„Herrngrab“ in der Surheimer Kirche

Burschenverein kümmert sich um Heiliges Grab

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Surheim - Seit 2006 hat sich der katholische Burschenverein Surheim der Tradition angenommen, ein prächtiges „Herrngrab“ im Glockhaus der Pfarrkirche St. Stephan zu errichten.

Bis auf das 10. Jahrhundert geht der christliche Brauch zurück, um Ostern in den Kirchen ein Heiliges Grab aufzubauen. Die Gläubigen sollten an die Grablegung Jesu erinnert werden und die Möglichkeit zur Besinnung und Anbetung erhalten. Seit 2006 hat sich der katholische Burschenverein Surheim dieser Tradition angenommen und errichtet seither jedes Jahr eine prächtiges „Herrngrab“ im Glockhaus der Pfarrkirche St. Stephan.

Emsiges Treiben herrschte Anfang der Karwoche im hinteren Bereich der Surheimer Kirche. Ausgerüstet mit allerlei Handwerkzeug haben sich acht Mitglieder des Burschenvereins daran gemacht, das Heilige Grab aufzubauen. „Es hat wohl früher eine Grabnachbildung an einem der Seitenaltäre gegeben, aber der Brauch ist im Laufe der Zeit abgekommen“, weiß Mesnerin Anneliese Streitwieser zu berichten und Kirchenverwaltungsmitglied Andreas Buchwinkler ergänzt, dass er aus Erzählungen mitgekriegt habe, dass da „so ein alte, „grabe“ Holzkiste“ als Sarg gestanden sein muss. Pfarrer Roman Majchar war es, der vor acht Jahren anregte, den alten Brauch doch wieder aufleben zu lassen. Beim damals neu gegründeten Burschenverein stieß er mit diesem Vorschlag offene Türen ein. Allerdings stellte sich bald die Frage, wie sich die Idee praktisch umsetzen ließe, zumal die Suche nach alten Requisiten wenig erfolgreich verlief. „Außer der Herrgottsfigur, sowie einigen Lampen und Glaskugeln war vom ehemaligen Grab nichts mehr auffindbar“, blickt Buchwinkler zurück. Mit viel kreativem Geschick und handwerklichen Können gingen die jungen Männer daran, eine vollkommen neue Grabhöhle samt Kulisse zu bauen. Als Platz in der Kirche bot sich der westliche Eingangsbereich, das sogenannte Glockhaus, an. „Am Anfang hat es schon das eine oder andere Problem gegeben, alles so hinzukriegen, wie wir es haben wollten“, blickt Anneliese Streitwieser zurück, die im Übrigen für ihre Helfer vom Burschenverein nur Lob übrig hat: „Die haben sich voll für das Projekt eingesetzt und nicht nur ihre Ideen und ihre handwerklichen Fähigkeiten eingebracht, sondern auch sehr viel Freizeit geopfert.“

Zwischenzeitlich verläuft der Aufbau des im eingespielten Team schon routiniert und zügig. Nach zwei Stunden gemeinsamer Arbeit ist das Heilige Grab samt Kulisse errichtet. Schlackensteine aus dem Achthal betonen den Höhlencharakter der Grabstelle und natürlich dürfen die hinterleuchteten und mit gefärbtem Wasser gefüllten Glaskugeln nicht fehlen. Die Lichter gehen auf einen alten Brauch aus Bayern und Tirol zurück und sollen einen Bogen spannen zwischen dem Dunkel des Grabes und dem hellen Lichtschein der Auferstehung. Die Möglichkeit zum Gebet und zur Besinnung vor dem Heiligen Grab besteht für die Gläubigen am Karfreitag nach der Karfreitagsliturgie und am Karsamstag. Das leere Grab des Auferstandenen ist bis Ostermontag zu sehen.

Norbert Höhn

Quelle: BGland24.de

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