Ortsentwicklung: Bürger dürfen Ideen einbringen

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Saaldorf-Surheim - Die Zukunft mitgestalten: Erstmals hatten die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde die Gelegenheit, Wünsche und Ideen über die Ortsentwicklungsplanung einzubringen.

„Zukunft Saaldorf-Surheim – Ihre Meinung ist gefragt!“, stand es groß an dem auffällig orangen Info-Bungalow beim Surheimer Dorffest und eine Woche später beim Schulfest in der Saaldorfer Mehrzweckhalle. Erstmals hatten die Bürger damit Gelegenheit, sich über die eingeleitete Ortsentwicklungsplanung (OEP) zu informieren und ihre Ideen, Wünsche und Anregungen einzubringen. Bürgermeister Bernhard Kern und Martin Birgel vom Münchner Planungsbüro Dragomir zeigten sich sehr zufrieden mit dem bisherigen Interesse der Bürger. Saaldorf-Surheim hat sich während der letzten zehn Jahre zu einer aufstrebenden Gemeinde und zu einem gefragten Wohn- und Gewerbestandort entwickelt. Das rasche Wachstum bedeutete allerdings auch eine enorme Herausforderung in Bezug auf öffentliche Infrastruktur-Maßnahmen.

Dabei geriet insbesondere der stark gestiegene Schwerlast-Verkehr durch den Ortskern von Surheim zunehmend in den Brennpunkt. Auch die Ausweisung neuer Gewerbegebiete und der damit verbundene Flächenverbrauch rief manchen kritischen Widerspruch hervor. Aus den Reihen des Gemeinderates kam die Anregung, erst einmal inne zu halten und vor weiteren Planungen ein Gesamtkonzept für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde zu erarbeiten. Dieser Vorschlag fand eine Mehrheit, und so wurde noch unter der Ägide von Bürgermeister Ludwig Nutz beschlossen, eine Ortsentwicklungsplanung einzuleiten. Mit der Abwicklung des OEP wurde das Münchner Büro Dragomir Stadtplanung beauftragt. Zwischenzeitlich haben Mitarbeiter des Planungsbüros mit einer umfassenden Bestandsaufnahme und Analyse der örtlichen Situation begonnen. Zeitgleich konstituierte sich ein sogenannter Lenkungskreis, der das Verfahren im Rahmen regelmäßiger Sitzungen begleitet.

Das Gremium besteht aus Gemeinderatsmitgliedern und Vertretern der örtlichen Institutionen und Vereine. Vervollständigt wird es durch fünf Bürgervertreter, die aus den Reihen der Bewerber bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung am 18. September ausgelost werden. Transparenz im Verfahren, durchgängige Informationspolitik und eine möglichst hohe Bürgerbeteiligung haben sich die Organisatoren ganz groß auf die Fahnen geschrieben. Wie dies praktisch umgesetzt wird, konnten die Besucher des Surheimer Dorffestes und des Schulfestes in Saaldorf erleben, wo das Büro Dragomir jeweils mit einem Infostand und fachkundigen Ansprechpartnern vertreten war. „Hier sehe ich Verbesserungsbedarf“ und „Hier ist es besonders schön“ – mit roten und grünen Klebepunkten konnten die Besucher auf großen Luftbildern der Gemeindeteile ihre Präferenzen kundtun.

Für schriftliche Vorschläge, Anregungen oder auch Kritiken war Platz an einer Pinnwand. Und schließlich standen Mitarbeiter des Büros, Bürgermeister Bernhard Kern und Gemeinderäte für Auskünfte und Gespräche zur Verfügung. „Wie wurden die Infostände angenommen?“ Bernhard Kern und Projektleiter Martin Birgel zeigten sich überrascht und erfreut vom großen Interesse der Bürger. „Es entwickelten sich sehr gute Diskussionen, in denen vor allem die Begeisterung darüber durchdrang, dass sich die Gemeinde für diese Maßnahme entschieden hat“, berichtete Martin Birgel. „Alle schriftlichen und mündlichen Anregungen werden von unseren Mitarbeitern notiert und fließen in die Bestandsaufnahme ein.“ Kristallisieren sich schon in diesem Stadium Schwerpunkte für Handlungsbedarf heraus? „Die Häufigkeit der Nennungen lässt gewisse Rückschlüsse zu, wo die Bürger der Schuh drückt. Die Verkehrssituation insgesamt, die Sicherheit der nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer, Radwege, Spielplätze, Jugendtreffs wurden oft thematisiert, genauso wie die Naherholungsgebiete Abtsdorfer See und Salzachauen“ , listete Birgel auf.

Und wie geht es weiter im Verfahren? Am 24. August wird beim Steinbrünninger Herbstfest der mobile Infostand ein weiteres Mal vor Ort sein. Parallel dazu wird die Bestandsaufnahme weitergeführt. Die Ergebnisse fließen in die Septembersitzung des Lenkungskreises ein. „Im Herbst wollen wir dann auch „Wirthausgespräche“ mit den Gemeindebürgern beginnen“, erklärt Martin Birgel. Bei diesen offenen Tischrunden soll in Kleingruppen ungezwungen über Gemeindethemen diskutiert werden. Bürgermeister Bernhard Kern betont noch einmal ausdrücklich, wie wichtig ihm eine offene Informationspolitik während des gesamten Projektverlaufs ist, „denn nur so erreichen wir hohe Akzeptanz beim Bürger“.

Derzeit wird auf der Gemeinde-Homepage eine eigene Seite zum Ortsentwicklungsplan eingerichtet. Anregungen zum OEP können außerdem unter der E-Mail-Adresse saaldorf-surheim@dragomir.de eingebracht werden.

nh

Quelle: BGland24.de

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