"Gottes Nähe spüren, mit Jesus in einem Boot"

Taching: Erstkommunion nach Corona-Lockdown nachgeholt

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25 Buben und Mädchen aus der Pfarrei Tachinger See-Mariä Himmelfahrt traten am vergangenen Sonntag zum ersten Mal an den Tisch des Herrn.

Taching / Tengling/ Tettenhausen / Törring - Die Erstkommunion musste für die Kinder dieses Jahr coronabedingt verschoben werden. Nun konnte sie endlich nachgeholt werden. 

Bei wunderschönem Sommerwetter feierten 25 Buben und Mädchen der Pfarrei am Tachinger See-Mariä Himmelfahrt zusammen mit ihren Verwandten und mit der ganzen Pfarrgemeinde ihre Erstkommunion in der großräumigen Neuen Kirche St. Paul. Allerdings mussten die Kinder dafür in zwei Gruppen eingeteilt werden, für die Pfarrer Konrad Roider dann auch zwei Gottesdienste hielt. Denn auch in der Kirche gelten noch immer bestimmte Hygieneauflagen und Abstandsgebote, auf deren Einhaltung penibel geachtet worden ist. Dennoch war es ein großes Fest des Glaubens, das für alle, die nicht persönlich teilnehmen konnten auch live per Videostream übertragen wurde. Die Feier in der Kirche zeigte, dass sich die Verantwortlichen der Pfarrei und das Kommunionvorbereitungs-Team im Vorfeld viel Mühe gegeben haben, den Schwung der Erstkommunionvorbereitung auch im Gotteshaus zu verbreiten.


Ein wichtiger Bestandteil der kirchlichen Feier der Ersten heiligen Kommunion ist die Tauferneuerung. Während bei der Taufe die Eltern und die Paten den Glauben des Täuflings bezeugt haben, dürfen die Kommunionkinder dies in der Messfeier nun selbst tun. Unter dem Leitwort, Gottes Nähe spüren – Mit Jesus in einem Boot – hörte die Gemeinde das Evangelium von der Stillung des Seesturms (Markus 4,35-41). So wurden besonders die Themen der Angstüberwindung, das Erfüllen von Hoffnung und Zuversicht, und das Vereint sein mit Jesus Christus aufgegriffen.

Unter dem Läuten der Glocken und feierlicher Orgelmusik zogen die Kinder, die in helle Alben gekleidet waren, die an das Taufkleid erinnerten, in die festlich geschmückte Pfarrkirche St. Paul ein. Im Altarraum war sehr dekorativ das Leitmotiv dargestellt: Auf einem großen Schiff aus Holz, gebaut von Johannes Pfeffer und gestaltet von Tanja Wichtlhuber war mit Fähnchen die Schiffsbesatzung dargestellt: Die 25 Erstkommunikanten. Seit Herbst waren die Kinder unter dem Leitmotiv „Mit Jesus in einem Boot“ im Dreiklang von Kirche, Schule und Eltern auf diesen Tag vorbereitet worden. Engagiert waren die Kommunionkinder bei den fünf Erstkommunionnachmittagen und Familiengottesdiensten mit dabei, die die Gemeindereferentin Monika Kraus mit dem Erstkommunionteam gestaltete.


In einem Predigtgespräch mit den Kommunionkindern verdeutlichte Monika Kraus im Erstkommunion-Gottesdienst das liebevoll ausgearbeitete Bild vom Schiff. Es könne nur sicher durch die Wellen fahren, wenn alle auf dem Boot mithelfen und auch in schwierigen Situationen zusammenstünden. Trotz Einsatz und mancher Hilfsmittel werde es dennoch Situationen geben, die der Mensch allein nicht bewältigen könne, sodass er auf Hilfe von Gott angewiesen sei. Das neben dem Boot liegende Seil sei als Symbol der Verbundenheit zu verstehen und das Ruder mache deutlich, dass man im Leben gelegentlich ordentlich paddeln müsse, um voranzukommen. Unverzichtbar sei der Kompass, der Orientierung biete. „Ich hoffe, dass ihr möglichst selten den Rettungsring braucht“, sagte Kraus ehe sie die Bedeutung des Ankers hervorhob, der Halt biete vor dem Wegtreiben. Nur einer fehle, einer der noch nicht im Boot sitze: „Jesus, der mit uns durchs Leben segelt, der uns Rückenwind gibt“. Um ihn ins Boot zu holen, rückte sie die Osterkerze ganz nah an das Schiff. „Nun ist er mit uns im Boot“, fasste die Seelsorgerin zusammen.

Man dürfe tief im Herzen immer darauf vertrauen, dass Jesus immer nah ist und sich um uns kümmert. Wo man in seinem Sinne zusammenkomme und Gemeinschaft pflege, sei er immer dabei. Ganz neu und tief dürfe man die Gemeinschaft mit ihm und untereinander im Empfang der Heiligen Kommunion spüren. So lud die Gemeindereferentin die Kinder ein, das Geschenk Jesu Freundschaft anzunehmen und auch zu pflegen. In dieser Geborgenheit könne der Mensch vertrauensvoll leben und selbst anderen zum Anker und Helfer in der Not werden.

Die Kommunionkinder selbst brachten die Gaben von Brot und Wein (Weintrauben, Blumen, Brot und Kerzenlicht) feierlich zum Altar. Sie waren auch durch weitere Aktivitäten und Gebete in den Gottesdienst eingebunden. Unter anderem sprachen sie die Fürbitten und stimmten einige Lieder des schönen und lebendigen Kirchengesangs mit wohlklingenden Solostimmen an, während die Kirchenchorleiterin Barbara Danninger ein wachsames Auge auf ihre singenden jungen Schützlinge hielt. Dass es sich um einen sehr zeitgemäßen Gottesdienst handelt, unterstrichen die Erstkommunionkinder durch die „Vaterunser“-Bitten, deren Worte sie noch mit eindrucksvollen Gesten begleiteten.

Durch den Ruf und Zuruf des Hochgebetes, das Pfarrer Roider sprach: „Erhebet die Herzen“, wurden nicht nur die Erstkommunionkinder, sondern alle Gläubigen aufgefordert in das Gebet mit einzustimmen.

Musikalisch mitgestaltet wurden die neuen geistlichen Lieder während der beiden Gottesdienstfeiern, von der eine um 9 Uhr begann und die andere um 11 Uhr folgte, von Dr. Josef Fenninger an der Orgel, von David Löw an der Trompete und den beiden Querflötistinnen Kathrin Baumann und Elisabeth Frisch.

Abschließend bedankte sich Gemeindereferentin Monika Kraus besonders bei den Erstkommunikanten und den Eltern sowie bei den offiziellen Vertretern der weltlichen Gemeinden, Bürgermeisterin Stefanie Lang aus Taching, Bürgermeister Andreas Bratzdrum aus Tittmoning (Törring) und bei der 3. Bürgermeisterin aus Waging am See, Christine Rehrl für Ihre Teilnahme. Ein Dankeschön galt auch den Religionslehrern, den Klassenlehrern, den Vertretern der Pfarrgemeinde und der Kirchenverwaltung sowie ihren Kolleginnen des Kommunionvorbereitungsteams, Astrid Fenninger, Tanja Wichtlhuber und Barbara Danninger und den vielen, „die mithalfen, dass der Gottesdienst so schön gefeiert werden konnte“.

Am frühen Abend trafen sich noch einmal alle zu einer Dankandacht in der Pfarrkirche, wo auch die religiösen Geschenke der Kinder gesegnet wurden.

Anneliese Caruso

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