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SV Taching sammelt Spenden und macht sich auf den Weg

Bei Eis und Schnee in die Ukraine: Helfer aus Taching erleben dramatische Szenen

Zwei Helfer vor dem Vereinsbus des SV Taching
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Auf der Fahrt trotzten die Helfer Simon Röckenwagner und Andreas Wamsler dem Schnee und Eis.

Der SV Taching wollte nicht tatenlos zusehen und sammelte kürzlich Spenden für Bedürftige in der Ukraine. Mit dem vollen Vereinsbus machten sich schließlich drei Mitglieder auf den über 1000 Kilometer langen Weg. Dabei mussten die Helfer dem Wetter trotzen und wurden an der Grenze Zeugen der Folgen des Krieges. Wir haben mit einem der Initiatoren über die dramatischen Erlebnisse gesprochen.

Taching – Die Sammlung war ein voller Erfolg: Jede Menge Winterkleidung, Elektronikartikel, Hygiene- und Verbandsmaterial, Windeln, Medikamente und Lebensmittel sowie Barspenden von 1.100 Euro waren bei der Aktion zusammengekommen. An zwei Tagen sortierten und verpackten die vielen fleißigen Helfer die Artikel in über 50 Kartons und beluden damit den Vereinsbus. Eine in Taching untergekommene Ukrainerin war auch anwesend. Sie beschriftete die Pakete in ihrer Muttersprache, um die Verteilung vor Ort leichter abwickeln zu können. „Das war ja unser erster Spendenaufruf. Der Helferkreis Waging/Taching ist uns dabei sehr zur Seite gestanden. Er hat auch den Kontakt zu der Frau hergestellt. Kommuniziert haben wir auf englisch und über den Google Übersetzer“, freut sich Stephan Mayer, einer der Initiatoren der Aktion.

Vollbepackt ging es im Schneetreiben in Richtung Ukraine.

Eine Fahrt mit Hindernissen

Vorab mussten Formalitäten zur Grenzüberschreitung in die Ukraine geklärt werden. So muss man etwa das Ziel und den Reisezeitraum angeben sowie Zolldokumente vorweisen. Am 16. Dezember um 17.15 Uhr begann die lange Fahrt für Simon Röckenwagner, Andreas Wamsler und Stephan Mayer von der Fußballabteilung. „Wir hatten vereinbart, dass wir uns abwechseln. Einer darf schlafen, der Zweite fährt und der Dritte sollte Ansprechpartner und Wachhalter sein“, so Mayer.

Allerdings erwies sich die Fahrt von Anfang an als kein leichtes Unterfangen: „Von Taching bis zur ukrainischen Grenze war alles schnee- und eisbedeckte Fahrbahn.“ Ganze 16,5 Stunden fuhren die drei über Nacht durch Österreich, Tschechien und Polen bis nach Medyka an der polnisch-ukrainischen Grenze.

Kein Winterdienst und viele Schlaglöcher. Das letzte Stück war für die Helfer nur schwer zu bewältigen.

Dramatische Szenen am Grenzübergang

Ursprünglich war geplant, die Spenden nach Lwiw zu bringen. Doch aufgrund des schlechten Wetters und der langen Wartezeit am Übergang entschied sich das Team, die Kartons direkt an der Grenze abzuliefern. Dort ist nämlich im Zuge des russischen Überfalls auf die Ukraine ein zentrales Auffanglager für Flüchtlinge eingerichtet worden. Von hier aus werden alle Spenden direkt nach Lwiw gebracht.

„Der Ablageort ist wirklich im Niemandsland. Die Straßen waren bis dahin eigentlich sehr gut, aber auf dem letzten Stück gab es viele Schlaglöcher und keinen Winterdienst“, so Mayer. An der Grenze zeigte sich für die Helfer ein hartes Bild der Realität: Frauen und Kinder gingen mit Koffern im größten Schneetreiben und Kälte auch zu Fuß über die Grenze und wurden dann in großen und beheizten Zelten aufgenommen. Mayer zeigt sich sehr betroffen: „Es war für uns sehr schlimm, das zu sehen. Man sieht, wie unsinnig das Ganze ist. Und wenn wir ein bisschen helfen können, um dazu beizutragen, dass es den Menschen besser geht, ist es das auf jeden Fall wert gewesen.“

Planänderung bewahrt vor Luftalarm in der Ukraine

Die Helfer machten sich schließlich wieder auf den langen Rückweg. Während der Fahrt erfuhren sie, dass ab 11 Uhr in der ganzen Ukraine Luftalarm war. - Auch in Lwiw, ihrem ursprünglichen Ziel. „Hätten wir die Fahrt weiter fortgeführt, wären wir sicherlich davon betroffen gewesen.“ Da sich das Wetter verbesserte, kamen die drei nun deutlich schneller voran. Auch ein Steinschlag an der Windschutzscheibe konnte sie nicht verlangsamen. „Wir sind nur zum Tanken und auf die Toilette gehen stehen geblieben.“ Nach 10,5 Stunden kamen die Helfer wohlbehalten nach Taching zurück. Dort wurden sie von einem Übersetzer des Helferkreises mit einer Getränkespende begrüßt. Die Frage, ob er so eine Aktion noch einmal machen würde, bejaht Stephan Mayer und fügt lachend hinzu: „Allerdings würde ich dann mehr auf den Wetterbericht achten.“

Danksagung an alle Mitwirkenden

Mayer bedankt sich bei allen Teilnehmenden mit den Worten: „Die sehr anstrengende Fahrt zeigte, wie wichtig es ist, diesen unglaublichen Krieg vor unserer Haustüre zu verurteilen und den Menschen vor Ort so gut wie es geht zu helfen. Außerdem sahen alle Beteiligten an der Aktion, wie groß die Hilfsbereitschaft der Menschen in der Region ist. Die kompletten Fahrtkosten wurden vom Sportverein Taching übernommen. Die Barspenden kamen zu 100% der Spendenfahrt bzw. der Ukrainehilfe zugute. Die Vorstandschaft des Sportvereins Taching möchte sich noch einmal bei allen Spendern sowie allen ehrenamtlich Beteiligten recht herzlich bedanken.“

mf

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