290 Unterschriften sind schon abgegeben

"Verbau des schönen Strandbades" - Bürgerentscheid in Taching?

Das Kassenhäuschen sollte mit eigener Schranke 40 Meter weiter in Richtung des Tachinger Sees verlegt werden, entlang der Straße wäre ein Zaun gekommen. Kann das Bürgerbegehren die Pläne des Gemeinderates kippen?
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Das Kassenhäuschen sollte mit eigener Schranke 40 Meter weiter in Richtung des Tachinger Sees verlegt werden, entlang der Straße wäre ein Zaun gekommen. Kann das Bürgerbegehren die Pläne des Gemeinderates kippen?

Taching - Mit einem neuen Kassenhäuschen, einem neuen Zaun und einer neuen Schranke soll der Zugang zum See neu geregelt werden - doch es regt sich Widerstand: Es kommt wohl zum Bürgerentscheid.

Gegen die Pläne, den Zugang zum See neu zu regeln, hat sich ein Bürgerbegehren gebildet - und es ist im ersten Schritt erfolgreich: 290 Unterschriften sind vorige Woche im Rathaus abgegeben worden. Damit wird es aller Voraussicht nach zu einem Bürgerentscheid kommen, in dem die Tachinger selbst bestimmen könne, wie es weitergeht. 


Forderung: Kein neuer Zugang zum Strandbad ohne Gesamtkonzept

"Stoppt den Verbau unseres schönen Strandbades" nennt sich das Bürgerbegehren. Die offiziellen Vertreterinnen sind Doris Wamsler, Ingrid Obermeyer und Isabella Walter. Konkret fordert das Bürgerbegehren, "dass das Tachinger Strandbad vorerst so erhalten bleibt wie es ist und dass insbesondere keine neuen Zäune, Schranken und Tore errichtet werden, ohne vorher ein nachhaltiges planerisches Gesamtkonzept für das gesamte Freizeitgelände als Grundlage für künftige gemeindliche Investitionen zu erstellen". 

Durch das Verlegen des Kassenhäuschens an diese Kreuzung sollte für den Campingplatz ein eigener, zweiter Zugang entstehen.

Das Bürgerbegehren richtet sich gegen einen Beschluss des Gemeinderats aus dem Februar. Das Kassenhäuschen soll zusammen mit einem Holztor 40 Meter weiter in Richtung des Sees verlegt und zwischen Straße und Wiese soll ein Zaun errichtet werden. Dadurch könne die Zufahrt zum Campingplatz unabhängig davon geregelt und überwacht werden. Auch vor dem Campingplatz solle eine Schranke gebaut werden. Bis auf Christoph Wamsler stimmten alle Gemeinderäte zu. Wamsler forderte dagegen eine Gesamtplanung für das ganze Freizeitgelände am See.

Das sagt Tachings Bürgermeisterin Haas

"Wenn 290 Leute unterschreiben ist das schon viel. Anscheinend wollen das viele nicht", so Bürgermeisterin Ursula Haas im Gespräch mit chiemgau24.de. Der Gemeinderat bildete eigens einen Arbeitskreis, der nach drei Treffen eine Lösung für die Zugangssituation fand - ebenjene Lösung, der im Februar nun eigentlich zugestimmt wurde. Neben der Bürgermeisterin gehörten dem Arbeitskreis vier Gemeinderäte an, die sich freiwillig meldeten: Josef Huber, Markus Poschner, Stefan Mayer und Christoph Wamsler. 

Bürgermeisterin Ursula Haas

Bei Haas trifft das Bürgerbegehren auf wenig Verständnis: "Der Vorschlag des Arbeitskreises wäre eine einfache Lösung gewesen, ohne Geld für einen Planer auszugeben. Nicht das Gelbe vom Ei, aber eine wesentliche Verbesserung, die ja vielleicht auch nur vorübergehend sein könnte." Die Initiatorinnen des Bürgerbegehrens argumentieren, dass das optische Erscheinungsbild des Strandbades leiden und sich die problematische Zugangssituation nicht verbessern würde - die Probleme würden nur weiter in Richtung Strandbad verlagert. 

Hintergrund des ganzen ist die teils komplizierte Zugangssituation zum Tachinger Strandbad: Wer Badegast, Restaurant-Besucher oder Urlauber auf dem Campingplatz ist, ist schwer auseinanderzuhalten - doch die einen müssen abkassiert werden, die anderen nicht. Das führte dazu, dass sich vor allem bei großem Andrang im Sommer viele Badegäste an der Kasse vorbeischwindelten.

So geht es mit dem Bürgerbegehren weiter

Am Mittwoch wird der Gemeinderat der Zulässigkeit des Bürgerbegehrens aller Voraussicht nach zustimmen. Dann muss laut Bayerischer Gemeindeordnung innerhalb von drei Monaten in einem Bürgerentscheid über die Frage des Bürgerbegehrens abgestimmt werden. Davor hat der Gemeinderat aber theoretisch noch einmal die Möglichkeit, den Wunsch des Bürgerbegehrens selbst umzusetzen - oder aber dem ganzen ein Ratsbegehren entgegenzusetzen, über das im Bürgerentscheid dann ebenfalls abgestimmt wird. Das Ergebnis eines Bürgerentscheids ist für ein Jahr bindend.

xe

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