanger und Spielwiese ausgewiesen. Auch hier wurden alle Bewohner angeschrieben und es hat eine Besprechung im Rathaus stattgefunden. Dabei wurde auch die Meinung laut, hier überhaupt keinen Kinderspielplatz zu errichten. Mit dem Landschaftsarchitekten wurde ein Planung ausgearbeitet, wie ein Kinderspielplatz und der Dorfanger dort aussehen könnten. Es bestanden Wünsche nach einem Klettergerüst, einer Schaukel und eventuell einer Tischtennisplatte und an den Bepflanzungen sollen auch Ruhebänke errichtet werden.

Einige Gemeinderäte erklärten, dass die Anwohner beim Kauf der Grundstücke wussten, dass hier ein Dorfplatz mit Kinderspielplatz errichtet werden soll. Die Kinder sollen nicht an den Rand gedrängt werden, denn es ist ein idealer Platz für die Kinder, was auch damals im Bebauungsplan so festgelegt wurde. Die Räte sagten, dass alle familienfreundlich sein wollen und dieses Grundstück ein Glücksfall für die Kinder ist. Sie fänden es traurig, wenn ein Kinderspielplatz hier scheitern sollte, denn auch die Kinder brauchen ihren Platz zum Spielen. Eine Erstellung von Hausanschlüssen an diesem Grundstück lehnte der Gemeinderat mehrheitlich ab. Auch hier wurde kein Beschluss über den Kinderspielplatz gefasst, dies soll erst dann geschehen, wenn das Thema im Ortsentwicklungskonzept entsprechend behandelt wurde.

4. ADAC-Voralpenrallye am 9. Mai

Am 09. Mai will der Motosportclub Freilassing im Saaldorf-Surheimer Gemeindegebiet einen Lauf zur 4. ADAC-Voralpenrallye mit Wertungsprüfungen durchführen. Die Strecke führt von Leustetten, Haarmoos nach Moosen und von Holzhausen nach Kemating, Wiederlohen über Stockach nach Berg. Ein solcher Lauf wurde bereits mehrmals vom MSC durchgeführt. Die Straßen sollen hierfür von 12 bis 17.30 Uhr gesperrt werden. Bürgermeister Bernhard Kern wies darauf hin, dass der MSC Freilassing alle erforderlichen Genehmigungen eigenständig zu beantragen hat, auch unter anderem bei der Unteren Naturschutzbehörde. Für etwaige Schäden an den Gemeindestraßen muss der Veranstalter aufkommen. Die Anlieger müssen rechtzeitig und ausführlich unterrichtet werden.

Bei einer Gegenstimme gab der Gemeinderat dem Antrag des MSC Freilassing sein Einvernehmen. Bürgermeister Bernhard Kern wies darauf hin, dass für die Asylbewerber das „Kramer-Zuhaus“ in Saaldorf in Frage kommt. Der Landkreis schließt derzeit einen Mietvertrag mit dem Eigentümer wegen der Unterbringung ab. Bis zu vier Asylbewerber können dort untergebracht werden, nun sucht die Gemeinde weiterhin nach einer geeigneten Unterkunft in Surheim. Am 27. März wird in der Mehrzweckhalle des BSC Surheim der Ehrenabend für Vereinsvorstände und die Sportlerehrung stattfinden und am Samstag, den 28. März findet der Umwelttag „Rama-Dama“ der Gemeinde am Bauhof statt. Der Bürgermeister bittet die Vereine und Organisationen wieder um zahlreiche Beteiligung.

Pressemitteilung Gemeinderat Saaldorf-Surheim

Quelle: BGland24.de

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