Umfangreiche Tagesordnung im Verkehrsausschuss

Keine Unfallschwerpunkte in der Gemeinde Saaldorf-Surheim

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Vermehrte Geschwindigkeitskontrollen: Nördliche Surheimer Ortseinfahrt

Saaldorf-Surheim - Ein umfangreiches Programm hatte der Verkehrsausschuss in seiner kürzlichen Sitzung abzuarbeiten. Neben Anträgen von Gemeindebürgern standen ein Bericht über die Geschwindigkeitsmessungen und die Vorstellung der polizeilichen Unfallstatistik auf der Tagesordnung.

Errichtung eines Verkehrsspiegels und Änderung der Vorfahrtsregelung abgelehnt

Im Einmündungsbereich Weiherstraße – Schwellstraße in Saaldorf sind durch ein bestehendes Gebäude die Sichtverhältnisse eingeschränkt, weshalb die Anbringung eines Verkehrsspiegels beantragt wird. Franz Mooser (FÜW) hält als unmittelbarer Anlieger eine solche Maßnahme nicht für erforderlich, da in diesem Bereich die Rechts-vor Links- Regelung gelte und zudem Tempo 30. Die Verkehrsteilnehmer würden sich seiner Meinung nach in trügerischer Sicherheit wähnen, was die Unfallgefahr eher erhöhen würde. Gegenteiliger Ansicht war Dr. Klaus Koch (SPD): „Ein Spiegel erhöht die Verkehrssicherheit.“ Bei zwei Gegenstimmen wurde die Errichtung eines Verkehrsspiegels abgelehnt.

Beraten wurde weiters, ob die Vorfahrtsregelungen im Bereich Bergerstraße-Fichtenweg-Schwellstraße in Saaldorf geändert werden sollten, da auch hier die Sichtverhältnisse nicht zufriedenstellend sind. Bürgermeister Bernhard Kern brachte eine Vorfahrtsregelung ins Spiel. Franz Mooser und Klaus Koch und Franz Hagenauer (SPD) plädierten dafür, die bestehende Rechts-vor Links-Regelung zu belassen. Dieser Meinung war auch Karin Kleinert (Grüne): „Wir brauchen keinen Schilderwald. Rechts vor links und Tempo 30 müssen genügen.“ Einstimmig wurde der Antrag auf Änderung der Vorfahrtsregelung abgelehnt. Sachbearbeiter Heinrich Hinterseer gab die Geschwindigkeits-Messergebnisse der Kommunalen Verkehrsüberwachung bekannt.

Mehr Geschwindigkeitsmessungen durch Polizei

Schwerpunktmäßig wurde an Schulen und Kindergärten gemessen, wobei sich zeigt, dass sich die Verkehrsteilnehmer, von wenigen „Ausreißern“ abgesehen, diszipliniert verhalten. Beachtliche79 zum Teil erhebliche Verstöße gegen die Tempo-50-Regelung gab es hingegen auf der Kreisstraße BGL im Bereich Abtsdorfer See. Bürgermeister Kern kündigte an, dass an neuralgischen Punkten, wie beispielsweise an der nördlichen Ortseinfahrt von Surheim, künftig auch die Polizei zur Geschwindigkeitsmessung herangezogen werden soll.

Keine Schulwegunfälle und keine Unfälle mit Fußgängern

In einem weiteren Tagesordnungspunkt wurden Statistiken der Polizeiinspektionen Laufen und Freilassing vorgestellt, in denen unter anderem Unfallhäufigkeit und Unfallschwerpunkte innerhalb der Gemeinde festgehalten sind. Demnach sind im laufenden Jahr65 Unfälle zu verzeichnen, wobei es bei 17 Unfällen mit Personenschäden 8 Schwer- und 13 Leichtverletzte gab.

Bürgermeister Kern erläuterte, dass es in der Gemeindekeine speziellen Unfallschwerpunkt gibt, auch nicht im Einmündungsbereich BGL 3 – Staatsstraße 2104, wie fälschlicherweise immer wieder behauptet werde. Leicht angestiegen sind die Unfallereignisse, bei denen Radfahrer beteiligt waren. Gemeinderat Andreas Nutz (CSU) kritisierte in diesem Zusammenhang das oft rücksichtslose Verhalten von Radfahrern, namentlich von Rennradfahrer-Gruppen. „Für Autofahrer ist da Überholen oft unmöglich.“ Bernhard Kern zeigte sich mit der Statistik insgesamt zufrieden: „Vor allem bin ich froh darüber, dass es keine Schulwegunfälle und keine Unfälle mit Fußgängern gegeben hat.“

Bushaltestelle soll zum Wendehammer am Sportgelände verlegt werden

In der kürzlichen Bürgerversammlung hatte Elisabeth Bamberger die morgendliche Verkehrssituation an der Bushaltestelle Surheim, Höhe Jägerstraße, angesprochen und vorgeschlagen diesenHalt zum Wendehammer am Sportgelände zu verlegen. Heinrich Hinterseer erklärte dazu, dass es planerische Absicht war, den Bus auf der Straße halten zu lassen, und damit größere Sicherheit für die zusteigenden Schüler zu erreichen. Ein kurzer Stau sei den Autofahrern zuzumuten. Bürgermeister Kern ergänzte, man könne die Verlegung der Haltestelle prüfen und den Eltern ein diesbezügliches Angebot machen. Allerdings müssten dann auch weitere Fußwege für die Kinder in Betracht gezogen werden. Franz Mooser gab zu bedenken, dass es sich am derzeitigen Ort um eine allgemeine Haltestelle handelt, die vor allem das Vivaldo- Wohnheim an den öffentlichen Nahverkehr anbindet. Dem schloss sich auch Josef Hagenauer (Junge Liste) und ergänzte: „Die zwei Minuten Wartezeit sollten für die Autofahrer kein Problem sein.“Allgemeiner Tenor war, die Haltestelle an ihrem jetzigen Ort zu belassen.

Vermehrte Polizei-Kontrollen und zusätzlicher Fuß- und Radweg

Ebenfalls in der Bürgerversammlung hatte Martin Häusl die überhöhten Geschwindigkeiten auf Höhe der nördlichen Surheimer Ortseinfahrt angesprochen und entsprechende Maßnahmen verlangt. Bürgermeister Kern kündigte vermehrte Kontrollen durch die Polizei an. Zudem soll mit einemFuß- und Radweg Richtung Großgerstetten mehr Sicherheit erreicht werden. Um größere Sicherheit ging es auch bei einer Anfrage zur Verkehrssituation an der ehemaligen Busbucht bei der Surheimer Schule. Vor allem wenn Kinder am Morgen mit dem Auto zur Schule und zum Kindergarten gebracht werden, entstehen oft unübersichtliche und gefährliche Verkehrssituationen.

„Was tun?“, fragte Bernhard Kern. Eindeutig positionierte sich Franz Mooser: „Alle wissen, dass es sich um eine verkehrsberuhigte Zone handelt und dass sie sich entsprechend zu verhalten hätten.“ Dem schlossen sich die Ausschussmitglieder an und sprachen sich einstimmig gegen weiterführende Maßnahmen aus.

Positiv beschieden wurde hingegen ein Antrag, an der Laufener Straße im Bereich Edeka-Markt Schilder mit dem Hinweis auf „Betreutes Wohnen“ anzubringen. Da es sich um eine Kreisstraße handelt, wird Bürgermeister Bernhard Kern einen entsprechenden Antrag beim Staatlichen Bauamt einreichen.

Norbert Höhn

Quelle: BGland24.de

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