Zwischen Teisendorf und Salzachmündung wurde Lebensraum für Fische und Kleinlebewesen geschaffen

Lebensraum in der Sur verbessert

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Links der Hauptarm der Sur, rechts der neu angebundene Altwasserarm südlich von Schönram.

Saaldorf-Surheim - An der Sur gibt es zwischen Teisendorf und Salzachmündung rund 80 Querbauwerke. Sie stauen die Sur abschnittsweise bis zu ca. 1 Meter hoch auf und erfüllen so ihre ursprünglich geplante Funktion als Sicherungsbauwerk bis heute.

Mit dieser Bauweise wurde erreicht, dass das begradigte Gewässer auf der festgelegten Höhe bleibt und die Lage nicht verändert. Für Fische und Kleinlebewesen sind diese Bauwerke jedoch nur schwer überwindbar.

Die Suche nach geeigneten Laich- und Futterplätzen endet daher für viele an diesen Barrieren. Die oberhalb entstandenen aufgestauten Gewässerabschnitte sind aus ökologischer Sicht ebenfalls problematisch.

Die unzureichende Fließbewegung gibt dem Gewässer vor allem in den niederschlagsarmen Zeiten den Charakter eines Stillgewässers. Steigende Wassertemperaturen, Nährstoffeintrag und mangelnde Sauerstoffversorgung fördern hier das Pflanzenwachstum und die Verschlammung. Sauerstoffliebende Wasserbewohner die in der Sur typischerweise vorkommen verlieren ihren Lebensraum.

Um diesem Prozess entgegenzuwirken, gestaltet das Wasserwirtschaftsamt diese Bauwerke Zug um Zug fischdurchgängig um und schafft neue Strukturen.

Der Höhenunterschied am Bauwerk wird auf eine möglichst lange Strecke verzogen. Der vorhandene, knapp 1 Meter hohe Absturz am Querbauwerk nähe Ammerberg wurde genutzt um eine 100 Meter lange, rasch fließende Gefällestrecke zu schaffen.

Bei gefrorenen Böden ist problemlos die Zufahrt der schweren Stein-LKW möglich.

Mit unterschiedlich grobem Kies- und Steinmaterial entstand Mitte Januar eine strukturreiche und frei durchwanderbare Fließstrecke mit gut durchströmter Kiessohle und unterschiedlich tiefen Gumpen. Größere Einzelsteine, sogenannte Störsteine erzeugen jetzt unterschiedliche Strömungsverhältnisse und bieten Forellen begehrte Einstandsmöglichkeiten.

Noch effektiver ist der Einbau von Totholzelementen aus Wurzelstöcken und Astwerk, da diese noch wesentlich mehr Unterschlupf vor Fressfeinden bieten können als Steine. Je mehr Struktur angeboten wird, umso mehr Tierarten können davon profitieren.

Vorarbeiter Willi Hollinger von der Flussmeisterstelle Salzach und Gerhard Kuglstatter von der ausführenden Firma beim Einbau von Wurzelstöcken.

Bereits Anfang 2016 bot sich dem Wasserwirtschaftsamt noch eine weitere Möglichkeit der Strukturverbesserung im Bereich südlich von Schönram. Ein trocken gefallener Altwasserarm der Sur, eine aus der Zeit der Flussbegradigung abgetrennte Flussschleife, konnte wieder mit dem Hauptgewässer verbunden werden. Mit dem Einverständnis des Grundeigentümers war es möglich diesen sogenannten alten „Dürnberger Haken“ wieder in das Fließgeschehen einzubinden.

Kooperativ wurde das Grundstück für die Maßnahme bereitgestellt. Vorgabe war lediglich, dass die vom Wasser abgeschnittene Wiesenfläche auch künftig für die landwirtschaftliche Nutzung erreichbar bleibt. Mit dem Einbau eines groß dimensionierten Wellstahlrohres als Brücke, konnte diesem Wunsch entsprochen werden und ein neuer Fließgewässerabschnitt mit einer Länge von rd. 150 Meter geschaffen werden.

Mit Hilfe dieser Rohrleitung wird das vom Altwasserarm abgetrennte Wiesengrundstück wieder erschlossen.

Insgesamt konnte die Flussmeisterstelle Salzach seit 2015 bis heuer im Februar zwischen Offenwang und Furt rund 20 dieser Bauwerke umgestalten. Dazu wurden 850 t Wasserbausteine, 3.500 t Kies und ca. 300 Bäume samt Wurzelstock verbaut.

Um keine Flurschäden zu verursachen, müssen derartige Maßnahmen unbedingt bei gefrorenem Boden oder bei lang anhaltender Trockenheit ausgeführt werden. Nur in seltenen Fällen ist an der Sur eine Zufahrtsstraße vorhanden.

Die Frostperiode im Januar war für die Arbeiten eine sehr gute Bauzeit. Auch tagsüber sind die Temperaturen kaum über 10 Grad Minus geklettert, so dass die Böden ausreichend für LKW Befahrbarkeit durchgefroren waren.

Bleibt der Frost wie im Winterhalbjahr 2016/2017 aus, muss bei trockener Witterung ein geeignetes Zeitfenster für die Ausführung gefunden werden. Folglich können immer nur einzelne Gewässerabschnitte bearbeitet werden.

Pressemitteilung Wasserwirtschaftsamt Traunstein

Quelle: BGland24.de

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