Gemeinderatssitzung Taching am See

Machbarkeitsstudie zum Bau einer Kinderkrippe vorgestellt

Taching am See - Um den hohen Bedarf an Krippenplätzen, der erwartet wird, decken und Vorsorge für die Zukunft treffen zu können, plant die Gemeinde Taching am See im Bereich des bestehenden Kindergartens in Tengling den Bau einer neuen Kinderkrippe.

Einer Machbarkeitsstudie zufolge, die das Architekturbüro „Magg Architekten“ in Freilassing erstellte und jetzt im Gemeinderat präsentierte, ist im Anschluss an den Kindergarten zwischen Turmgasse und Weinbergstraße ausreichend Platz vorhanden für ein neues Gebäude. Dazu wurden jetzt zwei Varianten vorgestellt und erörtert: Die einst erwogene bauliche Verlängerung des bisherigen Kindergartengebäudes in westliche und östliche Richtung ist damit vom Tisch.


Beschreibung und Charakterisierung der beiden Varianten:

Variante1 (Souterrain): Die dem Gemeinderat vorgestellte erste Variante der Erweiterung des Kindergartens in Tengling ist ein eingeschossiges Gebäude, das südlich an das bestehende Kindergartengebäude anschließt. Dieses bietet Platz für zwei Krippengruppen mit notwendigen Nebenräumen, einem Personalraum, einer Mittagsbetreuung und ist über eine Treppe sowie eine Rampe mit dem Erdgeschoss des Bestandes verbunden. Die Erschließung erfolgt südlich über die Weinbergstraße und würde die ohnehin bereits beengende Verkehrssituation in der Turmgasse entzerren. 

Die Charakteristik dieses Entwurfs liegt in der Reaktion auf die vorhandene Topographie des Grundstücks. Der Baukörper wird in den nach Südosten abfallenden Hang eingeschoben. Dessen begrüntes Flachdach auf Erdgeschossniveau des Bestandes würde profilgleich in die Freifläche am Dorfplatz übergehen und ist als Spielfläche für den Kindergarten nutzbar. Somit würde man nahezu keine Freifläche verlieren. Im Süden wird das flache Hauptgebäude von einem langestreckten zweigeschossigen Baukörper begrenzt, in welchem sich im "Souterrain" der Eingangsbereich und Nebengebäude für die Krippe befinden und im "Erdgeschoss" ein überdachter Spielbereich mit Lager für den Freibereich (Dach) des Kindergartens.


Dadurch entsteht die Situation eines Innenhofes, in dem der Freibereich des Kindergartens und der Krippe eingefasst ist.

Die zweite Variante, die freistehend ist: Bei dieser Lösung zur Erweiterung der Kindergartens handelt es sich um ein freistehendes, zweigeschossiges Gebäude im Bereich der alten Turnhalle, das sich von West nach Ost erstreckt und bei dem aufgrund der Topographie das untere Geschoss teilweise in den Hang gebaut wird. Erschlossen wird es ebenfalls über die Weinbergstraße im Süden. 

Neben dem Eingangsbereich befindet sich auf dieser Ebene ein Personalraum und ein großzügiger Mehrzweckraum, der auch extern genutzt werden könnte. Durch eine einläufige Treppe gelangt man in das "Erdgeschoss". Dieses umfasst ebenfalls zwei Krippen-Gruppenräume mit den notwendigen Nebenräumen und ist über einen großzügigen Spielbalkon ebenerdig mit der Freifläche verbunden. Die Stellung der Gebäude zueinander schafft auch hier einen eingefassten Freibereich.

Für die Mittagsbetreuung der Kindergartenkinder würde ein eingeschossiger Anbau westlich an den bestehenden Kindergarten erfolgen.

Einige Ratsmitglieder fanden besonders die erste Variante ohne Mehrzweckraum, recht gefällig, auch weil es noch Platz für eine Erweiterung für Kindergartengruppen, gemischte Krippen- und Kindergartengruppen und zusätzlichen Stauraum böte, der bisher sehr knapp ausfällt. Wie es hieß, lasse sich mit diesem Gebäude auch eine Verbindung zum bestehenden Kindergarten herstellen, was die tägliche Arbeit mit den Kindern erleichtere.

Andere Räte warnten hingegen vor den höheren Kosten, vor Problemen bei Flachdachkonstruktionen und davor, dass sich die Nachfrage nach Krippenbetreuungsplätzen möglicherweise nicht wie erwartet entwickelt.

Noch ist aber noch immer nichts entschieden, schließlich ging es mit dieser geänderten Machbarkeitsstudie, die Nikolaus Magg und Johannes Pfeiffer vom Architekturbüro Magg gemeinsam näher darstellten, nur darum, präziser abzustecken, was gewünscht, machbar und bezahlbar ist.

Schon mit der ersten von Haas initiierten Machbarkeitsstudie wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt. Dieser Kreis unter der Federführung von Bürgermeisterin Ursula Haas setzt sich aus Gemeinderäten, dem Architekten, der Kindergartenleitung, einigen Erzieherinnen und Vertretern des Elternbeirats zusammen. „Dabei haben wir uns auf einen Favoriten verständigt, was aber nicht heißt, dass man den auch umsetzen muss“, betonte Haas

Die Schaffung von weiteren Betreuungsplätzen und die dazugehörige bauliche Planung werden sich aber noch etwas hinziehen, denn die Fördermittel zuschießende Regierung von Oberbayern muss auch einen entsprechenden Bedarf attestieren. Ohne diese Förderung geht es nicht. Daher will die Gemeinde auch noch abwarten, wie viele Anmeldungen in diesen Tagen tatsächlich eingehen. So hat sich der Gemeinderat darauf verständigt, in der Märzsitzung entscheiden will, wenn die Anmeldungszahlen und die Höhe der Zuschüsse bekannt sind.

Caruso

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Kommentare