Pressemitteilung BIENE e.V.

Bürgerinitiative BIENE wird eingetragener Verein

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von links: BIENE-Sprecher Ingo Tönnesmann, Notar Dr. Tilman Daum, BIENE 2. Vorsitzender Manfred Frank

Taching am See - Die Bürgerinitiative gegen Verschwendung von Energie und Grundwasser bei der Nutzung von Erdwärme (BIENE) hat am 20. Dezember 2019 den nächsten Schritt auf dem Weg zu einer anerkannten Umweltorganisation vollzogen.

"Heute ist ein großer Tag für die BIENE. Wir sind froh, dass wir noch vor Weihnachten alles auf den Weg zum Registergericht bringen konnten", sagt BIENE-Sprecher und 1. Vorsitzender des Vorstands Ingo Tönnesmann.


Und das nur wenige Tage nach der Gründungsversammlung der BIENE am 17. Dezember 2019 im Gasthaus Obermaier, als mit der Vereinsgründung der Grundstein für die Eintragung ins Vereinsregister gelegt wurde.Zweck des Vereins ist nach der Satzung die Förderung des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes, insbesondere durch Abwehr von Gefahren, die der Gesundheit der Bürger des Rupertiwinkels und der Region Waginger See sowie der Umwelt, Landschaft und Natur durch den Betrieb und den beabsichtigten Bau von Kraftwerken der Tiefen Geothermie drohen. Schwerpunkte sind die Gemeinden Taching, Tittmoning, Fridolfing, Waging, Palling, Kirchanschöring, Nußdorf, Traunreut und Traunstein. Zu Vorständen wurden am 17. Dezember 2019 gewählt: Ingo Romanus Tönnesmann (1. Vorsitzender), Prof. Dr. Guido Eilenberger (2. Vorsitzender), Manfred Frank (weiterer 2. Vorsitzender), Dr. Jakob Wagner (Schatzmeister) und Angela Bork (Schriftführerin).

Die BIENE wird die Bürger umfassend über Chancen und Risiken der Geothermie informieren. "Weil wir die fachliche Kompetenz dafür haben", sagt Tönnesmann, der über 10 Jahre lang das für Geothermievorhaben zuständige Bergamt Südbayern geleitet hatte. "Von den zuständigen Behörden und den Gemeinden erwarten wir aber Beteiligung und Transparenz". Letztere gebe es in der Gemeinde Taching nicht. So habe die Gemeinde eine Bauvoranfrage der Geoenergie Bayern mit mehr als dürftiger Begründung abgelehnt. Das Landratsamt werde nun das fehlende gemeindliche Einvernehmen ersetzen. "Ein taktischer Schachzug" ist sich Tönnesmann unter Berufung auf zuverlässige Quellen sicher. "Damit will der Gemeinderat seine weiße Weste vor den Bürgern behalten", ergänzt der Sprecher. Die BIENE habe dieses Manöver sofort erkannt und deshalb auch beim Landratsamt interveniert. Wie aus einer offiziellen Gemeindemitteilung vom 13.12.2019 hervorgeht, hat die Gemeinde Taching bereits einen "Beratervertrag für das Geothermieprojekt in Haus" mit der Münchener Rechtsanwaltskanzlei DETIG abgeschlossen und darüber in nicht öffentlicher Sitzung des Gemeinderats entschieden. "Wir fordern auch hier Transparenz", sagt Tönnesmann und will wissen, welche Dienstleistungen DETIG für die Gemeinde erbringen soll und zu welchen Kosten. "Das Vorgehen der Gemeinde Taching ist sehr merkwürdig", sagt Tönnesmann und ergänzt: "Die Bürger werden hier regelrecht für dumm verkauft".


Und das ist genau das, was die BIENE bei der Nutzung von Erdwärme verhindern will.Die BIENE ist nicht grundsätzlich gegen Geothermie. Lediglich Fehlentwicklungen, die das Gesetz über Erneuerbare Energien (EEG) ermöglicht, müssten vom Gesetzgeber dringend korrigiert werden, fordert Tönnesmann. Gemeint ist die ausschließliche Nutzung der geförderten Erdwärme durch uneffiziente Verstromung. "Wegen des dürftigen Wirkungsgrads von gerade mal 6 bis deutlich unter 10% ist ein ORCKraftwerk eine umweltpolitische Todsünde, wenn man nicht hinten raus noch die Abwärme nutzt, vorzugsweise für die Beheizung tausender Wohneinheiten", sagt Tönnesmann auch in seinen Vorträgen, zuletzt am 10. Dezember 2019 in Ledern vor über Hundert Zuhörern und verweist auf sinnvolle Projekte in München und Umgebung. "Aber hier, auf der grünen Wiese das größte ORC-Kraftwerk Deutschlands zu bauen und die Abwärme in die Umgebung zu blasen, das geht gar nicht", sagt Tönnesmann und zeigt gleichzeitig die Gefahren auf, die mit der Errichtung und dem Betrieb von Geothermiekraftwerken verbunden sein können: "Es wird schließlich massiv in den Grundwasserhaushalt eingriffen, wenn Millionen Kubikmeter Tiefengrundwasser zutage gefördert, abgekühlt und mit hohem Druck wieder in den Untergrund verpresst werden." Dies könne zu Erdbeben führen, wie sich unter anderem in Landau (Südpfalz), aber auch schon in Oberbayern gezeigt habe. Und dabei sei gerade der Rupertiwinkel bereits durch sog. Mikro- und Schwarmbeben vorbelastet. Die Landepunkte der Reinjektionsbohrungen würden zudem genau unter Tengling liegen und bis zum Tachinger See reichen. "Ich halte das für unverantwortlich", sagt Tönnesmann und kündigt detaillierte Aufklärungsarbeit auch in den Nachbargemeinden in Bezug auf die dort geplanten Projekte in Palling, Litzlwalchen, Kirchanschöring und Laufen an, bei denen ebenfalls keine nennenswerte Nachfrage nach Wärme bestehen soll. "Unser Actionteam wird da bestimmt gute Arbeit leisten", sagt Tönnesmann und betont gleichzeitig, dass eine sinnvolle Nutzung von Erdwärme zur reinen Wärmeversorgung sogar von der BIENE unterstützt würde. Dabei wäre auch das bohrtechnische Risiko geringer, weil die Bohrungen wegen der wesentlich geringeren Fördermengen im sog. slim-hole-design, also erheblich kleinkalibriger ausgelegt werden könnten. Den Investoren gehe es aber bei der Stromerzeugung im Wesentlichen darum, die Gesetzeslücke des EEG auszunutzen und Strom "auf Biegen und Brechen" zu erzeugen, damit sich die hohen Investitionen rasch amortisierten. Die besseren Argumente habe allerdings die Biene, meint Tönnesmann: "Dass durch die Abwärme das Klima aufgeheizt und der Wald zerstört wird, Lebensraum für bedrohte Arten verloren geht, Erdbeben entstehen können und das Trinkwasser Schaden nimmt, kann kein Investor unseren mündigen Bürgern vermitteln", fügt der Sprecher hinzu und ist sicher, dass sich der Großteil der Bürger dem Protest der BIENE anschließen wird. Als nächstes plant die BIENE weitere Informationsveranstaltungen und erstmals auch Demonstrationen.

Pressemitteilung BIENE e.V.

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