Flughafen Salzburg

Rundumschlag der Fluglärmgegner

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Starts und Landungen am Flughafen Salzburg sorgen für Ärger.
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Freilassing - Das Aktionsbündnis gegen Fluglärm wirft der österreichischen Seite die Verfälschung von Fakten vor. Man wolle die größten Risiken auf Freilassing abwälzen.

"Nach Ansicht des Aktionsbündnisses ist die Kündigung des Staatsvertrages unabdingbar", sagte Bettina Oestreich anlässlich der Vorstellung der Jahresbilanz des Aktionsbündnisses "Lebensqualität ohne Fluglärm". Unter den Fluglärmgegenern ist man der Überzeugung, dass die Übereinkunft zwischen Deutschland und Österreich, die den Flugverkehr am Flughafen Salzburg regeln soll, einer Durchführungsverordnung im Weg. Diese soll die Anzahl der Flugbewegungen auf deutscher Seite begrenzen. In der Region setzen viele Betroffene darauf, dass sich Verkehrsminister Dobrindt dem Themas annimmt.

Der österreichischen Seite wirft das Aktionsbündnis vor, unbequeme Zahlen zu verschweigen oder zu zu manipulieren. Außerdem werde der Südanflug, der die Belastung für Freilassing senkt, durch veraltete Technik des Flughafens zum Ausnahmefall.

Zahl der Flugbewegungen ist umstritten

Wie viele Flüge über deutsche Seite starten und landen, ist eine umstrittene Frage. Das Aktionsbündnis weist darauf hin, dass die Zahlen, die unter anderem der Flughafen selbst nennt, nicht der Realität entsprechen. Wenn beispielsweise von 25 Landungen pro Tag die Rede sei, würden damit nur Linien- und Charterflüge erfasst. Die Anzahl der Frachtflüge werde also nicht erfasst.

Die Verantwortlichen verfälschen so bewusst die Zahlen, lautet der klare Vorwurf. Mehr als zwei Drittel der Flugbewegungen würden so unter den Tisch fallen. Außerdem spreche man nur von den Landungen. Die Starts würden bewusst nicht angesprochen.

Starts nach Süden häufiger möglich

Die reine Häufigkeit von Starts und Landungen ist allerdings nur ein Teil der Vorwürfe. Die Fluglärmgegner weisen darauf hin, dass über 90 Prozent der Flugbewegungen über deutsches Gebiet führen. Starts nach und Landungen von Süden her sind der Ausnahmefall. Gerade die südliche Route würde aber Freilassing entlasten.

Anflüge von Süden seien bloß deshalb schwer möglich, weil der Flughafen Salzburg noch nicht auf ein GPS-Navigationssystem umgerüstet habe. Mit dieser weltweit angewendeten Verfahren sei die Landung kein Problem mehr. Starts in Richtung Süden seien laut Austro Control (österreichische Luftfahrtagentur) bei Windstille und auch Nordwind kein Problem, führte das Aktionsbündnis weiter aus.

Freilassing trage den größten Teil der Risiken, die durch den Flugverkehr entstehen. Die mögliche Entlastung der deutschen Seite scheitert nach dieser Bilanz an der österreichischen Seite.

Hundere Millionen Euro Schaden

Auch wirtschaftlich hinterlässt der Flugverkehr Schäden im Raum Freilassing. Bettina Oestreich verwies auf Zahlen der Kronenzeitung, die den Wertverlust bei Grundstücken auf insgesamt 739,5 Millionen Euro berechnete. "Hier wäre es nicht verwunderlich, wenn die Freilassinger, Surheimer, Saaldorfer und Ainringer Grund- und Immobilienbesitzer eine Schadenersatzklage gegen die Eigentümer des Flughafens Salzburg anstreben würden", meinte Erich Prechtl vom Bund Naturschutz.

Quelle: BGland24.de

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