Blick in das Amt für Saat- und Pflanzenzucht in Teisendorf

Generhaltung, Samenplantagen und vieles mehr

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Worum geht es eigentlich bei dem genetischen Monitoring im ASP?
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Teisendorf - Der Nationalpark Berchtesgaden hat seit August 2017 einen neuen Leiter. Dr. Roland Baier war vorher im ASP in Teisendorf stellvertretender Leiter. Die Aufgabe des ASP ist es, die genetische Vielfalt in Bayerns Wäldern sicher zu stellen. BGLand24.de wollte wissen, worum es dabei geht:

Dr. Roland Baier, seit August 2017 neuer Leiter im Nationalpark Berchtesgaden, war vor seinem Wechsel in den Nationalpark als stellvertretender Leiter am Bayerischen Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht (ASP) in Teisendorf beschäftigt. Die Aufgabe des ASP ist es, die genetische Vielfalt in Bayerns Wäldern sicher zu stellen.

BGLand24.de wollte wissen, was es mit der dortigen Forschungsarbeit auf sich hat und welche Aufgabe der Nationalpark Berchtesgaden dabei spielt.

Was bedeutet ASP? 

Genetisches Monitoring - Buchenfläche im Iran

Das ASP, genauer gesagt das Bayerische Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht beschäftigt sich mit der Erhaltung der genetischen Vielfalt und der Sicherung der Genressourcen in Bayerns Wäldern. Die genetische Vielfalt gilt als Basis für die Anpassungsfähigkeit und das Überleben der Baumarten bei sich ändernden Umweltbedingungen. Sie ist somit der entscheidende Faktor für die Stabilität und die Ertragsfähigkeit von Waldökosystemen. Die genetische Vielfalt wird derzeit in zwei Projekten (Lifegenmon, GenMon) am ASP besonders genau beobachtet. Im sogenannten „genetischen Monitoring“ wird dabei die Weitergabe der genetischen Ausstattung von den Altbäumen an die Samen und Jungpflanzen studiert. Die wichtigen Baumarten Buche, Tanne und Fichte liegen hier im Focus. Eine Fläche für die Fichte wurde auch im Nationalpark Berchtesgaden eingerichtet, da hier die Möglichkeit zur langfristigen Beobachtung optimal gegeben ist.

Und was macht eigentlich das ASP? 

BGLand24.de wollte wissen, wie die tägliche Arbeit im ASP ausschaut und wer nun die Geschickt dort lenkt. 

Insgesamt 35 Mitarbeiter sind in Teisendorf beschäftigt. Seit dem 15. September ist Dr. Alwin Janßen der neue Leiter des ASP ernannt. Das ASP kümmert sich schwerpunktmäßig um die genetische Vielfalt im Wald. Dazu gehören:

  • Die forstgenetischen Forschung im Labor
  • Feldversuchen, die z.B. neue Baumarten oder resistente Eschen testen
  • der Hoheitsbereich, der die Einhaltung von Gesetzen z.B. in Baumschulen kontrolliert
  • Generhaltung 
  • Samenplantagen 

Im Labor können über genetische Landkarten regionale Unterschiede in der genetischen Vielfalt unserer Wälder aufgezeigt werden. 

Dazu gibt es spezielle Methoden mit deren Hilfe man in die Bäume hineinschauen kann, das wird auch „genetischer Fingerabdruck“ genannt. Damit können genetische Muster im Raum dargestellt oder sichergestellt werden, dass die kommende Generation in unseren Wäldern eine hohe genetische Vielfalt aufweist.

Interview mit Dr. Barbara Fussi

Dr. Barbara Fussi, die Leiterin der Abteilung Herkunftssicherung und angewandte forstgenetische Forschung erklärt uns im Interview, was man alles darunter zu verstehen hat.

Frau Dr. Fussi, was genau muss man sich unter forstgenetischer Forschung vorstellen?

Bereits seit 1991 wird am ASP mit genetischen Methoden gearbeitet, die sich seither immer weiterentwickelt haben. Wir versuchen im Labor Eigenschaften, die von außen nicht sichtbar sind, von den Erbanlagen (DNA) abzulesen. Eine Buche unterscheidet sich von einer danebenstehenden Buche in ihrem Erbgut. Diese Unterschiede sind nur teilweise von außen erkennbar. Z.B. entfalten sich die Blätter von benachbarten Bäumen oft zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Das kann man an einer Buchenhecke im Frühjahr sehr gut beobachten. Dieses Merkmal, auch „Blattaustrieb“ genannt, ist zu einem großen Teil in den Erbanlagen festgelegt und wird an die Nachkommen weitergegeben. Geforscht wird derzeit an Methoden, die diese Merkmale bereits in den Samen erkennen können.

Lesen Sie morgen auf BGLand24.de was das genetische Monitoring mit der Gentechnik in der Landwirtschaft zu tun hat.

Quelle: BGland24.de

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