So soll sich die Situation bessern

Wanderer sorgen für Park-Chaos - Teisendorf entschließt sich zu einschneidendem Schritt 

Teisendorf - Das Park-Chaos durch Almwanderer sowie km/h-Beschränkungen beschäftigen die Verantwortlichen in Teisendorf. Nun wurden Entscheidungen getroffen. 

Der Bau- und Umweltausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung mehrere für die Marktgemeinde verkehrsrelevante Entscheidungen getroffen. So wurde beschlossen, in der Wimmerer Straße die Geschwindigkeit auf 30 km/h zu beschränken und zwar von der Abzweigung Brunnpoint bis zum Ortsende. Die Gemeindestraße nach Mauerreuten und Wildberg, Gemarkung Neukirchen, wurde für Nichtanlieger komplett gesperrt. Einem Antrag auf Abweichung von der Stellplatzverordnung in der Marktstraße Teisendorf wurde nicht stattgegeben. 


In der Wimmerer Straße beträgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit derzeit innerorts 50 km/h. Bereits 2015 hatte die Anwohnerin Michaela Bauer bei der Gemeinde beantragt, dort eine Geschwindigkeitsbegrenzung einzuführen. Damals vorgenommene Geschwindigkeitsmessungen mit dem gemeindlichen Geschwindigkeits-Messgerät an drei verschiedenen Stellen, hatten Durchschnittsgeschwindigkeiten ergeben, die zwischen 23 und 31 km/h lagen. Daher sah sich der Bau- und Umweltausschuss 2015 nicht zum Handeln veranlasst. In einem neuerlichen Schreiben hat Michaela Grabner jetzt darauf hingewiesen, dass bei der Abzweigung Marktstraße-Wimmerer Straße der verkehrsberuhigte Geschäftsbereich der Marktstraße nicht durch eine enstprechende Beschilderung aufgehoben sei. Daher gelte er, so ihre Auffassung, für die gesamte Wimmerer Straße fort. Dieses Schreiben hat die Verwaltung zum Anlass genommen, eine polizeiliche Stellungnahme zu dem Thema einzuholen. Diese stellte fest, dass tatsächlich die Aufhebung des verkehrsberuhigten Geschäftsbereiches vergessen wurde. Eine Ausweitung des Bereiches auf die Wimmerer Straße ist aber nicht gerechtfertigt, da es sich bei dieser nicht um eine Geschäftsstraße mit entsprechendem Geschäftsleben handelt. Der Vorschlag einer Begrenzung auf 30 km/h kann laut Polizei aber umgesetzt werden, denn die zum Teil sehr enge Wimmerer Straße liegt innerorts und hat abschnittsweise erhebliches Gefälle beziehungsweise Steigungen. Ein Gehweg ist nicht vorhanden. Die Straße wird auch von Fußgängern und Radfahrern, darunter auch Schüler genutzt. Ausweichstellen sind kaum vorhanden. Da die Straßenführung ohnehin nur niedrigere Geschwindigkeiten zulässt, ist eine Beschränkung auf 30 km/h für Autofahrer durchaus zumutbar. Der Beschluss des Bau- und Umweltausschusses zum Tempolimit auf der Wimmerer Straße fiel aufgrund dieser polizeilichen Stellungnahme einstimmig. Entsprechende Verkehrszeichen sollen an vier verschiedenen Stellen an der Straße, darunter bei der Abzweigung Brunnpoint und am Ortsschild nahe Bahngleise angebracht werden. 

Almwanderer sorgen für Ärger

Die Bewohner des Ortsteils Wildberg (Gemarkung Neukirchen) äußerte sich in einem Schreiben an die Gemeinde verärgert darüber, dass die Straße nach Wildberg und Mauerreuten zunehmend von Almwanderern zugeparkt wird und ein Vorbeifahren für die Anlieger fast nicht mehr möglich wird. Die Gemeinde hat auch in dieser Angelegenheit die Polizeiinspektion Freilassing um eine Stellungnahme gebeten. Nach einer Vor Ort Besichtigung hat diese empfohlen, die Straße nach Wildberg und Mauerreuten für den Durchfahrtsverkehr komplett zu schließen und nur für die Anlieger frei zu lassen. Es handle sich hier nur um eine Anliegerstraße, die sehr schmal sei und Begegnunsgverkehr nicht erlaube. Zudem würde die Straße in Wildberg enden. Zur Umsetzung der vom Bau- und Umweltausschuss einstimmig gefällten Entscheidung wird die Gemeindestraße nach Mauerreuten und Wildberg mit dem Verkehrszeichen VZ 250 „Verbot für Fahrzeuge aller Art“ und dem Zusatzzeichen „Anlieger frei“ versehen. Diese beiden Zeichen werden auch bei der Einfahrt in die Kiesstraße nach Mauerreuten angebracht. In der Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass dieses Schild die Durchfahrt aller Fahrzeuge, auch die der Fahrradfahrer verbietet. Für Autofahrer soll ein Hinweis auf den nahe gelegenen Wanderparkplatz in Loch angebracht werden. 


Bereits in der Mai-Sitzung hatte der Ausschuss einer Nutzungsänderung von Büroräumen in eine dritte Wohneinheit bei einem Haus in der Marktstraße zugestimmt. Die Nutzungsänderung als solche war unproblematisch, es stellte sich hier aber das Stellplatzproblem. Das Vorhaben erfordert gemäß Stellplatzsatzung sechs Stellplätze, es konnten aber nur vier nachgewiesen werden. Die zwei weiteren Stellplätze sollten gemäß Beschluss abgelöst werden. Der Grundstückseingentümer stellte nun einen Antrag zur Abweichung von der Stellplatzverordnung, weil es sich bei dem Haus um ein altes, im Vorderbereich durch Ensembleschutz geschütztes Haus in der Marktstraße handelt. Wegen des engen Verbaus gäbe es keine Möglichkeit, weitere Stellflächen zu schaffen. Die im Haus befindlichen Wohnungen würden ausschließlich von Familienmitgliedern benutzt. Zudem hätte man bereits dauerhaft in der Tiefgarage der Gemeinde zwei Stellplätze angemietet. Deshalb solle die Gemeinde auf eine Ablösung verzichten und die Stellplatzverordnugn ändern. In einer kurzen Diskussion sprachen sich die Ausschussmitglieder und Gemeinderäte Markus Putzhammer (CSU), Johann Rauscher (SPD), Bernhard Reitschuh (FWG) und Georg Spiegelsberger (Grüne) gegen eine Änderung und für eine Ablösung der beiden Stellplätze aus. Man befürworte die Schaffung von Wohnraum in der Marktstraße, wenn öffentliche Stellplätze aber genutzt werden müssten, müsse der Wohnungsinhaber dafür aufkommen. Der Beschluss fiel einstimmig.

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Rubriklistenbild: © Monika Konnert

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