Statt reden – endlich handeln

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Wir machen mobil (v.l.): Elisabeth Hagenauer, Edeltraud Nachbar-Fieweger, Wolfgang Fieweger, Marie-Luise Thierauf, Siegfried Popp, Ludwig Hagenauer, Margitta Popp und Maria Fleischer-Lackner.

Freilassing - Noch zehn Tage bis zum Bürgerentscheid zum Biomasse-Heizkraftwerk in Freilassing. Grund genug für einige Mitglieder des Bund Naturschutzes mobil zu machen.

Jahrzehntelang haben sie sich für den Klimaschutz engagiert und für die Ziele des Naturschutzes eingesetzt. Ehemalige Vorsitzende, Kassiere, Beisitzer und Kampagnenleiter des Bundes Naturschutz sind erzürnt über die destruktive und rückwärtsgewandte Politik des amtierenden Ortsvorstandes in Freilassing. Dieser wird auch für die fehlende Diskussionsmöglichkeit innerhalb der Ortsgruppe verantwortlich gemacht.

In einer öffentlichen Erklärung rufen die Umweltaktivisten die Freilassinger Bürger auf, an der Abstimmung teilzunehmen und für das zukunftweisende Projekt zu stimmen.

Es ist ihnen nicht leicht gefallen, sich derart offen gegen den Ortsvorstand zu stellen. Lange haben sie gewartet und auch von den Verantwortlichen erwartet, dass in der längst fälligen Jahreshauptversammlung das Thema gemeinsam besprochen und entschieden wird. Diese Möglichkeit hat der Landesverband seinen Untergruppierungen gegeben, um das schwierige Thema vor Ort auf eine breitere Basis zu stellen. Da sich nun aber Mitglieder des Ortsvorstandes nur noch rein agitatorisch betätigen, nur um das Hackschnitzelheizkraftwerk zu verhindern, wenden sich nun die Aktivisten an die Öffentlichkeit.

Hier geht's zur Erklärung der Naturschützer

Ausdrücklich bekennen sie sich aber zu den Grundsatzpositionen des BN und des Dachverbandes BUND. Selbstverständlich betrachten sie die Energieeinsparung als wichtigsten Beitrag für den Klimaschutz. Um schnell erfolgreich zu sein, muss man aber in der Lage sein, jederzeit alle Register ziehen zu können. Angesichts der dramatischen Klima- und Umweltsituation kann es sich die Menschheit nicht leisten, auf wesentliche Komponenten der Energiewende zu verzichten. Staatliche Förderprogramme unterstützen das Energieeinsparen eines jeden Einzelnen, der auch weiterhin selbst für seine persönliche Umsetzung verantwortlich ist.

Das Engagement des Freilassinger Stadtrates für das Biomasseheizkraftwerk ist ein weiterer zusätzlicher Baustein, um den lokalen Klimaschutz voranzubringen. Mit ihrem zukunftsweisenden Fernwärmeprojekt erfüllt die Stadt nicht nur die Anforderungen der Naturschutzverbände, sie trägt auch erheblich zur Stärkung des regionalen Wirtschaftskreislaufs bei. Der Verbund mit Salzburg ermöglicht auch, dass das Projekt vom ersten Tag an wirtschaftlich arbeitet. Der Stadtrat hat in der Salzburg AG auch einen Partner gefunden, der viel Erfahrung mit der Nutzung regenerativer Energien hat. Somit wird es später auch leichter, die solare Nutzung erheblich zu stärken. Da sich die geplante Betreibergesellschaft fest in kommunaler und somit in öffentlicher Hand befindet, sollte es den Freilassingern nicht schwer fallen, sich an diesem Bürger-Heizkraftwerk zu beteiligen.

Gerade die Demokratisierung der Energieversorgung ist eine wesentliche Forderung des BUND und des BN, welche die Ortsgruppe aber sträflich ignoriert. Stattdessen kettet sie mit ihrer Haltung die Bürger an internationale Großkonzerne, wie den Ölriesen BP sowie an die deutschen Atomkraftbetreiber.

Bewusste Desinformation?

Die Aktivisten verurteilen die unredlichen Aussagen einzelner Mitglieder aus den Reihen des BN Ortsvorstandes. So werden in Berichten und Leserbriefen bewusst falsche Begriffe gewählt um das Projekt in Misskredit zu bringen. Beispielsweise wird von einem 18.000 Hektar großen Kahlschlag gesprochen, der Jahr für Jahr vorgenommen wird, um den Hackschnitzelbedarf für Freilassing zu decken. Tatsächlich benötigt man diese Fläche, um mit einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung die Energiemenge für das Freilassinger Werk bereitzustellen. Es wird aber nur soviel Holz aus dem Wald genommen wie auch tatsächlich nachwächst und davon wird nur ein kleiner Teil für Energiezwecke genutzt. Weiters wird suggeriert, dass mit der Verbrennung von Holz eine zusätzliche Klimabelastung entstehe. Richtig ist, dass Holz Kohlendioxid sowohl bei der Verbrennung als auch bei der natürlichen Verrottung freisetzt. Aus diesem Grund wird Holz bei der energetischen Verwertung international als CO2 -neutral berechnet.

Mit diesen oder anderen Halbwahrheiten und Verdrehungen aus der Feder von aktiven Funktionären wird der Bürger in die Irre geleitet. Dies schade nicht nur dem Verband, solche Machenschaften bringen die gesamte Umweltbewegung in Misskredit. Einige der Aktivisten haben eben aus diesem Grund dem Verband bereits den Rücken gekehrt. Klima- und Naturschutz kann man auch ohne Verbandszugehörigkeit betreiben und mit handfesten Taten und Aktionen diesem zum Erfolg verhelfen.

Pressemitteilung "NOCH-Mitglieder des BN und aus Protest gegen die offizielle Haltung der Ortsgruppe bereits ausgetretene ehemalige Mitglieder"

Quelle: BGland24.de

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