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Gemeinderat Taching diskutiert

Darum wurde die Erhöhung der Personalstunden im Naturkindergarten abgelehnt

Auf dem Archivbild sind viele Kinder und Erwachsene bei der Einweihung des neuen Naturkindergartens zu sehen, was auch zeigt, wie gefragt die Einrichtung ist.
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Auf dem Archivbild sind viele Kinder und Erwachsene bei der Einweihung des neuen Naturkindergartens zu sehen, was auch zeigt, wie gefragt die Einrichtung ist.

Die Erhöhung der Personalstunden war ein großes Thema in der jüngsten Sitzung des Tachinger Gemeinderats.

Taching - Vor allem aus Kostengründen lehnte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung eine Erhöhung der Personalstunden im Naturkinderkarten ab. Ein größeres Stunden-Kontingent hätte zur Folge gehabt, dass die Gemeinde Taching, die ihre Finanzen streng im Blick haben muss, eine vierte Person für die Betreuung der Knirpse im Naturkindergarten hätte anstellen müssen. Die Ratsmehrheit blieb damit bei einem Anstellungsschlüssel von 7,7, der mit drei Fachkräften bestritten wird.

Laut einer umfangreichen Studie der Bertelsmann-Stiftung liegt der ideale Betreuungsschlüssel in einer Kinderkrippe mit Kindern unter 3 Jahren bei 1 zu 3. In einer klassischen Kita- oder Kindergartengruppe mit Kindern zwischen 3 Jahren und bis zur Einschulung wäre hingegen ein Betreuungsschlüssel von 1 zu 7,5 sinnvoll, um eine adäquate Betreuung sowie Förderung zu gewährleisten. In der Realität beträgt der Betreuungsschlüssel in der Krippe derzeit 1 zu 4,2 und im Kindergarten liegt dieser anstelle von 1 zu 7,5 bei 1 zu 8,3.

Der Naturkindergarten in Taching steht dieser Studie zufolge im deutschlandweiten Vergleich mit 7,7 also gut da. Dennoch beantragte der Elternbeirat vor kurzem eine Erhöhung der Personalstunden.

Mit Personalstunden im Waldkindergarten, der sich hier als Naturkindergarten bezeichnet, hat sich der Gemeinderat aber schon in seiner Sitzung Ende Juni auseinandergesetzt und hielt fest: „Der Anstellungsschlüssel ist von zwei Seiten zu betrachten. Die pädagogische Seite stellt natürlich die pädagogische Arbeit in den Vordergrund, was bedeutet, je niedriger der Anstellungsschlüssel, umso besser die pädagogische Arbeit. Zudem stellt Martina Langer, die Leiterin des Naturkindergartens Tengling heraus, den Waldkindergarten nicht mit einem Hauskindergarten vergleichen zu können, weil der räumlich nicht abgeschlossen ist. Weiterhin gibt es keine Hol- und Bringzeiten, das bedeutet, dass alle Kinder immer gleichzeitig da sind. Das Landratsamt Traunstein oder das Bayerische Kinderbildungs- und -Betreuungsgesetz macht wiederum keinen Unterschied zwischen Hauskindergarten und Waldkindergarten.“

Wie Bürgermeisterin Stefanie Lang weiter informierte, empfehle der Gesetzgeber einen Anstellungsschlüssel für diese Einrichtung von 10: 9, um kostendeckend zu sein. Sonst entstehe ein Defizit. Der Kindergarten in Taching sei im letzten Jahr noch als eine Einheit betrachtet worden und habe ein Defizit von 2.624 Euro pro Kind und Jahr mit sich gebracht. „Die neue, vierte Kraft würde bei einer 25-Stunden-Woche Kosten von rund 32.000 Euro mit sich bringen, bei 20 Stunden wären es rund 25.640 Euro.“ Aufgrund der Erhöhung der Betreuungsplätze von 18 auf 25 Buben und Mädchen dürfe die Gemeinde mehr an Förderung und ein Plus aus Elternbeiträgen erwarten, beides zusammen schlage aber nur mit etwa 17.000 Euro zu Buche.

„Das Defizit wird demnach definitiv nochmals ansteigen.“ Trotz der angespannten Haushaltslage habe der Gemeinderat im Sommer mehrheitlich die Auffassung vertreten, dass aus pädagogischen Gründen ein Anstellungsschlüssel von 7,7 beim Naturkindergarten angestrebt werden solle. „Eine Anpassung auf ebenfalls 7,7 im Hauskindergarten ist damals nicht mehrheitsfähig gewesen.“ Obwohl der überörtliche Prüfer diesen 7,7 Schlüssel damals schon moniert hatte, habe der Gemeinderat daran festgehalten und wende ihn seit September 2022 an. „Das Gremium fand, dass eine dritte Betreuungskraft notwendig ist.“ Auch bei anderen Waldkindergärten in den Nachbarorten sei der Anstellungsschlüssel ähnlich. „Im Grunde müssten wir uns eher damit beschäftigen, uns finanziell zu verbessern und in Richtung 1 zu 10 zu gehen.“

Nach langer Diskussion und vielen Überlegungen, wie die Gemeinde günstig an mehr Betreuungspersonal kommen könnte, verständigte sich der Rat darauf, den gültigen Anstellungsschlüssel mindestens so lange zu verwenden, bis die neue Kinderkrippe in Tengling fertig gebaut ist. Mit deren Inbetriebnahme ändere sich sowieso vieles. Damit wurde bei einer Gegenstimme, die vom 2. Bürgermeister Hans Steiner kam, beschlossen, es bei drei Betreuungskräften im Naturkindergarten zu belassen.

Steiner sprach sich auch als Einziger dafür aus, die Personalstunden im Hauskindergarten zu erhöhen. Dieser hat aktuell einen Anstellungsschlüssel von 8,35. Auch den hat der überörtliche Rechnungsprüfer kritisiert. „Er mahnte uns an, ihn auf 10,0 zu bringen. Wenn man nun eine zusätzliche Fachkraft einstelle, läge der Schlüssel bei 7,4“, informierte Lang. 

Caruso

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