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Strandbäder Taching und Tengling

Gebühren nach „Verursacherprinzip“: Parkautomaten für die Strandbadparkplätze

Dieses Bild vom Kassenhäuschen am Strandbad Taching, in dem ein Kassier Parkgebühren verlangt, dürfte wohl der Vergangenheit angehören.
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Dieses Bild vom Kassenhäuschen am Strandbad Taching, in dem ein Kassier Parkgebühren verlangt, dürfte wohl der Vergangenheit angehören.

Nach langer Diskussion verabschiedete der Gemeinderat jetzt das Parkraumkonzept für die Parkplätze an den beiden Strandbädern Taching und Tengling. Bereits in der Februar-Sitzung hatte sich das Ratsgremium darauf verständigt, Park- und Eintrittsgebühren nach dem Verursacher-Prinzip erheben zu wollen, und zeigte sich damit einverstanden, ein entsprechendes Konzept erarbeiten zu lassen.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Taching am See - „Das heißt, es sollen sowohl Parkgebühren von den Nutzern des Parkplatzes als auch Eintrittsgebühren von den Besuchern der Strandbäder verlangt werden“, erläuterte Kämmerer Bernhard Kraus den Grundgedanken des Konzeptes. Die Gebührenerhebung solle einfach geregelt sein, sagte Kraus und stellte den bereits erarbeiteten Vorschlag zur Diskussion.

Dabei verständigte sich das Ratsgremium darauf, dass Parkgebühren ganzjährig fällig werden, und zwar in der Zeit von 9 bis 17 Uhr. „Die ersten 30 Minuten innerhalb der gebührenpflichtigen Tageszeit sind kostenfrei.“ Ab der 31. Minute kostet jede angefangene Parkstunde 50 Cent. „Die Maximalgebühr je Tag ist aber mit 3 Euro gedeckelt.“ Der Höchstbetrag bei den Parkgebühren liegt also bei 3 Euro. Diese Gebühr wird von allen vierrädrigen Fahrzeugen erhoben, die ein amtliches Kennzeichen tragen. Zweiräder mit amtlichem Kennzeichen bezahlen die Hälfte.

„Zum Erheben der Parkgebühr werden je ein Parkautomat am Strandbad Taching und am Strandbad Tengling aufgestellt“, sagte Kraus. Die Automaten seien so ausgestattet, dass auch das Parken per App mit digitalem Parkschein (Parkster) möglich ist. Ein Kassier sei also nicht nötig. Die Parkkontrolle übernehme die Kommunale Verkehrsüberwachung. Kraus betonte, dass die Gemeinde Taching mit ihrem Parkgebührensatz weit unter dem Durchschnitt von Tourismusgemeinden liegt, deren Stundensatz bei 1 Euro liege. Ausnahmen von der Gebührenpflicht wolle man auf ein Minimum begrenzen. So schlug er vor, Rettungsschwimmer, Gaststättenpersonal und die Aktiven und Betreuer von Sportveranstaltungen des SV Taching von der Parkgebühr auszunehmen. An den Eintrittsgebühren ändert sich nichts. Da gelten weiterhin die Preise bei den Tageskarten und bei den Jahreskarten, wie sie schon 2019 gegolten haben.

Laut Kraus erhält die Gemeinde Taching am See bei der Einführung der Parkraumbewirtschaftung Unterstützung durch die „Urban Mobility Innovations“, die unter anderem dabei hilft, an die Zuschüsse aus dem von der Bayerischen Staatsregierung aufgelegten Förderprogramm „Tourismus in Bayern – fit für die Zukunft“ zu gelangen. „An Fördergeldern winken 75 Prozent der Ausgaben, pro Parkplatz maximal aber 10.000 Euro.“ Voraussetzung sei jedoch, dass die Maßnahme bis August 2022 realisiert ist, informierte Kraus. Allerdings verursache diese anfängliche Unterstützung durch „Urban Mobility Innovations“ Gesamtkosten von etwa 5.400 Euro. Darin enthalten ist auch die Programmierung der Parkautomaten mit der Funktion des Parkster. Dieser Betrag sei Teil der Gesamtkosten von rund 18.800 Euro, die für das Etablieren der Parkraumbewirtschaftung anfallen, wofür es die 75- prozentige Förderung gebe. Letztlich habe die Gemeinde also rund 4.700 Euro zu stemmen.

Falls dann mehr als 20 Prozent aller Personen, die am Parkautomaten ein Ticket ziehen, die Parkster-App nutzen, müsse die Gemeinde eine Nutzungsgebühr von fünf Prozent an den Anbieter der Parkster-App abführen. Bei weniger Nutzer der Parkster-App entfalle eine Gebühr. Zur weiteren Vorgehensweise ließ Bürgermeisterin Stefanie Lang unter anderem wissen, dass die Gemeindeverwaltung nach der Beschlussfassung die entsprechenden Förderanträge einreiche. Zugleich erhalte sie damit die Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmenbeginn. Man hole nun Angebote von mindestens drei Anbietern von Parkautomaten ein.

„Falls in diesem Jahr wider Erwarten pandemiebedingt wieder kein Seebadbetrieb möglich ist, würden wir in gewohnter Weise mit Personal die Parkgebühr kassieren.“ In diesem Falle bliebe es bei der Parkgebührenordnung wie im letzten Jahr. Ehe die Zustimmung des Gemeinderates zur vorgestellten Parkraumbewirtschaftung dann einstimmig erfolgte, gab es einen regen Meinungsaustausch, in dem es auch um die Parkgebühren von Zweirädern ging, die deutlich weniger Platz brauchen als Autos.

Eröffnet wurde sie von Ratsmitglied Werner Reith. Er betonte: „Wenn wir für etwas mehr verlangen, müssen wir auch den Service verbessern.“ Seiner Meinung nach sollten nicht nur tagsüber alle WCs an den Strandbädern offengehalten werden, sondern auch eine während der Nachtstunden. Zudem schlug er vor, morastige Parklätze in Tengling aufkiesen zu lassen, sofern dies überhaupt erlaubt sei. Er wollte zudem wissen, welche Maßnahmen für die Straße nach Gessenhausen geplant sind, damit diese nicht mehr zugeparkt wird und passierbar bleibt. Reith plädierte auch dafür, eine Preisliste mit den Park- und Eintrittsgebühren an geeigneter Stelle auszuhängen, damit jeder sieht, dass es unterschiedliche Varianten gibt.

Klaus Öllinger sprach die sogenannte Semmeltaste an, also die ersten 30 Gratis- Parkminuten. Die Zeit sei zu knapp, um mal eben kurz ins Wasser zu springen und eine Runde zu schwimmen. Zudem fragte er nach, ob die Gemeinde mit dem Sportverein Taching schon geklärt habe, dass auch die Zuschauer von Fußballspielen eine Parkgebühr zahlen müssen. Bürgermeisterin Lang hielt dagegen, dass die Zuschauer dann ja möglicherweise Parkplätze belegen, die dann den Badegästen fehlen.

Öllinger monierte auch, dass normale Wiesengrundstücke nicht von Wiesenparkplätzen zu unterscheiden seien. „Die Parkflächen müssen kenntlich gemacht werden.“ Lang meinte, der Bauhof kümmere sich um die Ausgestaltung. Bernhard Kraus ließ wissen, dass man Parkflächen mit einem Parkschild ausweise. Ratsmitglied Sepp Huber erinnerte daran, dass die Wiesen auch deutlich früher gemäht werden müssen, was mit den Eigentümern im Vorfeld abzusprechen sei. Deshalb sollten nicht benutzbare Wiesen grundsätzlich gesperrt werden. Die Anregung von Öllinger sei daher wichtig.

Zudem war sich Sepp Huber mit vielen anderen Gemeinderäten einig, dass die Gemeinde eine Jahres-Parkkarte zum Preis von 40 Euro ausgeben solle. Wie Huber sprach sich die Ratsmehrheit auch dafür aus, von Motorrädern und anderen Zweiräder mit einem amtlichen Kennzeichen nur die Hälfte der Parkgebühr zu verlangen. „Zum einen brauchen sie deutlich weniger Platz und zum anderen sind vor allem Jugendliche mit dem Moped unterwegs.“ Bürgermeisterin Stefanie Lang ließ diese beiden Forderungen dann in den Beschluss mitaufnehmen. Letztlich stimmte der Gemeinderat der Einführung einer Parkraumbewirtschaftung an den beiden Seebädern in Taching und Tengling zu und zeigte sich mit der Höhe der Parkgebühren einverstanden. Überdies wurde die Verwaltung beauftragt, eine detaillierte Parkgebührenverordnung auszuarbeiten.

Pressemitteilung Gemeinde Taching am See

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