Terminal Teisendorf überdimensioniert

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Teisendorfs Grünen Gemeinderat Edwin Hertlein liest aus der Nutzwertanalyse des Eisenbahnbundesamtes kein positives Signal für Teisendorf.

Teisendorf - Für die Teisendorfer Grünen ist die „Nutzwertanalyse“ des Eisenbahnbundesamtes über die beiden möglichen Güterterminalstandorte Traunstein und Teisendorf eine „heftige Watsch'n“ für die Befürworter dieses Projektes in der Marktgemeinde.

Anders als vom Bürgermeister in einer Pressenotiz dargestellt enthalte dieses Dokument einige sehr kritische Passagen in Bezug auf ein Terminal in Teisendorf, so der Grünen-Marktgemeinderat Edwin Hertlein auf der letzten Ortsversammlung der Grünen. Diese Passagen würden im Orginaltext deutlich anders lauten als in der Darstellung des Bürgermeisters.

Dieser habe unter anderem in seiner Pressemeldung folgendes vermeldet: „Auch das dargestellte Konzept der künftigen Betriebsführung mit herausragenden Leistungskomponenten trug zur Entscheidung bei.“ Tatsächlich habe das Eisenbahnbundesamt in seiner Nutzwertanalyse das von den Investoren Eurogate und Kloiber für Teisendorf vorgelegte Konzept aber vom Umschlagvolumen her „um mehr als die Hälfte zusammengestrichen“, so Hertlein. Das Konzept der Investoren sei aus der Sicht des Amtes deutlich überdimensioniert gewesen.

Dieser Umstand mache ihn mehr als nachdenklich. Offenbar planten die Investoren eine deutlich größere Anlage, als das regionale Transportvolumen erfordern würde. In diesem Zusammenhang erinnerte Hertlein an eine Pressemeldung von Eurogate vom Januar diesen Jahres. In dieser kündigte das Unternehmen an, Hinterland-Terminals und Depots zur Containerlagerung zu planen. Ziel sei es dabei, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Seehäfen zu verbessern. Nach Meinung Hertleins zeige diese Ankündigung, dass es dem Unternehmen keineswegs um eine Stärkung der Wirtschaft im Landkreis gehe.

Aber auch andere Passagen in der Nutzwertanalyse des Eisenbahnbundesamtes sähen den Standort Teisendorf kritisch. So werde der Standort Teisendorf in Bezug auf die straßenseitige Anbindung deutlich schlechter bewertet als der Standort Traunstein. Hier vermerke das Eisenbahnbundesamt negativ, dass der Zubringerverkehr für ein Terminal Teisendorf durch einige enge Ortsdurchfahrten führe. Auch bei der Baukostenbewertung schneide der Standort Teisendorf deutlich schlechter ab als der Standort Traunstein. In diesem Kriterium drückt sich nach Meinung Hertleins aus, dass der Standort Teisendorf vom Gelände her betrachtet wesentlich schwerer zu erschließen ist als der Standort Traunstein.

Insgesamt sprächen mehr der untersuchten Kriterien für Traunstein als für Teisendorf. Würden nur die reinen Standortkriterien gewertet, so wäre die Nutzwertanalyse für Traunstein ausgefallen. Erst durch Aufnahme eines Kriteriums Investoren und eine unterschiedliche Gewichtung der einzelnen Kriterien verschiebe sich das Ergebnis der Nutzwertanalyse zugunsten Teisendorfs.

Interessant ist nach Ansicht Hertleins aber noch ein anderer Umstand. Während nämlich laut Pressemeldung des Bürgermeisters die Investoren bereits Mitte August einen Förderantrag beim Bundesverkehrsministerium vorgelegt haben, wurde die Nutzwertanalyse erst Mitte September an die Empfänger in Traunstein und dem Berchtesgadener Land verschickt. „Wenn die Investoren schon vor dem eigentlichen Ende der Prüfung gewusst haben sollten, wie die Nutzwertanalyse ausgeht, lässt sich natürlich die Frage nach der Objektivität des Verfahrens stellen“, so Hertlein wörtlich.

Im übrigen sei es bemerkenswert, dass sich der Standort Teisendorf überhaupt gegen einen Mitbewerber habe durchsetzen können, der nach den Ausführungen des für den Standort Teisendorf zuständigen Planers gar nicht mehr im Rennen hätte sein sollen. Hertlein bekräftigte, dass aus seiner Sicht ein Containerterminal nicht nach Teisendorf passe. Hier gebe es keine Betriebe, die ein solches Terminal mit Frachtgut füllen könnten. Das bedeute, dass ein solches Terminal zusätzlichen Verkehr nach Teisendorf ziehe. Eine besondere wirtschaftliche Belebung durch ein solches Terminal könne er auch nicht erkennen. Wenn eine solche Anlage eine solche „Leuchtturmwirkung“ auf die heimische Wirtschaft habe, wie Bürgermeister Schießl behaupte, sei es verwunderlich, dass die Nachbargemeinden die Errichtung eines Terminals auf ihrem Gemeindegebiet abgelehnt hätten.

Und einen ähnlichen Entlastungseffekt wie beim Bau der Umgehungsstraße für die Marktstraße, wie vom Bürgermeister immer wieder behauptet, sehe er ebenfalls nicht „In welcher Straße Teisendorfs soll denn der Bau des Terminals zu einer ähnlichen Verkehrsentlastung führen wie der Bau der Umgehungsstraße in der Marktstraße?“ meinte der Grünen-Kreis- und Gemeinderat. Außerdem stehe nach wie vor ein großer Teil der für ein Terminal benötigten Grundstücke nicht zur Verfügung. Hertlein rief den Bürgermeister dazu auf, sich auch beim Thema Terminal zum Interessensvertreter der Anwohner und Grundbesitzer zu machen, wie er das beim Thema Autobahn angekündigt habe, anstatt weiter eine Enteignung der „widerspenstigen Grundbesitzer“ billigend in Kauf zu nehmen.

Pressemitteilung Grüne Teisendorf

Quelle: BGland24.de

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