Erste Eindrücke zum Amt

Interview: Die ersten 100 Tage als Bürgermeister

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Bürgermeister Bernhard Kern in seinem Amtszimmer der Gemeinde Saaldorf-Surheim.

Saaldorf-Surheim - Bernhard Kern ist nun seit knapp hundert Tagen im Amt als Bürgermeister. Im BGLand24-Interview verrät er uns mehr über seine Eindrücke und Erfahrungen bisher.

Herr Kern, wie geht es ihnen nach den ersten 100 Tagen als Saaldorf-Surheimer Bürgermeister?

Kern: Mit geht es sehr gut. Die Mitarbeiter der Gemeinde Saaldorf-Surheim haben mich so großartig aufgenommen, wie ich es eigentlich nicht erwartet hätte.

Im Gemeinderat sind viele neue Personen vertreten und auch eine neue Gruppierung, die Junge Liste. Wie ist das Klima und die Zusammenarbeit, parteipolitisch oder sachbezogen?

Kern: Die Arbeit im neuen Gemeinderat ist stets sachbezogen und nicht parteipolitisch motiviert. Im neuen Gemeinderat gibt es keinen Fraktionszwang, jedes Mitglied kann sich informieren und nach seinem Gewissen entscheiden und abstimmen.

Sie haben eine monatliche Bürgersprechstunde ins Leben gerufen. Wie ist die Resonanz aus der Bevölkerung?

Kern: Diese ist hervorragend. In den vergangenen Sprechstunden waren sehr viele Bürgerinnen und Bürger da und haben bei mir ihre Wünsche, Probleme und Anregungen vorgebracht. Ich werde diese Sprechstunden weiterhin beibehalten.

Klagen kommen aus der Bürgerschaft über die große Verkehrsbelastung an der Ortsumfahrung von Obersurheim. Wie gehen sie mit diesem Thema um?

Kern: Es vergeht kein Tag, an dem mich dieses Thema nicht erreicht. Einige Personen lassen sich bereits anwaltschaftlich vertreten. Gemeinsam mit dem Gymnasium Laufen haben wir nun eine Verkehrszählung durchgeführt, um entsprechende Daten zu erhalten. Von einigen wurde ich geschimpft, dass wir die Zählung nun gerade an diesem Tag gemacht haben. Es wird sich kein Tag finden, der bei allen Zustimmung findet. Es bleibt nichts unversucht, dieses Thema in den Griff zu bekommen, welches bei der Bevölkerung auf größtes Interesse stößt und für die Gemeinde oberste Priorität hat.

Ein anderes Thema. Sie waren am letzten Dienstag mit Landrat Georg Grabner und ihren Kollegen Josef Flatscher und Hans Eschlberger in Berlin bei Verkehrsminister Dobrindt. Wir nennen zwei Themen: Fluglärm und zweigleisiger Ausbau der Bahnstrecke Mühldorf-Freilassing. Was ist bei diesem Gespräch herausgekommen?

Kern: Es herrschte ein gutes Gesprächsklima. Zur Durchführungsverordnung bezüglich der Fluglärmproblematik verweise ich auf die Presseerklärung des Landratsamtes Berchtesgadener Land, die mittlerweile veröffentlicht wurde. Die Planungen für den zweigleisigen Ausbau der Bahnstrecke München-Mühldorf-Freilassing laufen weiterhin. Im Oktober gibt es Gespräche mit der DB-Netz bezüglich der Elektrifizierung und der Unterführungsbauwerke im Gemeindebereich. Dabei steht auch das Thema Bahnhaltepunkt Surheim-Helfau auf der Tagesordnung.

Wie geht es mit der energetischen Sanierung des Rathauses weiter?

Kern: Diese befindet sich in der Planung und soll im nächsten Jahr umgesetzt werden, wobei auch die Heizungsanlage erneuert wird. Vielleicht kann sogar eine kleine Lösung der Fernwärmeversorgung gelingen.

Wie schaut es bei der Sanierung der Salzach mit einer energetischen Nutzung aus?

Kern: Dazu findet ein Gespräch mit Umweltminister Dr. Marcel Huber statt. Auf Salzburger Seite ist in der Antheringer Au ein Naturpark geplant. Leider sind die Gemeinde Saaldorf-Surheim und auch die Stadt Freilassing nicht eingebunden. Sofern die Salzachsanierung mit einer vernünftigen ökologischen Energienutzung gelingt, könnte es auch eine Geh- und Radwegverbindung nach Anthering geben. Der Antheringer Bürgermeister und ich haben hier die gleiche positive Meinung.

Wie schaut es mit dem neuen Ortsentwicklungskonzept für die Gemeinde Saaldorf-Surheim aus?

Kern: Die Resonanz ist hervorragend und viele Personen haben sich für die Lenkungsgruppe beworben. Die weiteren Mitglieder werden dann in der Gemeinderatssitzung am 18. September 2014 per öffentlichem Losentscheid bestimmt.

Welche Themen sind in den vergangenen 100 Tagen auf sie zugekommen?

Kern: Ab dem neuen Kindergarten- und Schuljahr und der Schulbetreuung wird das Mittagessen aus der Küche des Senivita Seniorenhauses St. Rupert in Surheim bezogen. Es freut mich, dass nun das Mittagessen für die Kinder in der eigenen Gemeinde sichergestellt werden kann. Die Gemeindezeitung hat ein neues Layout bekommen und es wurden weitere Themen, wie Kirche und Soziales eingebaut. Auch das Arbeitsplatzangebot der heimischen Firmen könnte in die Gemeindezeitung mit aufgenommen werden. Die nächste Ausgabe erscheint Ende Oktober.

Der Schritt von der freien Wirtschaft in die Kommune als Bürgermeister war für sie einschneidend. Haben sie diesen bereut?

Kern: Auf keinen Fall. Ich habe am 29.04.2014 meine Firmenanteile an drei ehemalige Mitarbeiter veräußert und habe somit keine anderen Verpflichtungen mehr. Meine volle Konzentration giflt nun dem interessanten und vielschichtigen Amt als 1. Bürgermeister der Gemeinde Saaldorf-Surheim.

Zum Abschluss, was waren die schönsten Ereignisse in den vergangenen 100 Tagen?

Kern: Die zahlreichen Abschlussfeiern unserer Schülerinnen und Schüler in den verschiedensten Schulen. Auch bei den Feuerwehrfesten in Saaldorf und Surheim zeigte sich, dass es die Vereine in der Gemeinde verstehen, große Feste zu organisieren und durchzuführen. Die Gemeinde Saaldorf-Surheim wurde in der Öffentlichkeit hervorragend präsentiert.

Herr Bürgermeister Kern, wir danken ihnen für das Gespräch.

Peter Wimmer

Quelle: BGland24.de

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