Bürgerentscheid wäre zulässig

Fügt sich der Gemeinderat dem Strandbad-Protest doch noch?

Das Kassenhäuschen sollte mit eigener Schranke 40 Meter weiter in Richtung des Tachinger Sees verlegt werden, entlang der Straße wäre ein Zaun gekommen. Kann das Bürgerbegehren die Pläne des Gemeinderates kippen?
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Das Kassenhäuschen sollte mit eigener Schranke 40 Meter weiter in Richtung des Tachinger Sees verlegt werden, entlang der Straße wäre ein Zaun gekommen. Das drohende Bürgerbegehren könnte den Gemeinderat vielleicht noch zum Umdenken bewegen.

Taching - Jetzt steht fest: Der Bürgerentscheid zum neuen Eingangsbereich am Strandbad ist zulässig - aber womöglich setzt der Gemeinderat die Forderung noch von selbst um.

290 Unterschriften wurden in Taching gesammelt um einen Bürgerentscheid zu erzwingen. Das Ziel: Das Strandbad soll bleiben wie es ist, bis nicht ein planerisches Gesamtkonzept für das ganze Gelände vorliegt. Am Mittwoch wurde die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens formal festgestellt - doch zum Bürgerentscheid kommt es vielleicht doch nicht.


Gemeinderat könnte sich beugen

"Wenn so viele Bürger das wollen, habe ich mit der Fragestellung des Bürgerbegehrens kein Problem", so Bürgermeisterin Ursula Haas gegenüber chiemgau24.de. Vor jedem Bürgerentscheid hat der Gemeinderat noch einmal die Möglichkeit, die Forderung des Bürgerbegehrens direkt anzunehmen. Dann ist der Entscheid hinfällig. Haas kann natürlich nicht für den ganzen Gemeinderat sprechen, aber sie sieht die "Tendenz", dass sich das Gremium nach dem Bürgerbegehren richten wird. Entschieden wird in einer der kommenden Sitzungen. 

Das Bürgerbegehren richtet sich gegen einen Beschluss des Gemeinderats aus dem Februar. Das Kassenhäuschen soll zusammen mit einem Holztor 40 Meter weiter in Richtung des Sees verlegt und zwischen Straße und Wiese soll ein Zaun errichtet werden. Dadurch könne die Zufahrt zum Campingplatz unabhängig davon geregelt und überwacht werden. Auch vor dem Campingplatz solle eine Schranke gebaut werden.


Bürgerbegehren will erst Gesamtkonzept

Die genaue Fragestellung bzw. die konkrete Forderung des Bürgerbegehrens: "Sind Sie dafür, dass das Tachinger Strandbad vorerst so erhalten bleibt wie es ist und dass insbesondere keine neuen Zäune, Schranken und Tore errichtet werden, ohne vorher ein nachhaltiges planerisches Gesamtkonzept für das gesamte Freizeitgelände (Strandbad, Gaststätte, Campingplatz, Sportplatz) als Grundlage für künftige gemeindliche Investitionen zu erstellen?"

Durch das Verlegen des Kassenhäuschens an diese Kreuzung sollte für den Campingplatz ein eigener, zweiter Zugang entstehen.

Hintergrund des ganzen ist die teils komplizierte Zugangssituation zum Tachinger Strandbad: Wer Badegast, Restaurant-Besucher oder Urlauber auf dem Campingplatz ist, ist schwer auseinanderzuhalten - doch die einen müssen abkassiert werden, die anderen nicht. Das führte dazu, dass sich vor allem bei großem Andrang im Sommer viele Badegäste an der Kasse vorbeischwindelten.

xe

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