Sitzung in Teisendorf

Ferienausschuss beschließt Satzung für Bebauungsplan Roßdorf-West

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Der Ferienausschuss beschloß in seiner Sitzung die Satzung des Bebauungspolans Roßdorf-West

Teisendorf - Eigentlich hätte der Gemeinderat im April zu seiner letzten Sitzung in der laufenden Wahlperiode zusammenkommen sollen. Denn es standen noch einige wichtige Entscheidungen an, bevor am 04. Mai der neue Gemeinderat zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentritt.

Angesichts der notwendigen Kontaktbeschränkungen wegen des Corona-Virus, hat der Gemeinderat von einer Regelung in der Gemeindeordnung für den Freistaat Bayern Gebrauch gemacht und im Umlaufverfahren einen Ferienausschuss bestimmt, der die Aufgaben erledigt, die sonst der Gemeinderat erledigen müsste. Die Regelung ist eigentlich für die Ferienzeit gedacht, daher auch der Name. Bürgermeister Thomas Gasser nannte den Vorgang „historisch“, weil die Marktgemeinde seiner Kenntnis nach, von dieser Möglichkeit noch nie Gebrauch gemacht hat. Dem Ausschuss gehören sieben Gemeinderäte aus allen Fraktionen an. Bei dieser Personenzahl war im Großen Sitzungssaal die Einhaltung des gebotenen Abstandes unproblematisch.


Auf der Tagesordnung stand die Bauplanung für den westlichen Teil von Roßdorf, wo Baugrundstücke für neue Einzelhäuser ausgewiesen werden sollen. Es ging um die Ergebnisse der zweiten öffentlichen Auslegung des Planungsentwurfs. Dieser enthielt bereits die Änderungen aufgrund der ersten Auslegung im Juni 2019 sowie das Ergebnis eines Immissionsgutachtens, dass wegen der Nähe eines Schreinereibetriebs notwendig geworden war. Dieses Gutachten ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Schreinerei weiter betrieben werden darf: Ihr Fortbestand ist durch die Bebauung nicht gefährdet. Zu der diesmaligen Auslegung sind seitens der Öffentlichkeit keine Stellungnahmen eingegangen. Von den beteiligten Behörden und Trägern öffentlicher Belange hatte das Landratsamt Berchtesgadener Land, Fachbereich Planen, Bauen, Wohnen einige redaktionelle Anpassungen zu Festsetzungen im Bebauungsplan verlangt.

Anregung des Fachbereichs Naturschutz wurden zur Kenntnis genommen

Der Ferienausschuss hat beschlossen, diese entsprechend einzuarbeiten. So wird zum Beispiel schriftlich ergänzt, dass je Bauparzelle drei Wohneinheiten zulässig sind. Zudem hielt der Ferienausschuss an der Einstufung des Baugebietes als Allgemeines Wohngebiet fest und ist der Argumentation des Landratsamtes, dass es sich her um ein reines Wohngebiet handeln würde, nicht gefolgt. Die Anregung des Fachbereichs Naturschutz zu einer Ortsrandeingrünung zur besseren Einbindung der Siedlung in die Landschaft wurde zur Kenntnis genommen. Nachdem die beschlossenen Änderungen beziehungsweise Ergänzungen die Grundzüge der Planung nicht mehr berühren, hat der Ferienausschuss den Bebauungsplan „Roßdorf- West“ einstimmig als Satzung beschlossen.


Nachfragen an den Bürgermeister gab es unter anderem zur Verlegung des Grüngutlagerplatzes an die Industriestrasse, gegenüber der MAFO, der für die Teisendorfer etwas überraschend gekommen ist. Die Gemeinde sei bereits seit 2016 auf der Suche nach einem neuen Standort für den Grüngutlagerplatz, erläuterte der Bürgermeister dem Ferienausschuss. Der bisherige Platz bei dem Klärwerk sei nur über eine zu schmale Zufahrtsstraße erreichbar gewesen. Der Platz sei laut Palnung eigentlich zur Zwischenlagerung von Klärschlamm bis zur Verwertung vorgesehen. Bei einer aktuellen Begehung durch das Gesundheitsamt sei zudem durch dieses eine Verlegung des Grüngutplatzes, weg vom Klärwerk, dringend empfohlen worden.

Planungen für neuen Wertstoffhof schreiten weiter voran

Bereits im Mai 2017 wurde dem Gemeinderat eine Grobplanung für einen Wertstoffhof samt Grüngutlagerplatz im Bereich Industriestraße/Mafo vorgestellt. Das gemeindliche Grundstück liege nahe der Bahnlinie und habe einen Zuschnitt, der eine anderweitige Verwendung so gut wie ausschließt. Deshalb wurde damals durch den Gemeinderat der Beschluß gefasst, diesen Standort weiter zu verfolgen. Das Planungsbüro Dippold & Gerold aus Prien hat die Bebaubarkeit und die ausreichende Größe des Grundstückes für diesen Verwendungszweck dargestellt. Die Nutzung dieser Fläche als Wrtstoffhof und Grüngutlagerplatz sei auch ein Beitrag der Gemeinde zu einem flächenschonenden Umgang mit Grund und Boden.

Nachdem nun die Gartensaison begonnen habe, war Eile geboten gewesen, so der Rathauschef. Deshalb wurde auf dem besagten Grundstück auf der Grundlage einer Grobplanung ein provisorischer Grüngutlagerplatz geschaffen, der bei einer späteren Realisierung des Gesamtprojektes eins zu eins weiterverwendet werden kann. In einer der nächsten Sitzung soll dem neuen Gemeinderat die Feinplanung der gesamten Anlage mit Wertstoffhof, Gebäuden und Grüngutlagerplatz vorgestellt und zur Abstimmung vorgelegt werden.

kon

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