Positiver Bauvorbescheid ist erteilt

Aufbau des Bohrturms und Bohrungen bei Taching am See gehen im nächsten Jahr los

Nach aktuellem Stand beginnen Aufbau des Bohrturms und die Bohrungen bei Taching am See schon im nächsten Jahr 2021.
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Nach aktuellem Stand beginnen Aufbau des Bohrturms und die Bohrungen bei Taching am See schon im nächsten Jahr 2021.

München. /Taching am See - Ende August 2019 stellte die Geoenergie Bayern Projekt Törring GmbH & Co. KG den Antrag auf Erteilung eines Bauvorbescheids für die Geothermieanlage bei Haus/Tengling.

Nach etwa zwölf Monaten Bearbeitungszeit wurde Ende September nach Untersuchung der relevanten öffentlichen Belange und nach dem Erlass des vorgreiflichen bergrechtlichen Hauptbetriebsplans der Antrag durch das Landratsamt Traunstein positiv beschieden. Bei der Prüfung des Antrags waren viele Träger öffentlicher Belange oder zuständige Fachbehörden einbezogen.


Der Geschäftsführer Geoenergie Bayern Projekt Törring GmbH & Co. KG, Dipl.Geogr. Bernhard Gubo, bestätigte den positiven Vorbescheid. Zudem erläuterte er die wesentlichen Inhalte des Bescheides:

„Der positive Bescheid des Antrags auf Prüfung der bauplanungsrechtlichen Belange für eine geothermische Stromerzeugungsanlage am Standort Haus/Tengling ist das Ergebnis einer langen und intensiven Planungsphase im Vorfeld der Antragstellung. Aber auch nach Antragsstellung war Geoenergie Bayern gefordert, Fragen zu verschiedenen Belangen dem Landratsamt Traunstein genau zu beantworten. Im Ergebnis der Antragsprüfung ist festzuhalten, dass einem Bauvorhaben für eine Geothermie-Anlage unter anderem zur Stromerzeugung keine öffentlichen Belange entgegenstanden. Diese Genehmigung berechtigt aber noch nicht zum Bau, da zum Beispiel bauordnungsrelevante Belange nicht beantragt oder geprüft wurden.“ Dafür wolle die Geoenergie Bayern zunächst abwarten ob sie bei den Bohrungen fündig werde, ehe sie mit der genauen Anlagenplanung den Bauantrag bei der Genehmigungsbehörde im Landratsamt Traunstein einreiche.


„Der nunmehr erteilte Bauvorbescheid hält aber fest, dass in dem beantragten Umfang aus bauplanungsrechtlichen Gründen eine Geothermie-basierte Stromerzeugung genehmigungsfähig ist“, so Gubo

Das Ergebnis der behördlichen Prüfungen sei eindeutig: Der Standort eigne sich gut, um Geothermie-Strom zu erzeugen. Nach der bergrechtlichen Genehmigung des Hauptbetriebsplanes bekräftige diese positive Bauvorgenehmigung erneut die sehr gute Wahl des Standorts für ein Geothermie-Vorhaben.

Im Antrag seien bereits viele Konzepte durch den Antragsteller aufgenommen worden, die möglichen Sicherheitsbedenken von Anwohnern und umliegenden Gemeinden Rechnung tragen. Der vorliegende Bescheid des Landratsamtes enthalte eine Vielzahl von rechtlich bindenden Bedingungen, Auflagen und naturschutzrechtliche Nebenbestimmungen, die bei der Umsetzung des Bauvorhabens zwingend zu beachten seien.

Dazu zählen unter anderem folgende wichtigen Punkte: Die Rückbau-Verpflichtungserklärung des Bauherrn, sowie zu deren Absicherung das Erbringen einer Sicherheitsleistung vor Baubeginn. Zudem seien alle Schallschutzmaßnahmen aus der Untersuchung auf schalltechnische Verträglichkeit vollumfänglich in der späteren Bauausführung zugrunde zu legen. Zusätzlich zu diesen Maßnahmen werden in einer späteren Baugenehmigung weitere Auflagen zum Schallschutz aufgenommen. Der Vorbescheid umfasse auch Naturschutzrechtliche Nebenbestimmungen: So seien die Inhalte der landschaftspflegerischen Begleitplanung vollständig zu beachten, was insbesondere der Eingriffsminimierung und -vermeidung diene.

„Mit dem Erhalt der baurechtlichen Vorgenehmigung haben wir nun endgültig Klarheit, dass keine öffentlich-rechtlichen Belange dem Erneuerbarem-Energie-Projekt, weder obertägig noch Untertage entgegenstehen. Die geplanten Bohrungen sind bereits vom Bergamt Südbayern nach einer mehrmonatigen Prüfung zugelassen worden“, bestätigt Dipl. Geogr. Bernhard Gubo. Er betont auch, dass weder unzulässige Schallimmissionen, Erschütterungen, noch Beeinträchtigungen in den Naturhaushalt oder im Grundwasservorkommen bei dem vorgenehmigten Bauvorhaben zu befürchten sind.

„Wir sind uns sicher, das Projekt in wesentlichen Punkten auch im Sinne der Gemeinde Taching am See und der Stadt Tittmoning gestalten zu können, um so auch direkte Vorteile für die Kommunen über Jahrzehnte hinweg sicherzustellen. Wir denken dabei nicht nur an Fernwärme für umliegende Ortschaften und überregionale Fernwärmenetze, sondern auch an die kommenden, nicht unerheblichen Gewerbesteuerzahlungen.“

Das Geothermie-Kraftwerk soll nach Fertigstellung jedes Jahr im Schnitt zwischen 40-50 Mio. Kilowatt Strom erzeugen (Nettoeinspeisung), was gegenüber konventionell produziertem Strom eine CO2-Einsparung von bis zu 30.000 Tonnen bedeute. Damit könnten mehrere Tausend Haushalte mit erneuerbarem Strom versorgt werden, und zwar wetterunabhängig und grundlastfähig.

„Neben der fast fertiggestellten Geothermieanlage in Garching an der Alz, der mit dem Bau begonnenen Geothermieanlage in Kirchweidach und dem kurz vor Bohrbeginn stehendem Projekt in Kirchanschörnig betont auch das Projekt in Taching am See erneut die enorme Bedeutung der Geothermie für eine nachhaltige Energieerzeugung im Chiemgau beziehungsweise im Landkreis Traunstein. Aber natürlich wollen wir auch Wärmekunden gewinnen, denen wir Vorrang einräumen würden gegenüber der Stromerzeugung.“ Zwar liefen dazu bereits erste Gespräche, aber eine Nutzung der Geothermie für Fernwärme ist derzeit leider noch nicht absehbar.“

Aus aktuellem Anlass ist noch anzumerken, dass bei dem Thema „Endlagersuche für radioaktive Abfälle“ im Umfeld der vier genannten Geothermiebohrungen kein Endlager-Standort geprüft wird. „Im Dezember 2018 hat auf unseren Antrag hin das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) dem Bergamt Südbayern mitgeteilt, dass nach Prüfung unserer eingereichten geologischen Informationen am Vorhabenstandort im Teufenbereich zwischen 300-1500 Meter keine Tonstein-Formation im Sinne der Auslegungshilfe des BfE zu den Formationsbegriffen (nach § 21 Abs. 2 des Standortauswahlgesetzes „StandAG“) vorhanden seien. Damit ist für dieses Vorhaben das Einvernehmen des BfE nicht erforderlich. „Unserem Projekt steht somit von Seiten des StandAG nichts im Wege.“

Das Geoenergie Bayern Projekt Törring GmbH & Co. KG wird mit der Umsetzung des Projektes im kommenden Jahr beginnen.

Caruso

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