Aus dem Gemeinderat

Mittel zum Zweck: Teisendorf arbeitet mit dem Zweckverband TRBK zusammen

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Der Gemeinderat hat sich dafür ausgesprochen, für eine begrenzte Zeit mit dem Zweckverband Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee (TRBK) zusammenzuarbeiten.

Teisendorf - Teisendorf wird in Sachen Tourismus künftig mit dem Zweckverband „Tourismusregion Berchtesgaden-Königssee“ (TRBK) zusammenarbeiten. Der Marktgemeinderat beauftragte den Ersten Bürgermeister Thomas Gasser, die Zweckvereinbarung zur touristischen Zusammenarbeit mit der TRBK zu schließen. Die Laufzeit soll zunächst auf zwei Jahre begrenzt sein. Die Kosten dazu werden auf maximal 47.000 Euro pro Jahr zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer festgesetzt.

Zum Jahresende ist die TRBK aus der Berchtesgadener Land Tourismus GmbH (BGLT), an der auch der Verein Erlebnisregion Berchtesgadener Land Anteile hielt, ausgeschieden. Als Folge mussten sich die Mitglieder des Vereins Erlebnisregion, darunter auch Teisendorf, zur touristischen Zusammenarbeit einen anderen Partner suchen.

Denn für die touristische Arbeit vor Ort wird auch weiterhin fachliche Unterstützung benötigt, zum Beispiel für die Erstellung von Druckmaterialien und Layouts, die Serviceleistungen wie Gastgeberberatung, die Web-basierten Leistungen wie den Online Veranstaltungskalender, Bildrechte, gemeinsame Messeauftritte, Pressebetreuung und einiges mehr.

In der Dezembersitzung des Gemeinderates wurde der Erste Bürgermeister Thomas Gasser beauftragt, zusammen mit dem Tourismusverantwortlichen der Gemeinde Wege aufzuzeigen, wie die touristische Arbeit in der Gemeinde und im Verein Erlebnisregion BGL weiterhin sichergestellt werden kann. Jetzt informierte Gasser den Rat über die Ergebnisse dieser Recherchen. So hat eine Umfrage bei den Vermietern gezeigt, dass das Thema „Bergerlebnis“ bei den Gästen viel Zuspruch findet.

Für die Marke „Alpenstadt“ mit Ausrichtung auf Kur, Wellness und Gesundheit trifft dies weniger zu. Die BGLT mit Bad Reichenhall als einzigem Gesellschafter kann im Moment nicht mehrere Gemeinden des Vereins Erlebnisregion mit touristischen Leistungen versorgen. Zu einer engeren Zusammenarbeit mit Chiemgau Tourismus haben auf Landratsebene Gespräche stattgefunden, noch ohne konkretes Ergebnis.

Eine schnelle Übernahme der notwendigen Unterstützung durch die Chiemgau Tourismus ist derzeit nicht möglich. Mit der TRBK wäre ein reibungsloser Übergang gegeben, ohne dass die Mitgliedschaft der Erlebnisregion im Zweckverband TRBK notwendig wäre. Die Art der Zusammenarbeit, die Laufzeit und die entstehenden Kosten können über eine Zweckvereinbarung geregelt werden.

Der Entwurf einer solchen Vereinbarung wurde durch die Regierung von Oberbayern geprüft, die ihrerseits die Rechtssicherheit bestätigt hat. Bürgermeister Gasser betonte, dass der Verein Erlebnisregion BGL e.V. bestehen bleiben und als Sprachrohr für Touristische Angelegenheiten der Nordgemeinden weiterhin tätig sein soll. Wichtig sei, für den Urlaubsgast keinen Bruch erkennen zu lassen.

Er solle weiterhin das gewohnte Betreuungsangebot mit den maßgeschneiderten touristischen Leistungen vorfinden, das in den zurückliegenden zwei Jahren aufgebaut worden ist. In der anschließenden Diskussion zeigten sich die meisten Redner nach wie vor verärgert über die Gesamtsituation, betonten aber, dass sie mangels Alternativen für die Zusammenarbeit mit der TRBK stimmen werden.

So meinte Gemeinderat Alois Stadler (CSU) „Wir können diese Leistungen nicht allein erbringen und müssen das beste für Teisendorf machen“. Sein Vorschlag daher „zustimmen für eine begrenzte Laufzeit, um Zeit zu gewinnen und weiter nach Alternativen suchen“.

Rat Gernot Daxer (CSU) war überzeugt „Chiemgau Tourismus ist für uns keine Alternative. Wir müssen uns mit der TRBK arrangieren“. Ähnlicher Meinung war auch Rätin Anita Niederstrasser (FW). „Das Wohl unserer Betriebe muss im Vordergrund stehen“. Sie hoffe, dass es weiter so gut laufen wird, wie mit der BGLT.

Nach Gemeinderat Edwin Hertlein (Grüne) sei die Zusammenarbeit mit der BGLT nicht immer sehr gut gewesen sei. Er sei mit der Arbeit der BGLT nicht immer zufrieden gewesen, weil sie den Bestand vor Ort vernachlässigt hätte. Das sei letztendlich auch einer der Gründe für die derzeitigen Entwicklungen gewesen.

Gemeinderat und Zweiter Bürgermeister Georg Quentin (SPD) sprach sich klar für eine zeitliche Begrenzung einer Zweckvereinbarung mit der TRBK aus und bemängelte die hohen Kosten, mit denen die Gemeinde den Tourismus subventionieren würde. Auch Rat Thomas Egger (CSU) war für eine vorläufige Begrenzung der Vereinbarung auf 1-2 Jahre.

Klar gegen diese Art der Zusammenarbeit mit der TRBK sprach sich Gemeinderat Andreas Neumeier (CSU) aus. „Ich glaub, das ist nicht das beste für Teisendorf“. Mittel-bis langfristig müsse man schauen, dass die Gemeinde und die Betriebe selbst die Tourismuswerbung in die Hand nehmen.

Die Zweckvereinbarung enthalte, so Neumeier, viele unklare Formulierungen. „Wir wissen gar nicht wofür wir die 47.000 Euro zahlen. Die Bedingungen sind Wucher“. Für landkreisweit einheitliche Lösungen im touristischen Erscheinungsbild plädierten die Räte Felix Gasser und Gitti Leitenbacher (beide CSU) .

„Wie müssen wieder zu einem gemeinsamen Tourismus im Landkreis kommen“, so Leitenbacher. Nur so könne man den Landkreis stärken. In der anschließenden Abstimmung stimmten vier Gemeinderäte gegen eine Zusammenarbeit mit der TRBK, die sich in Kürze in „Bergerlebnis Berchtesgaden“ umbenennt, siebzehn Räte waren dafür.

kon

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