Weihnachtskonzert auf hohem Niveau

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Ehrungen: v.l. Josef Hagenauer, Angelika Hagenauer, Katharina Stelzig, Kapellmeister Bernhard Rehrl, Bürgermeister Ludwig Nutz, Michael Mittermeier, Musikvereinsvorsitzender Felix Hagenauer sen.

Saaldorf-Surheim - Die Surheimer Musikkapelle hatte zum traditionellen Weihnachtskonzert geladen und gekommen sind so viele Freunde der gepflegten Blasmusik, dass die Turnhalle schier aus den Nähten platzte.

Niemand brauchte seinen Weg zu bereuen, wurde er doch mit musikalischen Schmankerln der Extraklasse belohnt. Es begeisterte nicht nur das routinierte und harmonische Spiel der Surheimer Kapelle - auch die Jungmusiker und selbstredend die Bigband sorgten für Beifallsstürme. Noch eine Besonderheit: Ein letztes Mal durfte der scheidende Bürgermeister Ludwig Nutz den abschließenden Marsch dirigieren. 

In launigen Worten begrüßte Fördervereins-Vorsitzender Felix Hagenauer sen. die Besucher in der vollbesetzten Surheimer Turnhalle und bedankte sich bei allen Helfern. Einen besonderen Applaus durften sich die Musiker-Frauen abholen, hatten sie doch mit ihren an den Tischen drapierten Plätzchen-Teller maßgeblich zur weihnachtlich-festlichen Stimmung beigetragen. Den musikalischen Teil eröffnete die Jugendkapelle mit dem Ruetz-Marsch von Erwin Trojan, „einer unserer Standart-Märsche“, wie „Jungmusi“-Leiter Felix Hagenauer jun. erklärte. Das Ziel der Jugendkapelle sei es nämlich, das Zusammenspielen zu lernen und die Standart-Literatur der „großen Musi“ gezielt zu üben. Dass die vierzehn Mädel und Buben zwischen neun und achtzehn Jahren auf diesem Weg schon ein gutes Stück vorangekommen sind, bewiesen sie mit ihrer flott vorgetragenen Südböhmischen Polka von Ladislav Kuben. 

"Einzug der Gäste auf der Wartburg"

Überhaupt spielt die Jugend- und Nachwuchsarbeit bei der Surheimer Musikkapelle eine herausragende Rolle. So stellten die Musikanten in einer Art „Schnupperlehre“ ihre Instrumente in Schule und Kindergärten sowie im Rahmen des Ferienprogramms vor. „Das ist gut angekommen“, freute sich Felix Hagenauer, „weil im Herbst gleich acht Buam und Deandl angefangen haben, ein Instrument zu lernen“. Betreut von Johanna Maier haben es die Jüngsten auch schon zur Bühnenreife gebracht und durften dies mit dem Weihnachtslied „Ihr Kinderlein kommet“ erfolgreich beweisen. Mit dem Stück „Einzug der Gäste auf der Wartburg“ eröffnete die Musikkapelle Surheim unter Leitung von Bernhard Rehrl den Hauptteil des Weihnachtskonzerts. Bei dem pompösen, von vielen Rhythmuswechseln bestimmten Werk handelt es sich um einen Ausschnitt aus der Wagner-Oper „Tannhäuser“. Gekonnt setzten die Surheimer Musiker die Ankunft der illustren Gäste zum „Sängerkrieg auf der Wartburg“ in musikalische Bilder um. 

Die ausgezogene Posaune größer als der ganze Bub

Felix Hagenauer jun., der den Konzertabend fachkundig und kurzweilig moderierte, merkte an, dass Richard Wagner zwar wegen seiner antisemitischen Haltung berechtigterweise in Kritik stehe, aber „seine Musik war revolutionär und wegweisend bis in die heutige Zeit“. „Tubistenstolz“ war das folgende Stück von Harald Berndt überschrieben – und wahrlich stolz konnte der zwölfjährige Thomas Starzer auch sein, meisterte er doch seinen Tuba-Solopart in hervorragender Manier. „Da eifert er seinem legendären Onkel Johann „Gummi“ Gaugler nach, der über 20 Jahre in unserer Kapelle den Bass gespielt hat“, merkte Felix Hagenauer an. „Das Werk „Mährische Skizzen“ von Josef Jiskra zeichnet eine folkloristische Szene, die von charakteristischen Klängen und Harmonien der mährischen Volkslieder geprägt wird“, kündigte der Moderator das nächste Stück an. Und tatsächlich konnte der Zuhörer bei diesem musikalischen Gemälde von Schwermut bis zur ausgelassenen Freude alles an Gefühlen miterleben. 

Freuen dürfen sich die Surheimer Musikanten darüber, dass sie mit dem Rehrl Harry und seinen Söhnen eine Vollblut-Musikerfamilie in ihren Reihen haben. Den Beweis dafür trat der jüngste Rehrl-Bub, der elfjährige Sebastian, bei der „Bayerischen Polka“ von Georg Lohmann an. Die ausgezogene Posaune größer als der ganze Bub, legte der Sebastian unaufgeregt und souverän sein Solo wie ein „Alter“ hin. Mit der böhmischen Polka „Das ist mein Leben“, von Franz Watz und dem wunderbaren Marsch „Zum Städtel hinaus“ von Georg Meisner wurde das Publikum in die Pause entlassen. 

Big Band begeisterte mit "Eye of the Tiger"

Zu einem erfolgreichen und nicht mehr wegzudenkenden „Ableger“ der Musikkapelle hat sich während der letzten Jahre die Surheim Big Band entwickelt. Mag eingefleischten Blasmusikfreunden der Bigband-Sound anfangs noch befremdlich in den Ohren gelegen haben, so haben die Musiker um Bandleader Wolfgang Nobis mit ihren gekonnt arrangierten Stücken auch die letzten Skeptiker überzeugt. Im ersten Stück „The Chicken“ in einem Arrangement von Patrick Williams begeisterte vor allem Rosa Rottler mit ihren Tenorsaxophon-Soloeinlagen. Dann wurde es dunkel in der Halle und das „Auge des Tigers“ begab sich in Form eines Scheinwerfers auf die Suche nach „Rocky“, alias Harald Rehrl. Er wurde von zwei charmanten Damen seines Boxer-Outfits entledigt, um in gepflegtem Anzug und bester Frank Sinatra-Manier den Survivor-Hit „Eye of the tiger“ gesanglich zu interpretieren. Nach lang anhaltendem Beifall für diese Show-Nummer wurde das Publikum noch mit der Zugabe „Hip to be square“ belohnt. 

Musikkapelle bewies Bandbreite ihres Könnens

Im letzten Konzertteil bewies die Surheimer Musikkapelle nochmals die ganze Bandbreite ihres Könnens und ihres breit gefächerten Repertoires. Eingeladen wurde zum blutrünstigen „Tanz der Vampire“ von Jim Steinmann und zu einem Medley zeitloser Simon and Garfunkel-Hits, wie Bridge over troubled water, Mrs. Robinson, Sound of Silence und The boxer, allesamt in einem Arrangement vom Haller Vinei , einem Altmusikanten der Surheimer Kapelle. Als letztes Stück stand der Konzertmarsch „Hoch Heidecksburg“ von Rudolf Herzer auf dem Programmzettel. Ohne Zugabe ließ das begeisterte Publikum die Musikanten allerdings nicht gehen. Mit „Nimrod“ aus den Enigma-Variationen von Edward Elgar gab die Kapelle am Ende auch noch eine Kostprobe ihres klassischen Könnens ab. Die Lacher auf seiner Seite hatte Musikvereinsvorsitzender Felix Hagenauer, als er Bürgermeister Ludwig Nutz auf die Bühne bat, „damit du ein letztes Mal dirigierst, bevor du abdankst“. Der Bürgermeister hatte seinerseits viel lobende Worte für die Musikkapelle übrig: „Ihr könnt stolz auf euch sein, denn ihr begleitet unser dörfliches Leben durchs ganze Jahr und tragt damit erheblich zum Gemeindeleben bei.“ Dann war es tatsächlich soweit: Nach achtzehn Jahren dirigierte Ludwig Nutz ein letztes Mal als Gemeindeoberhaupt seinen Lieblingsmarsch „Alte Kameraden“.

Surheimer Musikkapelle lud zum Weihnachtskonzert

Die diesjährigen Ehrungen

Bürgermeister Ludwig Nutz konnte zusammen mit Musikvereins-Vorsitzenden Felix Hagenauer auch heuer wieder eine Reihe von Ehrungen durchführen. Als Schlagzeugerin hat Katharina Stelzig das Leistungszeichen in Silber erfolgreich abgelegt. Für 15 Jahre Treue und Einsatz bei der Musikkapelle erhielten Angelika Hagenauer und Josef Hagenauer die Ehrennadel in Bronze. Auf sein 25-jähriges Jubiläum bei der Kapelle kann Michael Mittermeier zurückblicken, wofür er mit der silbernen Ehrennadel ausgezeichnet wurde.

nh

Quelle: BGland24.de

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