Schleierfahnder vollstrecken Haftbefehle

Traunstein/Piding - Die Fahnder der Polizei Traunstein haben innerhalb von zwei Tagen gleich mehrere Ausländer mit gefälschten Papieren erwischt und Haftbefehle vollstreckt.

Ein gefälschter serbischer und ein kroatischer Führerschein sowie zwei Grüne Karten zum Nachweis der Kfz-Haftpflichtversicherung wurden als Fälschungen erkannt und in Verwahrung genommen. Die verantwortlichen Fahrer mussten für die zu erwartenden Geldstrafen hohe Kautionen hinterlegen.

Vier mit Haftbefehl gesuchte Personen mussten an Ort und Stelle ihre offenen Geldstrafen restlos bezahlen oder alternativ, wie ein Rumäne mit zwei U-Haftbefehlen, in die nächste Justizvollzugsanstalt einrücken.

Original mit eigenen Daten versehen

Bereits am Mittwochvormittag kontrollierten die Schleierfahnder einen Audi 100 mit Wiener Zulassung an der A8 auf Höhe der Ausfahrt Piding-Nord. Dabei zeigte sich, dass der 27-jähriger Serbe am Steuer über keinen gültigen Führerschein verfügt. Der vorgelegte im Kopierverfahren hergestellte serbische Führerschein kostete den Mann letztendlich eine hohe dreistellige Summe als Kaution. Ein Original bzw. die Verlängerung seiner seit einem Jahr abgelaufenen „Lizenz“ aus dem Kosovo wäre wohl billiger gewesen.

Komplett „umfrisiert“ hatte ein 44-jähriger Kroate seinen Führerschein. Das Original hatte er mit seinem Lichtbild und mit seinen Personaldaten versehen. Die alten Personalien wurden zuvor ausradiert. Damit nicht genug, hatte er auch noch die Grüne Karte für den französischen Citroen, mit dem er und ein Rumäne unterwegs waren, eigenhändig verlängert.

Auch in diesem Fall war eine hohe dreistellige Sicherheitsleistung zu zahlen. Nach einem längeren Aufenthalt bei den Fahndern wurde der Kroate am Mittwochnachmittag wieder entlassen. Da auch sein Begeleiter aus Rumänien keinen Führerschein hatte, gestaltete sich die Suche nach einem Ersatzchauffeur langwierig.

Im nächsten Fall führte ein Abfrage bei den österreichischen Behörden zur Stilllegung eines Ford Escort mit Wiener Kennzeichen, der seit knapp einem Jahr ohne Versicherungsschutz unterwegs ist. Das Auto wurde von den Fahndern am späten Mittwochnachmittag auf der Autobahn bei Piding gestoppt. Da der 21-jähriger Rumäne zum Nachweis der Haftpflichtversicherung eine gefälschte Grüne Karte mitführte, kam zu den Verkehrsdelikten auch noch Urkundenfälschung hinzu. Ohne Nachweis einer gültigen Kfz-Versicherung wurde die Weiterfahrt unterbunden.

Für 80 Tage ins Gefängnis

Der Fahrer stand zudem gleich zweimal wegen Betruges auf der Fahndungsliste. Zur Vollstreckung der U-Haftbefehle wurde der Rumäne zunächst dem Ermittlungsrichter vorgeführt und anschließend an die Beamten der JVA übergeben.

Ein 26-jähriger Österreicher und ein 28-jähriger Deutscher, beide wohnen in Salzburg, ereilte ein ganz ähnliches Schicksal. Beide saßen unbedarft im Regionalzug in Richtung München, als sie von den Schienenfahndern überprüft wurden. Wo der eine mit der Zahlung von rund 150 Euro eine drohende Haft von zehn Tagen wegen Diebstahls abwenden konnte, musste der Ältere aufgrund einer ungleich höheren Strafe wegen eines Rauschgiftdeliktes für 80 Tage in die nächste Haftanstalt. Bargeldlos und ohne finanzielle Rückendeckung war er nicht in der Lage, die Strafe zu begleichen.

Quelle: BGland24.de

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