Große Umweltvorhaben in Tengling/ Taching am See

BIENE und Geoenergie Bayern brechen erstes Gespräch ab

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Manfred Frank (links) und Ingo Tönnesmann, die beiden gewählten Sprecher der BIENE. Die Abkürzung steht für "Bürgerinitiative gegen Energieverschwendung bei der Nutzung von Erdwärme". Tönnesmann leitete selbst 15 Jahre das Bergamt Südbayern, staatliche Aufsichtsbehörde für Bergbaubetriebe und damit auch für geothermische Kraftwerke.

Taching am See - Ein besonderer Tag in Tengling war der 23. November, gegen 12:15 Uhr fand das erste Gespräch zwischen den Umweltorganisationen BIENE UND Geoenergie statt.

Meldung im Wortlaut:


Nur zwei Stunden dauerte das erste Gespräch zwischen der Bürgerinitiative gegen Verschwendung von Energie und Grundwasser bei der Nutzung von Erdwärme (BIENE) und der Geoenergie Bayern. 

BIENE-Sprecher Ingo Tönnesmann und Prof. Dr. Guido Eilenberger, wissenschaftlicher Beirat der BIENE, hatten sich am Freitagabend mit dem Geschäftsführer der Geoenergie Bayern Beteiligungen GmbH, Bernhard Gubo, zu einem ersten Gespräch getroffen. „Wir haben Lösungsansätze diskutiert, aber noch nichts Verbindliches erreicht“, sagt Tönnesmann und bringt die Forderungen der BIENE auf den Punkt: „Keine Geothermie ohne Nutzung der Abwärme.


„Das allein macht noch keinen guten Standort“

Außerdem darf unser Wasser keinen Schaden nehmen“. Grundsätzlich sehe Gubo das genauso. Bei der Wahl des Standortes gehen die Meinungen allerdings auseinander. „Herr Gubo schaut aufs Geld“. Die Geoenergie Bayern habe offenbar schon so viel Zeit und Geld in die Standortsuche gesteckt, dass man nicht mehr über Alternativstandorte reden will“, berichtet Tönnesmann, was für ihn allerdings nicht stichhaltig ist: „Das allein macht noch keinen guten Standort“. Entscheidend seien andere Kriterien, etwa die vollständige Nutzung des kostbaren Bodenschatzes. 

Es verstoße gegen den Klimapakt, wenn 90% der zutage geförderten Erdwärme ungenutzt blieben und verschwendet würden, so Tönnesmann. „Die BIENE wird das überall thematisieren. In Traunstein, in München, in Berlin. Bis auch dort endlich die Ohren klingeln“, verdeutlich er entschlossen. Auf das Bergamt Südbayern setzt Tönnesmann wenig Hoffnung. „Die winken das durch, wenn die nicht Druck von oben bekommen. Und den bekommen sie“, ist sich Tönnesmann sicher und hofft auch auf die Deutsche Umwelthilfe, die etwaige Genehmigungen notfalls zu Fall bringen soll.

320 Mio. Euro Vergütung aus Steuergeldern

 Die BIENE erhält bereits Unterstützung vom Bund der Steuerzahler, der sich des Themas spontan angenommen hat. Schließlich soll die Geoenergie Bayern ja 320 Mio. Euro Vergütung aus Steuergeldern für die Stromerzeugung bekommen, krisensicher und gesetzlich garantiert. „Das sind unsere Steuern. Wir dürfen nicht zulassen, dass Investoren aus dem Ausland nur abkassieren und verbrannte Erde hinterlassen.Das Mindeste muss sein, dass der Bürger an dem Vorhaben durch die freie Nutzung der Abwärme partizipiert“, sagt Tönnesmann. 

Die nächsten Veranstaltungen der BIENE finden statt am 26. November 2019, 19:30 Uhr, im Gasthaus Obermaier in Weilham und am 10.Dezember 2019, 19:30 Uhr, im Gasthaus Glück, Ledern 1, Tittmoning. Alle Unterstützer der BIENE sind herzlich eingeladen.

Pressemitteilung der BIENE (Bürgerinitiative gegen Verschwendung von Energie und Grundwasser bei der Nutzung von Erdwärme)

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