"Die Gäste sind gut drauf und meine Kellner freuen sich"

Der erste Tag im Biergarten - so lief er in Rosenheim und Teisendorf

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Wirt Georg Höhensteiger aus Westerndorf St. Peter bei Rosenheim freut sich, dass wieder ein Stück Normalität einkehrt

Rosenheim/Teisendorf - Die Corona-Beschränkungen werden schrittweise gelockert. Seit Montag dürfen Biergärten und Außengastronomie wieder öffnen. Wir haben mit Wirten in Rosenheim und Teisendorf gesprochen, wie der erste Tag lief.

"Es war ein guter Tag zum Üben", sagt Wirt Georg Höhensteiger vom gleichnamigen Traditionsgasthof in Rosenheim/Westerndorf St. Peter nach dem ersten Tag seit Wochen, an dem er wieder Gäste bewirten darf. Zwar blieb bis zu dem Besuch von rosenheim24.de am Nachmittag der große Ansturm aus, Höhensteiger ist dennoch zufrieden. "Das ist klar, dass der große Run noch nicht da war, aber wir sind vorbereitet und konnten ein paar Testläufe machen", sagt er optimistisch. 


"Die Gäste sind gut drauf"

"Die Gastro ist ja schon sehr flexibel, wir haben uns schnell auf die Auflagen einstellen können." Seine Kellner tragen alle Mundschutz, unsere Reporterin bekommt ihr Wasser sogar mit Handschuhen serviert. Im Biergarten stehen Desinfektionsmittel zur Verfügung und die Laufwege wurden durch Schilder gekennzeichnet, damit es nicht zu unfreiwilligen Begegnungen kommt. "Wir mussten im Vorfeld ein Hygienekonzept erarbeiten", erzählt Höhensteiger. "Bis jetzt wird es gut angenommen. Die Gäste sind gut drauf und meine Kellner freuen sich, dass sie wieder Arbeit haben." Ein paar Gäste haben es sich während dem Gespräch mit Aperol Spritz, Bier und Brotzeit im Biergarten gemütlich gemacht.

Schilder erklären den Gästen die Corona-Regeln

Ganz ähnlich Fritz Aicher vom Tiefenthaler Hof in Patting bei Teisendorf, der sich freut, "dass ich meine Stammgäste wieder begrüßen kann". Der Andrang in den Biergärten in und um Teisendorf war recht unterschiedlich. Ob dies nur dem Montag oder doch der Unsicherheit des Umgangs mit der neuen Situation geschuldet war, ist schwer auszumachen. Manche Biergärten blieben eher leer, andere Wirte sind sehr zufrieden. "Es war besser, wie ich gemeint habe", so Wolfgang Wiragh vom Mesnerwirt in Neukirchen.  

So blicken die Wirte auf die zwei Shutdown-Monate zurück

Die Zeit, als die Bewirtung im Gasthof komplett verboten war, konnte Georg Höhensteiger in Rosenheim mit Geschäftsreisenden und Arbeitern, die er im angeschlossenen Hotel beherbergte und einem Lieferservice überbrücken. "Wir sind ganz weich gefallen. Die Resonanz beispielsweise auf unseren Lieferdienst war super. Die Leute haben vom ersten Tag an bestellt", erzählt der Wirt. "Es war auch mal einfach schön, zum Stammgast, der seit Jahren zu uns kommt, nachhause zu kommen. Da sind einem auch die skurrilsten Dinge passiert", lacht er. 

„Es ist wichtig, dass wir wieder Präsenz zeigen und jeder sieht, dass wir da sind", so Martin Schuhbeck, Wirt der Alten Post in Teisendorf. Die großen Verluste, die er durch das Wegfallen der Hochzeiten, Schulabschlussfeiern oder Jubiläen in diesem Jahr hat, werden Schuhbeck noch lange beschäftigen. Mit ausgedünnten Tischen und früheren Schließzeiten wird es kaum wettzumachen sein.

"Wir haben von heute auf morgen schließen müssen. Viele Vorräte, die wir eingekauft hatten, mussten wir verschenken oder wegwerfen", blickt dagegen Leonhard Heigermoser vom Hofwirt in Oberteisendorf zurück. "Das Herunterfahren war für mich surreal". Waren die Corona-Maßnahmen aber richtig? Zumindest Georg Höhensteiger will darüber nicht urteilen. "Das müssen die Wissenschaftler und Fachleute entscheiden. Klar bin ich nicht happy über die Einschränkungen, aber ich habe auch eine Verantwortung meinen Gästen und Mitarbeitern gegenüber."

"Viele Auflagen kaum umsetzbar und schwer verständlich"

Biergärten dürfen ab Montag bis 20 Uhr öffnen. Dabei gelten strenge Auflagen: Mindestabstand, beziehungsweise ohne Abstand für bis zu zwei Familien oder zwei Hausstände. Außerdem müssen die Gäste immer eine Mund-Nasen-Maske aufsetzen, wenn sie nicht am Platz sitzen - also beim Betreten und Verlassen des Biergartens, beim Gang zur Selbstbedienungstheke und zur Toilette.

In einem Hygienekonzept musste Wirt Höhensteiger in Westerndorf St.Peter bei Rosenheim unter anderem auch die Laufwege für die Gäste definieren.

Manche Betriebe verzichten auch auf Tischdecken und Dekoration oder setzen auf ausgelegte Wegwerf-Speisekarten. Auch das Dokumentieren der Gästedaten und das Desinfizieren der Tische gehört dazu. In manchen Lokalen gibt es ein geringeres Speisenangebot wegen reduziertem Personal. Unter ähnlichen Auflagen sollen dann ab 25. Mai Speisegaststätten auch ihren Innenbereich öffnen dürfen - bis maximal 22 Uhr. Gäste müssen auch dann am Tisch keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, sollen diesen dann aber bei Toilettengängen und beim Betreten des Lokals aufsetzen.

Nützliche Links zu Corona:

"Viele der Auflagen sind kaum umsetzbar und schwer verständlich", so Alfons Roitner, Geschäftsführer des Fonses Teisendorf, "und die Angst vor Strafe, wenn etwas falsch gemacht wird, geht immer mit". Denn verantwortlich für die Befolgung der Schutz- und Hygienevorschriften sind die Wirte. Die vielen Einschränkungen bringen es aber auch mit sich, dass es sich finanziell kaum lohnt, den Gastbetrieb wieder aufzunehmen. Im Gegenteil, jetzt werde es erst richtig teuer, so Alfons Roitner, weil viele Kosten bei geringeren Einnahmen anstehen

Welche Biergärten in und um Teisendorf wann öffnen

Am Montag bereits öffneten in Teisendorf der Braugasthof Alte Post, Fonses Restaurant und Pranee‘s Thai Restaurant ihre Gärten und Terrassen. In Oberteisendorf wartete das Gasthaus Hofwirt, in Neukirchen der Mesnerwirt, in Patting der Tiefenthaler Hof auf die ersten Gäste. Am Dienstag folgen das Sportcafé da Pippo, am Mittwoch wird die Pfeffermühle ihren Außenbereich öffnen. Manche Betriebe, wie der Landgasthof Helminger in Rückstetten und das Hotel Gut Edermann in Holzhausen, lassen sich noch etwas Zeit und werden erst zu Pfingsten wieder für ihre Gäste da sein.

jb/Monika Konnert

Quelle: BGland24.de

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