Zukunft der Bäder in Taching und Tengling

"Klar regeln, wer für Badeaufsicht zuständig ist"

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Die Wasserwacht kann die Badeaufsicht in Bädern aus rechtlicher und verbandssatzungsrechtlichen Gründen nicht übernehmen, bietet jedoch der Gemeinde oder einem anderen Betreiber Unterstützung an.

Taching - Nachdem die Badeaufsicht in den Strandbädeern in Taching und Tengling vor einer Weile Thema war, meldet sich nun das BRK zu Wort.

Nach der Berichterstattung über die Situation in den Strandbädern in Taching am See und Tengling erreichten die Wasserwacht und den Kreisverband Traunstein des Bayerischen Roten Kreuzes als Dachverband der Wasserwacht viele Nachfragen von interessierten Bürgern und Bürgerinnen.

Kernpunkt der Angelegenheit aus Sicht des Roten Kreuzes: Die Wasserwacht kann die Badeaufsicht an den beiden Standorten aus rechtlichen und verbandssatzungsrechtlichen Gründen nicht leisten, ist jedoch bereit, die Gemeinde oder einen anderen Strandbadbetreiber bestmöglich zu unterstützen.

Unklarheit, wer für Strandbäder zuständig ist

Die Wasserwacht Traunstein betreibt in Tengling und Taching am See jeweils eine Wasserrettungsstation und ist für den Wasserrettungsdienst auf dem Tachinger See verantwortlich. Ihre ehrenamtlichen Helfer überwachen während des Wachdienstes das Geschehen auf dem Wasser sowie an den naheliegenden Ufern und greifen bei Gefahrenlagen ein. 

Die Aufgabe der Wasserrettung ist der Wasserwacht vom Zweckverband für Rettungsdienst und Feueralarmierung Traunstein im Rahmen einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung übertragen worden. Jedoch gibt es seit längerem Unklarheit darüber, wer für die rechtliche Badeaufsicht in den beiden Strandbädern zuständig ist. Diese Frage war unlängst auch Thema im Tachinger Gemeinderat.

"Die Wasserwacht ist nicht der Betreiber der Strandbäder und hat auch kein Hausrecht und keine anderen Aufgaben und Befugnisse die zum verantwortlichen Betrieb eines Bades vorgeschrieben sind. Aus rechtlicher und verbandssatzungsrechtlicher Sicht kann sie daher die Badeaufsicht nicht übernehmen", erklärt der Kreiswasserwacht-Vorsitzende Hans-Michael Weisky. 

"Wenn in der Presse von einem Abzug der Wasserwacht ab 2018 gesprochen wird, ist das nicht korrekt, denn die öffentlich-rechtliche Aufgabe der Wasserrettung auf dem Tachinger See wird von der Wasserwacht auch in der Zukunft verantwortlich wahrgenommen."

Wasserwacht will gemeinschaftliche Lösung finden

Gespräche zwischen der Gemeinde Taching am See als Strandbad-Betreiber und dem Roten Kreuz zu diesem Thema gibt es bereits seit Mitte 2016. Im Juli dieses Jahres hatte der BRK-Kreisverband Traunstein nach Einholung einer internen Begutachtung die Gemeinde gebeten, gemeinsam zu einer transparenten Aufgaben- und Zuständigkeitsregelung zu gelangen. 

"Eine eindeutige Klärung von Aufgaben und Pflichten in diesem Bereich ist nötig, um die rechtlichen Unwägbarkeiten für alle Beteiligten zu minimieren. Im Badebetrieb kann es immer wieder zu Unfällen kommen und darum muss – auch im Sinne unserer ehrenamtlicher Helfer - klar und schriftlich geregelt sein, wer in welchem Umfang für die Badeaufsicht und die anderen Erfordernisse der Badbetreiberpflichten zuständig ist", betont BRK-Kreisgeschäftsführer Kurt Stemmer. 

Die Wasserwacht ist bestrebt eine gemeinschaftliche Lösung zu finden. Einzelne Wartungs- und Kontrollaufgaben kann die Wasserwacht nach entsprechender Einweisung, wie bisher, im Auftrag des Badbetreibers durchführen. Diese, sowie eine mögliche Unterstützung bei der Aufsicht muss in schriftlicher Form vereinbart werden, sodass Aufgaben und Verantwortung für beide Seiten transparent sind und Risiken weitestgehend vermieden werden.

Pressemitteilung BRK Traunstein

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