Buntes Programm mit Grußworten, Tänzen, Plattlern und Musik

"D'Schneebergler" feiern 100-jähriges Jubiläum mit Festabend

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100-jähriges Gründungsjubiläum des GTEV D' Schneebergler Feldkirchen

Feldkirchen – Extra für das 100-jährige Gründungsjubiläum des GTEV„D‘ Schneebergler“ steht in der Necheiau im Rahmen der Feldkirchner Bierzeltwoche heuer ein großes Festzelt. Von dort marschierten die Trachtler zum Totengedenken zum Kriegerdenkmal. Beim anschließenden Festabend mit vielen Programmpunkten nahm Sprecher Stefan Kern junior die Besucher mit auf eine Zeitreise des Jubiläumsvereins.

Am frühen Abend versammelte sich die Schneebergler Trachtler sowie die Fahnenabordnung der beiden Patenvereine „Rupertiwinkler“ Freilassing und GTEV „Edelweiß“ Hammerau“ im Festzelt. Zugegen waren auch Landrat Georg Grabner, Bürgermeister Hans Eschlberger mit Gattin Renate und der 2. Bürgermeister von Wals-Siezenheim Andreas Hasenöhrl. Angeführt von der Trachtenkapelle Feldkirchen unter der Stabführung von Georg Kern marschierte der Zug zum Kriegerdenkmal im Friedhof Feldkirchen zum Totengedenken. 

Jubiläumsabend anlässlich 100 Jahre „D‘ Schneebergler“

Zu Beginn spielte die Kapelle das Stück „Weihrauch“. Pfarrer Wernher Bien man wolle die Toten Gott anvertrauen, in der Zuversicht, dass sie beim Herrgott in guten Händen sind, dass man in Gott mit ihnen verbunden sei. Der Geistliche sang einen Psalm, und die große Christenschar gab dazu den Antwortgesang. „Zur Gottes Ehr“ war danach ein weiteres Musikstück. Nach Gebeten sprach 1. Schneebergler Vorstand Stefan Kern und betonte es sei ein guter Brauch an die verstobenden und gefallen Trachtler am Kriegerdenkmal zu gedenken. „Eine schlimme Zeit war der Zweite Weltkrieg, auch für unseren Verein, 13 gefallene und drei vermisste Trachtler hatte der Verein zu beklagen, das bedeutete mehr als ein Viertel der Vereinsmitglieder sind im Krieg geblieben“. Er appelleierte, die Vergangenheit, ob gut oder schlecht, nicht zu vergessen, um in Zukunft nicht die gleichen Fehler zu machen. Er legte danach einen Kranz nieder. Bei der Melodie vom „Guten Kameraden“ senkten die Fähnriche ihre Fahnen“, dabei waren auch Böllerschüsse zu hören. Mit klingendem Spiel ging es dann zurück zum Bierzelt.

Festabend

Ab 20 Uhr wurde nach langer Vorbereitungszeit im etwa dreiviertel gefüllten Festzelt gefeiert. Mit dem Stück „Egerländer Musikanten“ eröffnete die Trachtenkapelle Feldkirchen den Festabend musikalisch. Markus Galler einer der beiden Festleiter begrüßte die Ehrengäste und Patenvereine namentlich und hieß die weiteren Gäste herzlich willkommen. Vom Festverein begrüßte er die Vorstandschaft und Festausschuss, die Fahnenbraut von 1959 Fini Höglauer, die jetzige Fahnenmutter Regina Galler, die Fahnenbraut Barbara Bräu und Trauermutter Marianne Hauser. Ein Gruß galt auch der Festmusik unter der Leitung von Michael Steinwender. Die Aktiven plattelten danach den „Vereinsschlog“. Durch das Programm führte anschließend Stefan Kern jun. mit einer Zeitreise der Vereinsgeschichte. Auf der Bühne war ein Holzschild mit der Jahreszahl 1919 zu sehen. Es war das Gründungsjahr des Trachtenvereins und Kern erläuterte er „Schmied Michi“ habe in Wildenwart die Trachtensache kennengelernt und als er zurück kam gründete er zusammen mit 17 weiteren Burschen den Trachtenverein. Extra zum „100er! Hatte er die damalige Tracht angezogen. Er betonte es gebe eine durchgängige Chronik von 1919 bis 2019 und hatte das älteste Buch dabei. Neben der Bühne war ein die Zahl 100 in Holzlettern aufgestellt und dort wurde sie zur Einsicht abgelegt. Aus der Trachtenhütte hatte er die Aufnahmeurkunde in den Gauverband vom 18. April 1920 mitgebracht. Hernach präsentierte die Gaugruppe den Jubiläumstanz „Wien bleibt Wien“. Nächster Sprecher des Abends war der 2. Gauvorstand Sebastian Gasteiger der betonte, die Schneebergler seien heuer der sechste Verein der auf ein 100-jährige Vereinsgeschichte zurückscheuen könne und er 62. Verein im Gauverband, der ein so hohes Datum habe. Im Namen der oberbayerischen Gebirgstrachtenvereine im Gauverband 1 gratulierte er und wünschte weiterhin eine erfolgreiche Zeit im Sinne der Trachtensache. Besonders hob es den 1. Vorstand Stefan Kern, die ehemaligen Jugendleiter Regina und Herbert Galler heraus. Ein Vergelt‘ Gott für die Arbeit als ehemaliger Gebietsvertreter sowie aktueller Gauschriftführer, der souverän und zuverlässig die Protokolle schreibe erhielt Galler. Trachtenfeste feiern, sei mit Sicherheit eine der schönsten Aufgaben des Vereins.

Abschließend sagte er: „Ich wünsche und hoffe, dass ihr auch in Zukunft immer den Idealismus drin habt, wie eure Gründerväter.“

Die Burschen der Gaugruppen präsentierten hernach den Plattler „Salzburger“ und vier Neukirchner Goaßlschnalzer demonstrierten im Takt ihr Können. Gemeinsam führte der Patenverein „Edelweiß“ Hammerau-Ainring den „Kronentanz“ auf. Anschließend kam es zu lustigen Wortwechseln der beiden Vorstände Bernhard Dusch (Ainring) und Stefan Kern. Schließlich bekam der Jubelverein vom Paten eine bemalte Holzschachtel mit drei Schärpen als Inhalt. Vorne an der Holztafel wurde bei den Ansagen immer die Zahl gewechselt und Stefan Kern jun. gab Erläuterungen zu den jeweiligen Jahren, sei es wechselndes Trachtengewand, Schultertuch, Bindl usw., alle diese Gegenstände hängten unter Mithilfe Erwachsener, die Kinder Daniela und Bene auf den „100er“. Der Sprecher ließ die Zeitgeschichte Revue passieren und erzählte unter anderem von der Fahnenweihe 1923 und 1959, vom Bau der Trachtenhüttn 1930/1931, von deren Umzug bis hin zur Einweihung 2014. Tradition hat der samstägliche Hüttenabend bereits seit 1931. 1935 entstand die erste Jugendgruppe und ein Jahr später kamen die Dirndl dazu. 1949 wurde die Trachtenkapelle gegründet. Die Schnalzer haben ihre Heimat im Trachtenverein und haben dreimal das große Rupertigau-Preisschnalzen ausgerichtet. Seit 1974 gebe es die gemeinsam durchgeführte Feldkirchner Bierzeltwoche und so konnte Kern auch den Bräu Sailer aus Traunstein und den Gebietsvertreter Hannes begrüßen.

Nach der Aufführung des „Kronentanzes“ der Kinder- und Jugendgruppe des Vereins wandte sich in einem Grußwort Landrat Georg Grabner an die Festgäste, der die Trachtler als ein Zeichen von Gemeinschaft und Bekenntnis zu Heimat bezeichnete. „Unsere Trachtenvereine sind so wichtig, weil sie über Tradition und Brauchtum nicht bloß reden, sondern weil es gelebt wird. Das Gewand, die Mundart, die Musi, G’sang, die Tänze und die Plattler und ihr liebe Trachtler vermittelts für Alt und Jung Werte, ihr schafft‘s Gemeinschaft, ihr bildete die Jugend aus, ihr fördert die jungen Menschen, begeistert sie für die Trachtensache, wie haben es erlebt.“ Er sprach ein Vergelt’s Gott für den Einsatz aus. Für die Jugendarbeit hatte er als Geschenk ein Kuvert mit einer Finanzspritze mitgebracht.

Lukas Lotze ist beruflich in Augsburg tätig und hat sich daher dem Trachtenverein Augsburg-Lechhausen angeschlossen. Mit dem Tanz „Grassauer“ gratulierten sie dem Jubelverein. Mit dem „Mühlradl“ präsentierte der Patenverein Rupertiwinkler einen schönen Ehrentanz. Vorstand Stefan Kamml kam auf die Bühne und kündigte an, dass sein Verein mit der Surheimer Musi am Festsonntag teilnehmen werde. Die Freilassinger hatte als Geschenk ein Holzschild mit eingebrannten Text mitgebracht. Im letzten Viertel des Festabends sollte noch eine besondere Attraktion mit dem bühnenwirksamen „Stelzentanz“ des Trachtenvereins Alpinia aus Salzburg folgen. Die Alpinia seit vielen Jahrzehnten den Schneeberglern verbunden und geben diesem Tanz eine besondere Ehre. Im Jahr 1900 kam der Tanz von Unken nach Salzburg. Es handelt vom Austreiben des Winters nach einiger Zeit kam eine Hexe auf der Bühne hinzu und die Tänzer kreisten sie ein und plötzlich kam ein fesches Madl hervor als Zeichen für den Frühling. Als Sprecher der anderen Dorfvereine meinte Sven Kluba, es sei ziemlich einmalig in Bayern, dass in einem Dorf so zusammengeholfen werde. Er wies auf die viele Arbeit der Schneebergler in den letzten Monaten zur Vorbereitung auf das Fest hin und lud den Festausschuss ein. Nach weiteren Brauchtumstänzen von verschiedenen Gruppen bildete von den Aktiven des Jubelvereins ein der viel beachtetes „Blumentanz“ den imponierenden Abschluss. Der zweite Festleiter Herbert Galler dankte abschließend bei den Beteiligten für die Gestaltung des Festabends. Nach dem offiziellen Teil spielte in der Bar die Wabach-Musi zur Unterhaltung und zum Tanz auf.

Andreas Pils

Quelle: BGland24.de

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